Guatemala

Ehefrau von Menschenrechtsstaatsanwalt entführt


(Rio de Janeiro, 01. April 2009, púlsar).- Die Ehefrau des guatemaltekischen Staatsanwalts für Menschenrechtsdelikte, Gladys Monterroso, ist am 25. März für 13 Stunden entführt, unter Drogen gesetzt und gefoltert worden. Nach Angaben von Staatsanwalt Sergio Morales fingen drei Vermummte seine Frau früh morgens ab, als sie in Guatemala-Stadt unterwegs war. „Um acht Uhr abends wurde sie an einer Straße gefunden, sie stand unter Drogen“, so Morales. Er wies darauf hin, dass er und einige seiner Mitarbeiter aus der Staatsanwaltschaft seit rund einem Monat konkret bedroht würden. „Ich bin bereit, alles dafür zu tun, dass diese Barbarei aufhört und solidarisiere mich mit allen Familien, denen das gleiche passiert“, so

Morales.

Gladys Monterroso selbst wies in einer Presseerklärung darauf hin, man habe sie in Guatemala im 21. Jahrhundert, in der Demokratie gefoltert. „Wir befinden uns nicht mehr in einem bewaffneten Konflikt, aber heute leben wir in einem Dschungel, jeden Tag zählen wir die Toten“, so Monterroso über die Situation im Land.

Die Entführung Monterrosos fand einige Tage statt nachdem Morales der Öffentlichkeit zuvor gesperrte Akten über die Nationalpolizei und ihre Rolle im Bürgerkrieg übergeben hatte.

CC BY-SA 4.0 Ehefrau von Menschenrechtsstaatsanwalt entführt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

20 Jahre Comunidad de Paz Der Film "Chocolate de Paz" wird in Europa nur selten aufgeführt, wie hier beim Screening von Filmouflage in Berlin. Foto: Filmouflage Am 23. März 1997, zur Zeit des Höhepunktes des Bürgerkriegs in Kolumbien erklärt sich die kleine Gemeinde San José de Apartadó in der Provinz Urabá zur „Comunidad de Paz“, zur Friedensgemeinde. Die Bauern und Bäuerinnen wollen keine Armee, keine Guerilla und schon gar keine Paramilitärs mehr auf ihrem Gebiet. Dafür zahlen sie einen hohen P...
Cracolândia: Hilfe und Repression im Land des Cracks Polizeiaktion am 11. Juni in Cracolândia. Foto: Fotospublicas.com/Mastrangelo Reino/A2img (CC BY-NC 2.0) Im Norden der Innenstadt von São Paulo liegt Cracolândia, das Land des Cracks. Das Viertel ist in ganz Brasilien ein Symbol für die Drogenepidemie im Land. Ein städtisches Hilfsprogramm zeigte in den letzten Jahren viel beachtete Erfolge. Doch damit ist nun Schluss: Der neue, rechtsgerichtete Bürgermeister setzt wieder ganz auf Vertreibung und Bestrafung. Und das wohl ni...
Verwicklung der Politik in den Drogenhandel will keiner untersuchen Abschlussbericht soll am 2. September vorliegen Deshalb beschränkte sie sich neben den bereits durchgeführten Befragungen von Entscheidungsträger*innen darauf, ohne um eine Fristverlängerung zu bitten, am 2. September einen Abschlussbericht zu 20 Gesetzesprojekten mit Vorschlägen vorzulegen, mit denen der Einfluss des Drogenhandels auf die Parteien und politischen Organisationen des Landes verhindert und bekämpft werden soll. Neben der Vorsitzenden Rosa Mavila gehören der Kom...
„Immer noch sehr nah dran an dieser schlimmen Zeit“ Guatemala-Stadt, Zona Uno, das historische Zentrum der Hauptstadt Guatemalas. Menschen flanieren über die Sexta Avenida, die einstige Prachtstraße der Stadt. Heute wirkt die Sexta nach langen Jahren des Verfalls mit jungen Bäumen und aufwändig restaurierten Bauten wie frisch herausgeputzt. Die Cafés und Esslokale des Zentrums sind jetzt, am späten Vormittag voller Menschen. Ein paar Avenidas weiter oben, im einstigen Oberschichtsviertel mit seinen Villen, alten Universitätsge...
Konservative Welle gegen Gesetz zum Umgang mit Marihuana Widerstand Der vor kurzem in sein Amt eingeführte Präsident Uruguays, Tabaré Vázquez, verkündete am vergangenen 6. März 2015, dass er zu Beginn seiner Amtszeit den Verkauf von Marihuana an Endkund*innen nicht einführen werde. Nach Aussagen des neuen Staatschefs sei es erklärtes Ziel, zunächst die Auswirkungen des neuen Gesetzes auf die Gesellschaft zu analysieren, ehe der freie Handel überhaupt aufgenommen werden könne. Ein neues Datum für die Umsetzung der Novelle wurde nich...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.