Kolumbien

Drohungen gegen kritischen Fernsehsender


von Ricardo Marapi Salas

kolumbien morris canal capital. Foto: Pulsar(Buenos Aires, 07. Februar 2014, púlsar).- Hollman Morris, Journalist und Leiter des Fernsehsenders Canal Capital in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá, hat mitgeteilt, dass er seit einigen Tagen Todesdrohungen erhalte. Zudem seien das Webportal sowie die sozialen Netzwerke seines Fernsehkanals Cyberattacken und einem Hackerangriff ausgesetzt gewesen.

Der Journalist erklärte, er habe bereits Anzeige erstattet. Er verlangte von den Behörden, verstärkt wegen der Angriffe auf seinen Sender zu ermitteln: „Ich fordere die kolumbianische Regierung auf, die vollständige Ausübung der Meinungsfreiheit und des Journalismus in Kolumbien zu garantieren.“ Canal Capital verteidige und fördere die Menschenrechte sowie eine Friedenskultur in Kolumbien, so Morris weiter.

Er äußerte die Vermutung, dass die Drohungen von rechtsextremen Gruppen des Landes kommen könnten. Er werde sich mit einem Vertreter des UN-Hochkommissariats für Menschenrechte in Verbindung setzen, um diesen über die Cyberattacken zu informieren.

Hollman Morris und Canal Capital haben Solidaritätsbotschaften von tausenden Kolumbianer*innen erhalten, die ebenfalls die Todesdrohungen gegen Morris und die Cyberattacken gegen seinen Sender verurteilen.

CC BY-SA 4.0 Drohungen gegen kritischen Fernsehsender von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

„Iguala ist ein Friedhof“ Von Fabrizio Lorusso(Lima, 27. Mai 2016, noticias aliadas).- Interview mit Xitlali Miranda Mayo, Leiterin der Organisation “Suchkomitee für die anderen gewaltsam Verschwundenen von Iguala” (Comité de Búsqueda Los Otros Desaparecidos de Iguala).Xitlali Miranda Mayo ist Psychologin in Iguala, im Bundesstaat Guerrero im Südwesten Mexikos. Sie koordiniert das „Suchkomitee für die anderen gewaltsam Verschwundenen von Iguala", das nach dem gewaltsamen Verschwindenlasse...
Colonia Dignidad: Kommt Ex-Sektenarzt Hopp in Deutschland in Haft? Von Ute Löhning(Berlin, 19. Juni 2016, npl).- Nach Jahrzehnten ergebnisloser Ermittlungen gibt es eine erste Vorentscheidung der deutschen Justiz in Sachen Colonia Dignidad: Hartmut Hopp, der in Chile zu fünf Jahren Haft verurteilte Arzt der deutschen Sektensiedlung im Süden Chiles und die „rechte Hand“ des Sektenführers Paul Schäfer, lebt seit fünf Jahren unbehelligt in Krefeld. Nun soll er seine Haftstrafe in Deutschland verbüßen. Das beantragte die Staatsanwalts...
Interview mit Verónika Mendoza: Das kleinere Übel wählen Von Stephanie Demirdjian(Montevideo, 01. Juni 2016, la diaria).- Mendoza kommt zu spät zum Interview, sie hat sich in den Straßen von Montevideo verlaufen, empfindet das aber nicht als Zeitverlust: „So lerne ich die Stadt ein bisschen besser kennen.” Ihre Ernennung als Präsidentschaftskandidatin lief eigentlich ähnlich ab: Bis in den Dezember hinein stellte die Kandidatin der Partei Frente Amplio mit ihren Umfragewerten das Schlusslicht; die Medien nahmen kaum Notiz ...
Colonia Dignidad: Offener Brief des FDCL an Außenminister Frank-Walter Steinmeier Berlin, 25.04.2016Sehr geehrter Herr Dr. Steinmeier,Am morgigen Abend laden Sie Opfer der Colonia Dignidad und Zeitzeugen in den Weltsaal des Auswärtigen Amts in Berlin ein und werden sich in einer Rede erstmals zur Rolle Ihres Hauses im Fall Colonia Dignidad äußern. Die Art und Weise der Ankündigung der Veranstaltung in der Presse 1 lässt hoffen, dass Sie deutliche und kritische Worte zum Umgang des Auswärtigen Amtes mit den jahrzehntelangen Verbrechen der Führungsgr...
Wir dokumentieren: Offener Brief an Bundespräsident Gauck und Bundeskanzlerin Merkel Von der Deutschen Menschenrechtskoordination Mexiko(Stuttgart/Berlin, 8. April 2016).- Sehr geehrter Herr Bundespräsident, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, am 11. und 12. April treffen Sie den mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto in Berlin. Wir möchten Sie bitten, das Thema Menschenrechtsverletzungen in Mexiko dabei klar anzusprechen. Denn die Menschenrechtskrise in Mexiko hat katastrophale Ausmaße angenommen.Laut amtlichen Zahlen ist der Verbleib von rund 2...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *