Mexiko

Der alte CTM-Generalsekretär ist auch der neue


México DF, 23 de febrero de 2004. El Presidente Vicente Fox durante la Sesión Inaugural del XIV Congreso Nacional Ordinario de la Confederación de Trabajadores de México (CTM), en el Auditorio Nacional.

México DF, 23 de febrero de 2004.
El Presidente Vicente Fox durante la Sesión Inaugural del XIV Congreso Nacional Ordinario de la Confederación de Trabajadores de México (CTM), en el Auditorio Nacional.

(Berlin, 25. Oktober 2015, npl).- Der mexikanische Gewerkschaftsdachverband CTM (Confederación de Trabajadores de México) bestätigte am 23. Oktober seinen vorsitzenden Generalsekretär Joaquin Gamboa Pascoe in vorgezogenen Wahlen für weitere sechs Jahre im Amt. Am Ende der neuen Amtsperiode 2016 – 2022 wäre Gamboa 100 Jahre alt. Damit hätte der seit 2005 den Vorsitz des CTM innehabende Gewerkschaftschef den legendären CTM-Führer Fidel Velazquez Sánchez übertroffen. Dieser starb 97-jährig im Amt, nachdem er den CTM und die mexikanische Arbeiter*innenschaft bis auf kleine Unterbrechungen von der CTM-Gründung 1936 bis zu seinem Tod 1997 eisern unter seiner Kontrolle hielt. Das Intermezzo zwischen Velazquez und Gamboa füllte mit Leonardo Rodríguez Alcaine ein wahrer Jungspund aus. Er verschied mit gerade einmal 86 Jahren in Erfüllung seiner Pflicht.

Im Februar dieses Jahres verbannte Gamboa die Büsten seiner Vorgänger aus der Lobby in ein Auditorium des CTM-Gebäudes. Die Lobby ziert nun eine fast drei Meter hohe Statue von ihm selbst. Bei der Einweihung seine Standbildes grenzte sich der rüstige Gewerkschaftsführer von anderen, radikaleren Gewerkschaftsverbänden ab. Die Arbeiter*innen der CTM würden nicht „die Straßen verschmutzen wie andere Gremien. Wir haben niemanden bezahlt, um Chaos zu stiften“. Seine Gewerkschaft setze auf den Dialog „und wir haben verstanden, wenn die Unternehmer sich in schwierigen Situationen befunden haben, denn wir sind keine Feinde.“

Handzahme Gewerkschaft im Dienste der PRI

Der CTM entstand 1936 als Transmissionsriemen der damaligen Quasi-Staatspartei PRI. Über Jahrzehnte war er eine mächtige Gewerkschaft im Dienste der Partei, der eigenen Gewerkschaftsführung und zeitweise auch der Arbeiter*innen. Gegen unabhängige Organisationsbestrebungen im Gewerkschaftssektor gingen CTM und PRI konsequent vor. Noch Fidel Velazquez brüstete sich damit, gegen seinen Willen könne niemand zum Präsidentschaftskandidaten der PRI erklärt werden.

In den vergangenen 25 Jahren hat der CTM rasant an Einfluss und Mitgliedern verloren. Die Nähe zur seit Ende 2012 erneut regierenden PRI ist jedoch geblieben. Gamboa Pascoe selbst saß mehrmals als Senator und Abgeordneter der PRI im mexikanischen Zweikammersystem. Die von Gamboa im Februar 2015 genannte Zahl von vier Millionen CTM-Mitgliedern dürfte äußerst übertrieben sein. Über gewerkschaftliche Schlagkraft verfügt der Dachverband kaum, es ist auch nicht seine Absicht. Ob der CTM Gamboa zu Grabe tragen wird oder es umgekehrt sein wird, ist noch nicht ausgemacht. Die Wahrscheinlichkeit ist in beiden Fällen hoch.

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