
(Lima, 20. Oktober 2026, Servindi).- Die von der Regierung Keiko Fujimoris angestrebte „Ordnung“ an den Schulen reproduziere koloniale Gewalt, erklärt die nationale indigene Frauenorganisation ONAMIAP. Die jüngsten Änderungen in der Bildungspolitik verletzten das Recht auf interkulturelle Bildung sowie das Recht, die traditionelle Kleidung indigener Völker und andere charakteristische Merkmale ihrer Kulturen zu respektieren.
ONAMIAP reagiert damit auf neue Vorschriften zum persönlichen Erscheinungsbild von Schüler*innen an öffentlichen Schulen, die die peruanische Regierung und das Bildungsministerium (Minedu) angekündigt haben. Private Bildungseinrichtungen sind davon nicht betroffen.
Die Vorschriften sehen vor, dass Jungen kurze Haare tragen müssen. Außerdem werden Einschränkungen für das Make-up von Schüler*innen eingeführt. Gefärbte Haare und lackierte Fingernägel sind verboten. Auch das Tragen von Ohrringen, Piercings, Ringen, Ketten und Armbändern soll eingeschränkt werden. Für die Länge von Röcken gelten ebenfalls Vorgaben. Darüber hinaus wird die Nutzung von Mobiltelefonen während des Unterrichts eingeschränkt.
ONAMIAP wehrt sich dagegen, dass die von Keiko Fujimori angekündigten Vorschriften an Schulen für interkulturelle zweisprachige Bildung (EIB) umgesetzt oder auf indigene Schüler*innen an anderen Bildungseinrichtungen angewendet werden. Die Form und Länge der Haare sowie die Verwendung von Körperbemalung seien „keine ästhetischen Ausdrucksformen, sondern heilige Symbole der Identität, der Erinnerung, der Spiritualität und des Widerstands“, erklärt ONAMIAP.
In diesem Zusammenhang fordert die Organisation das Kulturministerium auf, sich im Rahmen seiner Zuständigkeit für indigene Völker zu den geplanten Vorschriften zu äußern. Das Bildungsministerium müsse detailliert darlegen, wie es sicherstellen wolle, dass die neuen Regelungen die Rechte indigener Kinder und Jugendlicher nicht beeinträchtigen.
Als Ausdruck des Rechts auf kulturelle Identität ist der peruanische Staat verpflichtet, das Recht indigener Schülerinnen und Schüler zu respektieren, ihre traditionelle Kleidung und andere charakteristische Merkmale ihrer Kulturen zu tragen.
Indigene Kinder haben das Recht auf Zugang zu einer öffentlichen, kostenlosen und qualitativ hochwertigen Bildung, die frei von Diskriminierung ist und keine Gewalt gegen die kulturellen Ausdrucksformen indigener Völker fördert.
ONAMIAP erklärte, eine koloniale Bildung abzulehnen, die die Kontrolle „über unsere Körper aufrechterhält und darauf abzielt, unsere Kulturen auszulöschen“.
Übersetzung: Annette Brox
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