Guatemala begrüßt 9000 Aktivist*innen zum III. Amerikanischen Sozialforum

von Darius Ossami und Markus Plate, Guatemala-Stadt

(Berlin, 08. Oktober 2008, npl).- Mit einer großen Eröffnungsveranstaltung auf dem Platz der Märtyrer begann Abends am 7. Oktober das III. Amerikanische Sozialforum in Guatemala-Stadt. Bis zu 9.000 Teilnehmer*innen werden für die kommenden Tage erwartet, fast 5.000 davon aus anderen Ländern des Kontinents. Sie werden sich auf rund 400 angemeldete Veranstaltungen verteilen. Für Guatemala ist das eine Großveranstaltung mit Seltenheitswert und für die Organisator*innen eine Herausforderung. Vor allem aber sei “das Sozialforum für Guatemala ein Ereignis von großer Wichtigkeit”, meint Enrique Álvarez, Leiter des Zentrums für Demokratiestudien in Guatemala-Stadt. Es seien ein paar Veränderungsprozesse in Gang gekommen, die gestärkt werden müssten: “Vor allem die soziale Bewegung Guatemalas kann durch das Sozialforum Rückhalt, Unterstützung und Impulse erfahren”, hofft Álvarez. Insbesondere im Angesicht der aktuellen weltweiten Finanzkrise und seiner Auswirkungen sei es von größter Wichtigkeit, “dass wir die Ereignisse, die Ursachen und die Auswirkungen gemeinsam klar und präzise analysieren, um daraus Antworten ableiten zu können“.

Der große Themenschwerpunkt ist auch auf diesem Sozialforum der Austausch von Erfahrungen und Strategien im gemeinsamen Kampf gegen den Neoliberalismus sowie die Entwicklung von Alternativen. Hierzu wird es seine Fülle von Informations-, Podiums- und Diskussionsveranstaltungen sowie Workshops geben. Der zweite großen Themenkomplex sind die indigenen Völker Amerikas. Hierbei geht es um mehr als indigene Rechte: Die Auswirkungen des Klimawandels und der Nahrungsmittelkrise auf die indigenen Völker wird ebenso diskutiert wie die Themen Migration, Militarisierung oder die gesellschaftliche Teilhabe von Frauen.

Veranstaltungsort des Sozialforums ist Guatemalas staatliche und autonome Universität San Carlos (USAC), rund acht km vom Stadtzentrum entfernt. Die Organisation des Forums ist dabei vor nicht unerhebliche Probleme gestellt: An der USAC wird der normale Universitätsbetrieb aufrecht erhalten, der Rektor der USAC, Estuardo Gálvez, lässt eine großzügige logistische Unterstützung des Forums vermissen. So sind die Veranstaltungen auf mehrere Fakultäten und Dutzende, zum Teil weit auseinander liegende Räume verteilt.

Neben den inhaltlichen Veranstaltungen wird es täglich ein abendliches Kulturprogramm geben: Gut drei Dutzend Musiker*innen und DJ(ane)s haben sich angekündigt, ein alternatives Filmfestival wird es geben, ein Theaterfestival und permanente Ausstellungen. Das ganze bis acht Uhr abends, danach wird die Sicherheitslage in Guatemala-Stadt zu heikel.

Drei große Kundgebungen werden das III. Amerikanische Sozialforum abrunden: Am Donnerstag, den 9. April, wird es eine Demonstration gegen das Freihandelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Zentralamerika geben. Für denselben Tag hat sich außerdem Boliviens Präsident angemeldet. Am Samstag, den 11. Oktober, ruft die Nationale Union der Frauen Guatemalas (UNAMG) zu einer Demonstration gegen die Gewalt gegen Frauen auf. Und schließlich endet am Sonntagmittag, den 12. Oktober, das Amerikanische Sozialforum mit einer Großveranstaltung im Zentrum von Guatemala-Stadt.

Poonal wird in den nächsten Tagen regelmäßig vom Amerikanischen Sozialforum berichten. Daneben liefern die Radioredaktionen des Nachrichtenpool Lateinamerika täglich Reportagen und Interviews vom Forum, auf Radio Onda auf deutsch (www.npla.de/onda) und Radio Matraca desde Berlín auf Spanisch (www.npla.de/matraca).

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