
(Lima, 20. Januar 2026, servindi).- Die Waldbrände in den zentralchilenischen Regionen Biobío und Ñuble haben sich auf mehr als 25.000 Hektar (250 Quadratkilometer) ausgebreitet. Nach offiziellen Angaben der chilenischen Regierung kamen mindestens 19 Menschen ums Leben, mehr als 1.500 Menschen sind betroffen und rund 1.000 Wohneinheiten wurden zerstört.
Die chilenische Katastrophenschutzbehörde Senapred (Servicio Nacional de Prevención y Respuesta ante Desastres) gab die Zahl der Geschädigten mit 1.533 an, 325 Wohneinheiten seien zerstört worden, bei 1.140 Häusern laufe noch die Bestandsaufnahme. Die Zahlen könnten noch ansteigen.
Aufgrund der schweren Schäden, durch die innerhalb von nur drei Tagen eine Fläche von rund 25.000 Hektar zerstört wurde, gilt für die Regionen Biobío und Ñuble weiterhin der Katastrophenzustand. Chiles Sicherheitsminister Luis Cordero erklärte, dass während der Nacht dank sinkender Temperaturen einige Brände relativ unter Kontrolle gehalten werden konnten. Wieder steigende Temperaturen erhöhten allerdings die Gefahr neuer Brände, warnte er.
Bis zu 38 Grad Hitze
Für einen großen Teil Chiles gelten in diesem Hochsommer Warnungen aufgrund der sehr hohen Temperaturen. Zwischen der Hauptstadt Santiago und Biobío werden bis zu 38 Grad Celsius vorhergesagt. Hinzu kommen trockene und warme Winde, die die Löscharbeiten zusätzlich erschweren und die Flammen neu anfachen.
Chiles Generalstaatsanwalt Ángel Valencia erklärte, es gebe vorläufige Annahmen, was die verheerenden Brände ausgelöst haben könnte. Sicherheitsminister Cordero nannte als mögliche Ursachen elektrische Defekte, Fahrlässigkeit oder Brandstiftung.
Einiges spricht für Brandstiftung
Der Gouverneur der Region Biobío, Sergio Giacaman, bestätigte, dass die zahlreichen Brandherde eine absichtliche Brandlegung nahelegten. „Das Vorhandensein mehrerer Brandherde, die Gleichzeitigkeit des Ausbrechens und die Möglichkeit, dass diese sich miteinander verbinden können aufgrund der Geschwindigkeit und der Richtung des Windes, lassen das Schlimmste befürchten“, so Giacaman.
Chiles scheidender Präsident Gabriel Boric hat offizielle Termine abgesagt und die Koordinierung mit dem neu gewählten Präsidenten José Antonio Kast angekündigt, um den Notstand zu bewältigen und die Aufgaben des Wiederaufbaus zu planen, da die Auswirkungen der Brandkatastrophe weit über die Amtszeit der Regierung Boric hinausgehen werden.
Übersetzung: Bernd Stößel
Waldbrände fordern mindestens 19 Todesopfer von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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