Mindestens zwei Bauern von Wachschützern getötet

von Bartolo Fuentes – Comunicación Comunitaria

Die Bauern von San Manuel fordern Gerechtigkeit. Foto: Poetas del grado cero (CC BY-NC-ND 3.0 ES) (Concepción, 20. Mai 2013, medio a medio).- Mindestens zwei Bauern wurden am 17. Mai in San Manuel Cortés ermordet, als Security-Mitarbeiter des Honduranischen Zuckerunternehmens CAHSA (Compañía Azucarera Hondureña) das Feuer auf Bauernfamilien eröffneten, die zuvor die Ländereien betreten hatten.

 

Das Land war im vergangenen Jahr von Nationalen Landwirtschaftsinstitut (Instituto Nacional Agrario) enteignet worden; das Unternehmen weigert sich jedoch, es an die Familien zu übergeben. San Manuel liegt im fruchtbaren Sula-Tal im Norden von Honduras, 18 Kilometer außerhalb von San Pedro Sula. Die Angehörigen der Bauernbewegung von San Manuel, MOCSAM, waren bereits im Februar von dem Gelände geräumt worden. Ein Berufungsgericht erklärte diese Räumungen später für illegal.

Firma bewirtschaftet das Land widerrechtlich

Mit diesem Urteil betraten hunderte Bauern mit ihren Frauen und Kindern am Nachmittag des 17. Mai die Zuckerrohrfelder rund um das Dorf Cowle. Dort befanden sich rund 30 Bewaffnete der Sicherheitsfirma des Zuckerunternehmens und eröffneten nach Zeugenaussagen das Feuer mit Gewehren und Pistolen. Die Bauern versuchten sich zu schützen, dennoch wurden mehrere von ihnen niedergeschossen.

Der 55-jährige Valentin Avelar starb an Ort und Stelle; eine Kugel hatte seinen Kopf zerschossen. Er lebte im Dorf 34 im Abschnitt Guaymas und hinterlässt sechs Kinder. Mit drei seiner Brüder nahm er mit der Gruppe Amigos Solidarios an der Aktion teil.

„Hier wird es ein Massaker geben“

Die zum Teil schwer Verletzten wurden ins Krankenhaus El Progreso gebracht. Der 75-jährige Celso Victorino Ruiz Martinez starb auf dem Weg dorthin. Er erhielt eine Schusswunde ins Bein und litt nach Angaben seiner Frau an Herzproblemen. der Vater von drei Töchtern lebte in Moregen Villafranca in der Gemeinde Tela, Atlántida.

Die Bauern machten zwie Männer namens Gabino und Clother als Anführer der Wachmänner aus. „Hier wird es ein Massaker geben, und ich bin dafür bereit“, soll Clother während der Räumungen einige Monate zuvor gesagt haben. Trotz der Schüsse blieben die Bauern auf dem Gelände und rückten dorthin vor, wo sich die Wachleute verschanzt hatten – unter Drohungen und Beleidigungen zogen sich diese schließlich zurück.

Polizei machte keine Festnahmen

Die Polizei tauchte mit Fahrzeugen des Zuckerunternehmens auf; obwohl die bewaffneten Wachleute noch dort waren und die Bauern diejenigen identifizierten, die geschossen hatten, erklärten die Polizisten, sie könnten niemanden festnehmen, da nicht klar sei, wer die Täter waren. Ein leitender Beamter namens Mejía habe sich sogar über die Bauern lustig gemacht.

Auch die Strafverfolgungsbehörde, die bei den vier zuvor durchgeführten Räumungen mit bis zu zehn Beamten anwesend war, erschien diesmal nicht, um die mutmaßlichen Verantwortlichen der tödlichen Schüsse zu verhaften. Dafür waren Männer in zivil und in teuren Privatfahrzeugen vor Ort und machten Fotos von den Bauern. Sie verschanzten sich dabei hinter den Wachleuten.

Die Bewegung MOCSAM fordert seit drei Jahren die Übergabe von über 2.100 Hektar Land. Seit der Agrarreform darf eine natürliche oder juristische Person im Sula-Tal höchstens 175 Hektar besitzen; die dortigen Ländereien der CAHSA sind demnach illegal.

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