Europäische Honigimporteure solidarisieren sich mit Maya-Gemeinden gegen den Anbau von …

Viele Maya-Imker*innen sind im Kollektiv der Maya-Gemeinden der Region Los Chenes organisiert. Foto: G. Schmidt

(Mexiko-Stadt, 6. Juni 2018, npl).- In ihrem Kampf gegen den agroindustriellen Anbau von Soja und Gensoja haben die Maya-Imker*innen der Halbinsel Yucatán Unterstützung von europäischen Honigimporteur*innen und Abfüller*innen bekommen. Diese wandten sich anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai in einem offenen Brief an Mexikos Präsident Enrique Peña Nieto. Sie forderten ihn auf, die notwendigen Aktionen durchzuführen, damit der aus Mexiko importierte Honig keine Spuren von Gensoja aufweist und damit in Europa so gut wie nicht mehr verkäuflich ist. Der europäische Dachverband der Honigabfüller*innen und Händler*innen (F.E.E.D.M.), dessen Mitglieder für etwa 90 Prozent des gesamten Honigimports nach Europa stehen, sowie ein knappes Dutzend Einzelimporteur*innen aus Deutschland, Österreich und Dänemark zeigten sich besorgt über die Folgen des massiven (Gen-)Soja-Anbaus: Abholzung von Wäldern, Kontaminierung der Wasserkörper und Böden durch Pestizidbesprühungen, negative Folgen für die Bienenpopulationen und damit die Imker*innen.

Die unterzeichnenden Unternehmen wiesen darauf hin, dass die Konsument*innen in europäischen Ländern wie Deutschland gentechnisch veränderte Lebensmittel kategorisch ablehnen. Der offene Brief spricht auch den illegalen Gensoja-Anbau an. Dafür gibt es nach Angaben der Maya-Gemeinden nach wie vor Hinweise. Ende vergangenen Jahres waren die für ursprünglich sieben mexikanische Bundesstaaten erteilten Genehmigungen für kommerziellen Gensoja-Anbau aufgrund nicht begrenzbarer Risiken und fehlender Sicherheitsmaßnahmen des Konzerns Monsanto allesamt widerrufen wurden. Entscheidend für den Widerruf waren die Erfahrungen auf der Halbinsel Yucatán.

Gensoja wird Wahlkampfthema

Der Brief an den Präsidenten ging in Kopie an das mexikanische Landwirtschaftsministerium sowie weitere staatliche Instanzen, die mit den Genehmigungsverfahren für Gensoja und andere gentechnisch modifizierte Pflanzen befasst sind. Den Richter*innen des Bundesgerichtes in der Stadt Merida, die sich zur Erklärung des Bundesstaates Yucatán als gentechnikfreie Zone äußern müssen, bekamen den offenen Brief von Vertreter*innen der Maya-Gemeinden persönlich überreicht. Die drei Präsidentschaftskandidaten José Antonio Meade (von der regierenden PRI), Ricardo Anaya (PAN), Andrés Manuel López Obrador (Morena) wurden ebenfalls in Kenntnis gesetzt. Über die Nachrichtenagentur EFE nahmen nationale und internationale Medien das Thema auf. Für die Maya-Imker*innen, von denen im Bundesstaates Campeche viele im Kollektiv der Maya-Gemeinden der Region Los Chenes organisiert sind, war jedoch vielleicht das lokale Medienecho genauso wichtig. Neben mehreren Zeitungen und anderen Medien auf der Halbinsel berichteten auch staatliches Radio und Fernsehen über die Initiative der europäischen Honigimporteur*innen. Örtliche Kandidat*innen, die im Rahmen der allgemeinen Wahlen am 1. Juli 2018 für politische Ämter antreten, nahmen das Thema ebenfalls auf.

Der offene Brief wurde von Naturland, dem internationalen Verband für ökologischen Landbau organisiert. Naturland hat seinen Sitz in Deutschland. Im Verband sind nach dessen eigenen Angaben weltweit etwa 54.000 Bäuer*innen, Imker*innen und Fischwirt*innen aus 52 Ländern organisiert. Im vergangenen Jahr hatte eine kleine Delegation der Maya-Imker*innen aus dem zur Halbinsel Yucatán gehörenden Bundesstaat Campeche Naturland in Deutschland einen Besuch abgestattet und detailliert über die Lage vor Ort berichtet.

CC BY-SA 4.0 Europäische Honigimporteure solidarisieren sich mit Maya-Gemeinden gegen den Anbau von … von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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