Anstieg der Pantanal-Brände, Anstieg der Rindfleischexporte

Die schweren Brände im Pantanal zwischen Juli und August hatten auf fünf Farmen ihren Ursprung – zwei davon Rinderzuchtfarmen. Foto: Christiano Antonucci/Secom-MT/Brasil de Fato

(São Paulo, 21. Januar 2021, brasil de fato).- Von den historischen Waldbränden 2020 waren fast 40 Prozent des Pantanal im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso betroffen. Die NGO Instituto Centro de Vida erhob dafür Daten bis zum 16. November 2020. Im selben Jahr stieg der Export von Rindfleisch aus dem Bundesstaat sprunghaft an und brach dabei einige Rekorde: Insgesamt wurden 408.000 Tonnen verkauft, was 20,2 Prozent des Gesamtverkaufs auf nationaler Ebene ausmacht, so die nationale Interessenvertretung der Rindfleischindustrie, Abrafrigo.

Diese beiden Statistiken können kein bloßer Zufall sein. Brände gelten als die kostengünstigste Form, Weideland zu vergrößern. Der Bundesstaat im Mittleren Westen besitzt heute die größte Anzahl an Rindern in ganz Brasilien.
Letztes Jahr enthüllte die NGO Repórter Brasil, dass die schweren Brände im Pantanal zwischen Juli und August auf fünf Farmen ihren Ursprung hatten – zwei davon Rinderzuchtfarmen.

Rinder als Feuerwehr?

Landwirtschaftsministerin Tereza Cristina und Umweltminister Ricardo Salles erklärten im August, dass das Rind als „Feuerwehr“ diene. Das sollte heißen, Vieh auf Weideland zu halten wäre die beste Art, Brände zu bekämpfen. Doch diese Annahme wurde von Wissenschaftler*innen bereits verworfen.

Laut der Liste von Geldstrafen der brasilianischen Umweltbehörde Ibama weise „das Profil der Firmen und Privatpersonen, die in den letzten 25 Jahren am meisten zur Zerstörung von Flora in dem Naturschutzgebiet beigetragen haben, auf einen weiteren Akteur in der Geschichte hin: den ‚abholzenden Ochsen‘. Denn in dem Sektor finden sich die Geldstrafen mit dem höchsten Wert“, so die Reportage von De Olho nos Ruralistas vom Oktober 2020.

Parallelen zwischen Hitzegebieten und Einnahmen aus Fleischexporten

Seit 2011 gibt es eine Tendenz zur Erhöhung der Hitzepunkte im Bundesstaat – mit leichtem Rückgang im Jahr 2018. 2020 erhöhte sich im Vergleich zur selben Zeit im Vorjahr die Anzahl solcher Gebiete um 54 Prozent, so das Nationale Institut für Weltraumforschung INPE. Bereits 2019 hatte es einen Anstieg gegeben, besonders im Amazonasgebiet.

Schaut man auf die Einnahmen aus dem Export von in Mato Grosso selbst verarbeitetem Rindfleisch, erkennt man eine ähnliche Entwicklung wie bei den Hitzepunkten: ein erheblicher Anstieg seit 2011 (870,9 Mio. US-Dollar) bis 2017 (1,22 Mrd. Dollar), mit einem Einsturz 2018 (1,19 Mrd. Dollar) und einer steten Erholung seit 2019 (1,44 Mrd.US-Dollar). Einen Unterschied gibt es bei einer leichten Senkung der Einnahmen zwischen 2015 und 2016.

Dem führenden Exporteur auf den Fersen

Vor zwanzig Jahren führte der Bundesstaat São Paulo noch die Rindfleischexporte des Landes mit 65 Prozent an – im Gegensatz zu Mato Grosso mit fünf Prozent. Der Unterschied von 60 Prozentpunkten fiel im letzten Jahr auf nur 1,6.
Laut Angaben der Abrafrigo wuchs die Menge der brasilianischen Rindfleischlieferungen ins Ausland im Jahr 2020 verglichen zum Vorjahr um 7,5 Prozent. Die Einnahmen stiegen dabei um 10,5 Prozent auf 8,4 Mio. US-Dollar.

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