Amazonasgebiet: Jede Minute zwei Hektar Wald abgeholzt

Grafik: Servindi

(Lima, 30. April 2019, servindi).- Im Jahr 2018 wurden im westlichen Amazonasgebiet zwei Hektar Wald pro Minute angeholzt. Das westliche Amazonasgebiet umfasst Teile von Kolumbien, Peru, Ecuador, Bolivien sowie Westbrasilien. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Monitoring-Projekts der Amazonischen Anden MAAP (Proyecto de Monitoreo de los Andes Amazónicos), das Daten zum Waldverlust analysiert, die von der University of Maryland erhoben und von der NGO Global Forest Watch präsentiert worden sind.

Aus dem Bericht geht hervor, dass im westlichen Amazonasgebiet allein im vergangenen Jahr fast eine Million Hektar Wald verloren gegangen sind. Davon entfielen knapp die Hälfte (49 Prozent) auf Brasilien, 20 Prozent auf Peru, 20 Prozent auf Kolumbien, acht Prozent auf Bolivien und drei Prozent auf Ecuador. Laut MAAP wurde die Analyse mit Hilfe einer statistischen Kerndichteschätzung durchgeführt. Dieses Verfahren hilft bei der Identifizierung der „intensivsten und transnationalen Entwaldungspunkte im westlichen Amazonasgebiet“.

Land Grabbing, Viehzucht und Goldbergbau als Ursache für Entwaldung

In Kolumbien sind die größten Waldverluste 2018 im nordwestlichen kolumbianischen Amazonasgebiet zu verzeichnen. Dort wurden mehr als 200.000 Hektar Wald vernichtet, fast 23.000 Hektar davon innerhalb der Nationalparks. Grund für die Entwaldung nach Angaben des MAAP die legale oder illegale Aneignung von Land. Abschnitt A im Bild zeigt die Ausdehnung des Waldverlusts im Westen des Chiribiquete-Nationalparks. Abschnitt B zeigt eine zunehmende Entwaldung im Zentrum des Tinigua-Nationalparks. Im letzteren Fall, so der Bericht, erscheint die Viehzucht als einer der Gründe für die Entwaldung.

An der westlichen Grenze Brasiliens zu Bolivien identifizierte das MAAP mehrere mittel- und hochintensive Hot Spots auf der brasilianischen Seite. Diese befinden sich in den brasilianischen Bundesstaaten Acre, Amazonas und Rondônia, die an das Departement Pando im Norden Boliviens angrenzen. Auf der bolivianischen Seite befinden sich laut der Veröffentlichung die größten Entwaldungspunkte im Süden, die auf landwirtschaftliche Aktivitäten zurückzuführen sind, die im Jahr 2018 die Entwaldung von rund 2.000 Hektar verursacht haben. Diese hängen auch mit einer dort befindlichen mennonitischen Siedlung zusammen. Diese ist laut MAAP eine der ersten mennonitischen Siedlungen in Beni. Die anderen Siedlungen befinden sich weiter im Süden.

Aus dem Bericht geht ebenfalls hervor, dass Peru im vergangenen Jahr über 200.000 Hektar Wald verloren hat. Eine der Ursachen ist der Goldbergbau, der für den Verlust von 9.280 Hektar Wald in Peru verantwortlich gemacht wird. Abschnitt E im Bild zeigt den emblematischsten Fall von Abholzung für den Bergbau in Peru. Dabei handelt es sich um das Gebiet La Pampa im Departement Madre de Dios.

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