Zehntausende Schüler*innen ohne Bildungszugang

In ganz Zentralamerika mussten tausende Familien ihre Häuser aufgrund von Sturmschäden verlassen. Betroffen sind auch die honduranischen Brüder Ezequiel und José. Foto: Radio Progreso

(Panama-Stadt, 18. November 2020, prensa latina).- Zu den Schäden durch Covid-19 im Bildungssystem Panamas  kommen nun die Verwüstungen hinzu, die die Hurrikans Eta und Iota bei ihrem Zug durch Zentralamerika in einigen Landesteilen Panamas angerichtet haben.

Nach Angaben des Bildungsministeriums haben die jüngsten Stürme die Behörden gezwungen, den Schulunterricht in den betroffenen Regionen auszusetzen, der ohnehin schon aufgrund der Pandemie per Fernunterricht erteilt wurde. In vielen dieser Landesteile war der virtuelle Unterricht aufgrund von Problemen mit der Internetverbindung zuvor nur eingeschränkt möglich.

Laut Zahlen des Ministeriums erhalten landesweit 57.000 Schüler*innen keinen oder nur unzureichenden Unterricht, die meisten von ihnen in den betroffenen Regionen. Eigentlich wollten die Behörden wenige Wochen vor Ende des Halbjahres am 18. Dezember eine Erhebung in den indigenen Gemeinden durchführen, um herauszufinden, wie viele Schüler*innen betroffen sind. Das schlechte Wetter und die hervorgerufenen Straßenschäden hätten dies jedoch verhindert.

Bildungssystem durch Covid-19 und Naturkatastrophen eingeschränkt

Die Staatssekretärin im Bildungsministerium, Anaika De La Espada, erklärte gegenüber der Zeitung Panamá América, dass Schüler*innen der ersten, zweiten und siebten Klasse am stärksten betroffen seien; sowohl die indigenen Territorien Ngäbe Buglé und Emberá sowie West- und Zentralpanama hätten den höchsten Prozentsatz an Schüler*innen, die keinen oder nur unzureichenden Unterricht erhalten. Nach Expert*innenangaben sind die am meisten betroffenen Schulfächer in der ersten Klasse Spanisch, Mathematik und Wissenschaft, sowie Chemie und Physik in der Zweiten.

Nach Ansicht des des Generalsekretärs der Lehrervereinigung Panamas, Fernando Ábrego, hätten die Stürme das Fass zum Überlaufen gebracht und die Situation für die Schüler*innen in schwer zugänglichen Gebieten noch zusätzlich erschwert. „Das sind Schüler*innen, die alles verloren haben, sie haben weder Hefte noch Schulbücher.“ Deshalb sei Bildungsministerin Maruja Gorday de Villalobos aufgefordert worden, das Schuljahr für die betroffenen Schüler*innen auszusetzen.

Am 20. November führte der Verband einen Protestmarsch zum Präsidentenpalast in Panama-Stadt durch, um Präsident Laurentino Cortizo aufzufordern, Bildungsmöglichkeiten zu garantieren, denn „die Zahlen der Schüler*innen ohne Bildungszugang nähern sich auf 300.000“, so Ábrego.

CC BY-SA 4.0 Zehntausende Schüler*innen ohne Bildungszugang von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Webseite möchte Cookies für ein optimales Surferlebnis und zur anonymisierten statistischen Auswertung benutzen. Eine eingeschränkte Nutzung der Webseite ist auch ohne Cookies möglich. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen