Gewaltwelle in Puerto Guzmán

 

Yordan Tovar ist bereits der dritte Aktivist, der in diesem Monat in der Gemeinde Puerto Guzmán erschossen wurde. Foto: Contagio Radio

(Bogotá, 17. Januar 2020, contagioradio/poonal).- Am 16. Januar wurde der Gewerkschaftler Yordan Tovar von Unbekannten in der Provinz Puerto Guzmán im südkolumbianischen Department Putumayo erschossen. Er war Vorstandsmitglied der lokalen Landarbeiter*innen-Gewerkschaft SINTCAFROMAYO und befand sich am Abend des 16. Januar im Gewerkschaftsladen des Dorfes Puerto Vega Teteyé, als Bewaffnete auftauchten und mehrfach auf ihn schossen.

Die Provinz Puerto Guzmán verzeichnet seit Jahresbeginn einen Anstieg der Gewalt; Tovar ist bereits der dritte Aktivist, der dort in diesem Jahr ermordet worden ist. Am 7. Januar traf es die bekannte Aktivistin Gloria Ocampo. Die 37jährige war Mitglied der Nachbarschaftsräte und hatte gegen den Anbau von Drogenplantagen gekämpft; deswegen wurde sie von Paramilitärs zum „militärischen Ziel“ erklärt. Am folgenden Tag wurden zwei weitere Mitglieder der Nachbarschaftsräte erschossen; einem dritten, Arturo Tovar Collazos, gelang die Flucht. „Sie töten die Nachbarschaftsräte und Anführer im Department und im ganzen Land. Es ist sehr traurig zu wissen, dass sie diejenigen töten, die sich in einer Gemeinde widersetzen“, erklärte er laut der Wochenzeitung Semana.

Jeder Tag wird ein politischer Mord verübt

Hintergrund der Gewaltspirale ist ein Kampf um Ländereien, der zwischen der 1. Front der FARC-Abspaltungen und Paramilitärs ausgetragen wird. Am 13. September waren in der zur Provinz

Foto: Colombia Plural

gehörenden Gemeinde Galilea etwa 100 Schwerbewaffnete aufgetaucht, die nach Aussagen von Anwohner*innen zum sogenannten „Sinaloa-Clan“ gehören. Damals erschossen sie drei Menschen und forderten hohe Summen Geld von „bekannten Persönlichkeiten der Gesellschaft“. Es wird vermutet, dass sie mit dem Geld ihre paramilitärische Gruppe ausbauen wollen. Betroffen von den Auseinandersetzungen sind über 4.500 Quadratkilometer, in denen sich 184 Siedlungen und vier indigene Schutzgebiete befinden.

Yordan Tovar war zudem Mitglied der sozialen Bewegung Marcha Patriótica. Seit Amtsantritt der Regierung Duque im August 2018 wurden bereits 44 Mitglieder der Marcha Patriótica ermordet, seit 2011 waren es über 200. In diesem Jahr sind in Kolumbien bereits 21 Aktivist*innen ermordet worden, das ist mehr als ein Mensch pro Tag.

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