Polizei in Kolumbien geht hart gegen Studierende vor

Esmad
Die Polizei reagiert hart auf die Proteste der Studierenden für eine Erhöhung des Bildungsetats. Quelle: @JUANCAELBROKY/Twitter

(Bogotá, 12. November 2018, amerika21).- Bei anhaltenden Studierendenprotesten, die sich gegen das Budget für die höhere öffentliche Bildung für das Jahr 2019 und gegen das von der Regierung Iván Duque geplante Finanzierungsgesetz richten, ist es zu Festnahmen und Verletzten gekommen, mehrere Studenten gelten als vermisst. Nach Informationen einer Menschenrechtsorganisation und Berichten verschiedener Medien kam es in mehreren Orten zu Übergriffen der Polizei, insbesondere in Bogotá, Bucaramanga, Cali, Medellín und Popayán. Die Spezialeinheit zur Aufstandsbekämpfung (Esmad) soll mit brutaler Härte gegen die Studierenden vorgegangen sein. Dabei wurden Dutzende Personen verletzt, auch auf Seiten der Polizei hab es Verletzte.

Im Norden von Bogotá verschwanden drei Studenten der Nationaluniversität nach Auseinandersetzungen mit der Polizei. In Popayan ereigneten sich ebenfalls schwere Auseinandersetzungen. Der Journalist Luis Fernando Castillo Narváez von Colombia Informa wurde bei seiner Arbeit durch die Polizei nicht nur behindert, sondern in einem Lager der Studierenden, das diese auf einem öffentlichen Platz in Popayan errichtet hatten, tätlich angegriffen. In Bucaramanga schüchterte die Armee die Protestierenden ein, indem Soldaten mit ihren Gewehren in die Luft feuerten.

Präsident Duque plant indes keine weitere Erhöhung des Bildungsetats, wie es bei den andauernden Protesten gefordert wird. Er hofft aber weiterhin auf ein Einlenken der Student*innen und der Bewegungen, die den Protest organisieren und auf ihre Rückkehr an den Verhandlungstisch. Gleichzeitig erklärte er einmal mehr, dass es keine weitere Erhöhung des Etats geben werde.

Für die Regierung scheinen die Proteste der Studierenden nicht oberste Priorität zu haben: So hat sich Duque in den vergangenen 30 Tagen mit den populären Sängern Maluma und Carlos Vives getroffen ‒ mit den Studierenden aber noch nicht.

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