Nach 731 Tagen Haft

Bild: lanzas y letras

(Bogotá, 6. Juni 2020, lanzas y letras).- Brief von Julián Gil aus dem Gefängis. Der Sozialaktivist ist Mitglied des Congreso de los Pueblos, einem landesweiten Zusammenschluss linker emanzipatorischer Bewegungen. 2018 wurde er unter dem Vorwurf verhaftet, der ELN-Guerilla anzugehören. Er wartet seitdem auf seinen Prozess.

Julián, der Genosse, Julián, der Freund, Julián, der Kämpfer, Julián, der soziale Anführer, Julián, der warmherzige Mensch, für den der kolumbianische Staat keinen besseren Weg findet, um ihn zum Schweigen zu bringen, als ihm seine Freiheit zu nehmen. Nach 731 Tagen Haft ist Julián felsenfest davon überzeugt, dass die Vollzugsbeamten seinen Willen nicht werden brechen können. Wir dokumentieren hier, in seinen eigenen Worten, eine Geschichte von unanfechtbarer Würde.

Unser Triumph, unser Sieg ist die Hoffnung, zusammen stark zu sein…

Es ist mehr als zwei Jahre her, seit ich Manolo und Juan das letzte Mal umarmt habe, seit ich mit meinem Vater zu Mittag gegessen und mit meinen Brüdern gemeinsam gelacht habe, seit ich mit meinen Genossen und Freunden gesprochen und sie umarmt habe. Wenige Tage vor meiner Gefangennahme konnte ich die eindringlichen Stimmen von Bauern, Gewerkschafts- und indigenen Führern hören, die sich gegen neoliberale Projekte und die Zerstörung der Mutter Erde und des soziale Gefüges wehren und nicht zögern, sich zu organisieren und ihre Territorien zu verteidigen. Wir hatten uns dort getroffen, wo [der Gewerkschaftsführer] Manuel Gustavo Chacón gekämpft hatte, wo die Frauenorganisationen ihren Kampf nie aufgeben, obwohl die Zeiten schwierig sind, und wo die jungen Menschen nicht müde werden, von einer anderen Welt zu träumen: Hier traf sich die Cumbre Agraria, Campesina, Étnica y Popular [Treffen sozialer Basisorganisationen], um über Umweltschutz, Bergbau und Energie zu diskutieren. Zur gleichen Zeit fand in Bogotá im Viertel José Antonio Galán im Stadtteil Bosa der selbstorganisierte Vorbereitungskurs “Vamos pa’la U Pública” [„Auf an die öffentliche Uni“] statt, in dem sich mehrere junge Leute für die Aufnahmeprüfung an der Uni vorbereiteten. Mein Beitrag war es, kritische Lektüre zu unterrichten. Mit einem Megafon, das wir an ein Motorrad gebunden hatten, fuhren wir durch die Straßen, um die jungen Leute einzuladen, am Kurs teilzunehmen. Außerdem versuchten wir, Mittel zu sammeln, um einen gemeinsamen Traum zu verwirklichen: ein Sozialzentrum, das zugleich fester Sitz für den Congreso de los Pueblos werden sollte. Wir bauten Salat, Koriander und Gartenraute im Vorgarten an, und bis zu diesem letzten Tag aßen wir gemeinsam zu Mittag und analysierten die tragikomischen Ereignisse des Landes.

Permanente Überwachung

Die Beschattung und Verfolgung von Mitgliedern der Basisorganisationen hatten sich im ganzen Land verschärft. Vom Fenster unseres Sozialzentrums sahen wir täglich Autos und Motorräder vorbeifahren, die uns überwachten, und zivile Agenten, die die Leute beim Betreten und Verlassen des Zentrums filmten.  Doch das hat uns nicht weiter beeindruckt. Ohne irgendeinen Verdacht teilten wir den Ort mit einigen Obdachlosen, die ebenfalls auf uns angesetzt waren und Fotos von uns machten, wie wir den Vorgarten bewässerten oder uns abends unterhielten. Die Polizei stattete unseren Wohnorten Besuche ab unter dem Vorwand, es habe Anrufe aus der Nachbarschaft wegen häuslicher Gewalt gegeben. Wenn wir telefonierten, wussten wir, dass wir nicht nur den Anrufer grüßen mussten, sondern auch den Geheimdienstoffizier, der alles mithörte und dabei saß, wenn wir uns im Don Quijote oder am Tejo-Platz von Jorge auf ein Bier trafen, und der uns durchsuchte, unsere Papiere kontrollierte oder fragte, warum wir auf den Bus warteten oder wie spät es war. Kurz gesagt: Die alltäglichsten Situationen wurden zum Gegenstand einer grotesken politischen Verfolgung.

Momentane Wut und historische Wut

In den ersten Tagen, die ich in der Zelle auf der Polizeistation von Facatativá verbrachte, war mir das Ausmaß des Geschehens noch nicht klar, aber ich hasste abgrundtief die Dunkelheit dieses Ortes, den kalten Boden, auf dem ich schlafen musste, und dass uns die Polizei wie Kriminelle behandelte. Das alles hasste ich umso mehr, wenn ich die Stimmen meiner Schwester, meiner Mutter oder einer Genossin hörte, die uns Essen, Nachrichten von Freunden oder ein kleines Buch brachten, damit wir uns die Zeit vertreiben konnten. Ich versuchte, meine Verzweiflung zu überspielen, indem ich über die fehlende Sauberkeit scherzte – ein Besen, Seife und ein bißchen Chlor sei eigentlich alles, was man hier drin bräuchte. Mein Humor sollte durch die Gitterstäbe der drei Türen, die uns trennten, hindurchschlüpfen, damit sie wüssten, dass diese schlimme Zeit  irgendwann ein Ende finden würde. An den Nachmittagen versuchte ich, meine Wut unter Kontrolle zu bekommen, indem ich – wie jemand, der einem wilden Hund einen Knochen zuwirft – „Erinnerung an das Feuer” von Eduardo Galeano las, das in meiner Zelle gelandet war. Im Kapitel „Fliegen“ schreibt er: „Der Baum des Lebens weiß, dass die feurige Musik, die um ihn herum gespielt wird, niemals aufhören wird, was auch immer geschieht. Egal, wie viele Tote es geben wird, egal, wie viel Blut fließt, die Musik wird Männer und Frauen tanzen lassen, während sie von der Luft geatmet und von der Erde gepflügt und geliebt werden“. Galeano besänftigte unsere momentane Wut und verwob sie mit historischer Wut, und nach zwei Nächten oder zwei Zeitabschnitten ohne Licht schafften wir es, uns mit den Insassen der benachbarten Zelle zu verständigen, die aus anderen Gründen einsaßen, aber genauso unter der Verachtung der selbsternannten Verteidiger von Recht und Ordnung litten.

Der Wahlsieg Ivan Duques, ein Verhängnis für alle

Am ersten Sonntag ohne Sonnenschein wurde die zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen entschieden, und mit großer Neugier versuchten einige der Entführer, von mir zu erfahren, was ich von der Auseinandersetzung an der Wahlurne hielt – und ob, falls [der linke Präsidentschaftskandidat Gustavo] Petro gewinnen sollte, die Guerilla an die Regierung kommen würde. Mit einem Lächeln angesichts der „Neugier“ des Vollzugsbeamten dachte ich daran, dass ich vor ein paar Tagen das erste Mal meinen Personalausweis benutzt hatte, um ihn im Wahllokal vorzuzeigen, und das nur, weil meine Eltern mich gedrängt hatten, einen Spaziergang durch das Viertel zu machen, in dem sie in den ersten Jahren nach ihrer Ankunft in Bogotá gelebt hatten. Ich antwortete dem Beamten, das Verhängnisvollste für alle im Land wäre, wenn die Marionette mit den grau gefärbten Haaren gewinnen würde [der 2018 erst 42 Jahre alte, heutige Präsident Iván Duque, der als Kandidat von Ex-Präsident Álvaro Uribe gilt, soll sich im Wahlkampf die Haare gefärbt haben, um älter und erfahrener zu wirken]. Diese naheliegende Antwort warf die nächste Frage auf: Und für Sie, wer hat in den vergangenen 20 Jahren durch die Regierung der Paramilitärs gewonnen? Die Blicke kreuzten sich in dem Wissen, jemand anderes vor sich zu haben und das Schweigen beendete das Gespräch.

Machtdemonstrationen haben Tradition

Um zu zeigen, wer hier die Macht über den Lichtschalter und die Schlüssel hatte, schalteten die Beamten der Polizeistation das Licht aus, damit wir nicht lesen konnten, und weigerten sich, die Zellentür zu öffnen, damit wir morgens ins Bad konnten. In ihren Worten klang der durch jahrzehntelange politische Gewalt destillierte Hass, als führten sie das Vermächtnis der Chulavitas [rechte Todesschwadronen der Konservativen Partei Mitte des 20. Jahrhunderts] weiter, als ob ihnen Uniform und Gummiknüppel genügend Autorität verliehen, um darüber zu urteilen und zu strafen, dass das Studium an einer öffentlichen Universität oder die Teilnahme an einem sozialen Prozess hinreichende Gründe waren, um der Mitgliedschaft in der Guerilla beschuldigt zu werden und sich somit eines Ausdrucks von Unzufriedenheit im Land schuldig zu machen.
Nach zehn Tagen wurden wir in das Gefängnis „El Modelo” gebracht, aber wegen Überfüllung verhinderten einige Gefängniswärter-Gewerkschaften die Verlegung neuer Häftlinge, so dass wir wieder nach Facatativá zurückkehren mussten. Ich hoffte, an einer der Wände einen Brief mit einer Sonne zu finden, die Manolo gezeichnet hatte und den ich fahrlässigerweise zurückgelassen hatte. Doch die Worte von Hasbleidi, unserer Beinahe-Zellengenossin, katapultieren uns in die feindliche Realität zurück. Die Bullen hatten die Blätter eingesammelt, die wir hatten herumliegen lassen, und dabei gesagt: Diese Guerillabastarde glauben wohl nicht, dass sie für lange Zeit im Gefängnis einsitzen werden, aber dort werden sie schon noch erfahren, wie die Dinge laufen.

Schutzmaßnahmen erfordern Zusammenschluss

Als wir in die Haftanstalt „La Picota” gebracht wurden, war ich voller Panik. Das steigerte sich noch, als wir in den Kerkern, besser bekannt als Zellen für Neuankömmlinge, einen Tag und eine Nacht mit mehr als sechzig Personen eingepfercht wurden. Es gab eine Pyramide von Schaumstoffmatten, die neu die Farbe rosa haben, hier aber zu verschiedenen Kombinationen aus braun, grün und schwarz übergingen, und das Schlimme war, dass man darauf schlafen sollte. Die Augen all derer, deren Blicke sich kreuzten, suchten nach möglichen Mitstreitern oder Anzeichen größerer Gefahr. Angst und Furcht konnte man in verschiedenen Schattierungen wahrnehmen.  Nach einigen Minuten schlossen wir uns mit vier anderen zusammen, die auch eine Decke oder ein Buch, das sie schützen wollten, in der Hand hielten, und zogen uns in eine Ecke der rechteckigen Zelle zurück. Zugegebenermaßen nicht der strategisch bestgewählte Ort, denn nun lagen wir unmittelbar neben der „Toilette“, die Stunde um Stunde immer voller wurde und sogar das Atmen irgendwann unmöglich machte. Instinktiv begannen wir, stundenweise zu schlafen, so dass immer jemand wach lag und auf seltsame Bewegungen achtete. Die Nacht war lang und vom Kreischen der Ratten begleitet, die die Konservendosen auf der Suche nach den Essensresten in den Kartons im Blick hatten, die uns beim Eingang in die Zelle übergegeben worden waren. Viele von uns hatten nur sehr vorsichtig davon gegessen, weil wir dem Hähnchen mit roten Blutspuren, den schmutzigen Kartoffeln und den wenigen Reiskörnern misstrauten.

Das ganze Gefängnis gleicht einem Kerker

Am nächsten Tag, als es schon wieder dunkel wurde, wies man uns einen Trakt zu. Etwas ängstlich und mit dem Gedanken, dass das ganze Gefängnis einem Kerker gleicht, nahm ich die mir zugewiesene, mit einem blauen Laken bespannte Matratze, das Geschirr und eine braune Decke und folgte dem Wächter, der mir zeigen sollte, wie ich zu dem Trakt gelangte. Ich ging etwa acht Stockwerke hinauf, mehr als sechshundert Stufen, bis ich ein verschlossenes Gitter fand, von dem aus ich das erste Mal wieder die Berge voller Lichter sehen konnte, wie eine Krippe. Einige Zeit später erfuhr ich, dass es sich um das Viertel Molinos handelte, in dem meine Tante Luz und meine Cousins Diana und Jhon als Kinder gelebt hatten. Ich war manchmal bei ihnen zu Besuch gewesen. Einige Monate zuvor hatten wir dort eine Gedenkfeier für unseren Genossen Carlitos Pedraza [2015 von Unbekannten in Bogotá ermordeter Sozialaktivist] abgehalten. Auf der anderen Seite sah ich die Gefängnismauern, die aussahen wie in einem dieser Gringo-Filme, mit Sicherheitsschlössern und Videokameras, und im Hintergrund eine Wand, auf die die Nummern 11 und 14 gemalt waren. Nach einigen Minuten, in denen ich nicht wusste, was ich tun sollte, erschien ein Wachmann mit einer Gauner-Visage, die schlimmer aussah als alle Gesichter der Eingepferchten, die die schlaflose Nacht mit mir verbracht hatten. Als erfahrener „Einbuchter” hoffte er, seine ersten Schmiergelder zu kassieren, um mich in einer Zelle unterzubringen, in der ich nicht Gefahr laufen würde, meine Decke, mein Buch und das Geschirr zu verlieren.

Die Welt bleibt nicht stehen, und man lernt jeden Tag dazu

Die Tage vergingen, und inmitten vieler Turbulenzen begann die Zuversicht meiner Familie, der Genoss*innen und einiger solidarischer Gefangener, meine Sorgen zu zerstreuen, und ich begann, die neue Situation zu verstehen, die sich mir eröffnete. Jeder Besuch, jeder Anruf, jeder Brief und jeder Gruß gaben mir die notwendige Kraft, um mich der Herausforderung zu stellen. Die Welt bleibt nicht stehen, und man lernt jeden Tag dazu. Im Laufe der Monate begann ich, nun mit einem größeren Abstand zu den Ereignissen über meine politische Beteiligung an gesellschaftlichen Prozessen, den Verlauf meines persönlichen Lebens und die Zukunft der Projekte, die auf Transformation und gesellschaftlichen Wandel abzielen, nachzudenken und die verschiedenen Entwicklungen auszuwerten. Der Wunsch, nicht aufzugeben und weiter zu kämpfen, blieb uns erhalten. Vom Organisationsprozess im Viertel motiviert, richteten wir drei Bibliotheken ein: Eine im Trakt 11, wo ich die ersten zwei Monate verbrachte, eine weitere im Trakt 12, wo ich derzeit bin, und eine in Trakt 16, wo auch politisch Verfolgte, Studenten der Universidad Nacional, einsitzen.

Solidarität von außen

Erschüttert von der schwierigen Situation der vielen Gefangenen, die vom Staat und ihren Familien allein gelassen werden, starteten einige Freund*innen aus der Pfarrgemeinde Bosa und aus dem Umfeld der sozialen Organisationen eine Sammelaktion für Hygieneartikel. Am Ende der Gottesdienste riefen sie zur Solidarität auf und tauschten Bücher gegen Seife und Toilettenpapier. Unter Beibehaltung seines Gründungsgedankens hat das Komitee der Solidarität mit den politischen Gefangenen seine pädagogische Unterstützung und seinen Rechtsbeistand mit einem Kurs über Grundrechte von Personen im Freiheitsentzug verstärkt. Später wurde mit Unterstützung einiger Professoren der Universidad Nacional und der Universidad Pedagógica, der Stiftung Pasos und des Rechtsteams Equipo Jurídico Pueblos  der Kurs für Gefängnis- und Strafvollzugsrechte eingerichtet. Diese Erfahrungen geben die notwendige Kraft, um der jüngsten Verschärfung der Widersprüche zu begegnen. Denn durch die Quarantäne sind die Tage länger geworden, und das Zählen der Zeit von einem Besuch zum nächsten gestaltet sich anders, da jetzt, wie viele hier sagen, jeder Tag Montag oder Sonntag ist. Wir mussten also lernen, damit umzugehen, dass wir die Menschen, die wir lieben, nicht sehen oder umarmen können. Was aber von dieser Situation bleiben wird, ist die Tatsache, dass die Tragödie, die Tausende von uns weltweit erleben, ins öffentliche Bewusstsein gerückt ist. Dass die derzeitigen Praktiken und Institutionen einen Angriff auf die Würde und das Leben an sich darstellen und dringend transformiert werden müssen, wird mittlerweile von vielen Menschen wahrgenommen.

Erst im täglichen Kampf für Veränderung bekommt das Leben einen Sinn

In den vergangenen zwei Jahren haben wir aus verschiedenen Blickwinkeln gesehen, wie die Gewalt gegen die sozialen Bewegungen zugenommen hat. Soziale Anführer werden inhaftiert und ermordet, Medien übernehmen die Funktion des Strafgerichts. Innerhalb des antidemokratischen Zyklus, den wir derzeit durchlaufen, dringen politische Vorschläge, die für eine Veränderung im Land bzw. in der Politik eintreten, nicht durch. So verändert uns die Zeit, und sie lehrt uns, dass das Leben erst im täglichen Kampf einen Sinn bekommt und dass es an uns liegt, die Welt zu verändern, nicht aufzuhören zu träumen und das Leben zu lieben. Von all dieser Zeit kann ich mit völliger Offenheit sagen: Ich liebe die kühnen Worte, die für den Wandel eintreten, und die kühnen Menschen, die nicht aufhören, diese Worte auszusprechen und dabei Entfernungen zwischen Kontinenten überwinden, Mauern und Zäune durchbrechen und vor allem an neuen Realitäten und Möglichkeiten schmieden. Da ist meine Mutter, die Masken für die Gefangenen näht und der kleinen Nähmaschine Schläge versetzt, damit sich der Faden nicht verheddert. Und mein Vater, der mit einer Hand den  Stoff der Masken zurechtschneidet. Sie werden nicht müde, mir das Kämpfen beizubringen. Da sind die beharrlichen Kämpferinnen Aleja, Blan, Angie, Blanquita, Laura, Joha, Cristina, Jennifer, Gloria und viele andere, die Netzwerke der Zuneigung, des Widerstands und der Utopie weben; die solidarischen Nachbar*innen und lebenslangen Freund*innen, die ihr Leben der Arbeit, der Sorge um die Familie und der Liebe zum Unmöglichen widmen und Konstellationen möglicher neuer Welten entwerfen. Ich lerne, dass Widerstand nur entstehen kann, wenn wir zuerst die Grundlage der Einheit weben – so wie wir uns gegenseitig bei Kälte schützen und einander in den Tagen der Gefangenschaft beistehen.

Für die Verteidigung der Freude und der Hoffnung

An meinem 731. Tag der physischen Distanz teile ich mit meinen Brüdern und Schwestern, meinen Verwandten und Genoss*innen diese Zeilen über das Erlernte und die lebenswichtigen Herausforderungen, um weiterzumachen. Nicht aber ohne vorher zu sagen, dass wir keinen einzigen Tag verstreichen lassen können, ohne das Schiffchen durch das Gewebe der Hoffnungen auf Veränderung des Blocks, des Viertels, des Dorfes, der Schule, der Universität, des Arbeitsplatzes, der Familie zu schießen. Der Hoffnung, den Wind zu ändern, der immer neue Wellen der Vertreibung bringt.

Immer vorwärts, für die Verteidigung der Freude und der Hoffnung!
Wir sehen uns im Viertel, auf dem Dorf und an der Universität!
Sozialer Aktivismus ist kein Verbrechen!

Übersetzung: David Graaff

 

CC BY-SA 4.0 Nach 731 Tagen Haft von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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