MSICG: Über 40 Ermordete in drei Jahren

(Buenos Aires, 26. Februar 2010, púlsar).- Die Gewerkschafts-, Indígena- und Kleinbauernbewegung Guatemalas MSICG (El Movimiento Sindical, Indígena y Campesino Guatemalteco) veröffentlichte im Februar 2010 den Bericht „Guatemala: El costo de la libertad sindical“. Demnach wurden seit Januar 2007 bis heute 43 Gewerkschaftler*innen und Anführer*innen von Bauernorganisationen Opfer gezielter Mordanschläge. Verantwortlich für die Morde seien Paramilitärs, die dem Staat und Firmen nahestehen.

Die MSICG selbst hat als landesweite Organisation die größte Anzahl an Mordopfern in jener Zeitspanne zu beklagen. Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass sich die Menschenrechtssituation in Guatemala seit der Amtseinsetzung des Präsidenten Àlvaro Coloms im Januar 2008 verschlechtert habe. Allein in jenem Jahr lag die Zahl der Morde an Anführer*innen sozialer Organisationen bei 16, im Jahr 2006 gab es hingegen nur einen solchen Mordfall.

In diesem Jahr gab es bereits drei Mordopfer. Octavio Roblero wurde am 17. Februar dieses Jahres im Department San Marcos getötet. Der Aktivist war Mitglied des Netzwerkes FRENA (Frente de Resistencia en Defensa de los Recursos Naturales de Malacatán), das sich für Nachhaltigkeit und die Rechte von Verbraucher*innen einsetzt.

Dem Bericht zufolge ereigneten sich 98 Prozent der Morde kurz nach einem Konflikt um Arbeitsbedingungen oder der Verteidigung von Ressourcen. In der Mehrzahl der Fälle gingen den Morden Einschüchterungen voraus. Der Bericht schließt mit der Annahme, dass es „schlüssige Hinweise und in einigen Fällen die feste Überzeugung gibt, dass mindestens 23 Prozent der Mordfälle unter Beteiligung staatlicher Sicherheitskräfte durch direkte Anordnung der Exekutive oder der Gemeinde verwickelt waren”.

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