Fast 18.000 gewaltsame Tode in drei Regierungsjahren von Pérez Molina

(Guatemala-Stadt, 09. Januar 2015, cerigua).- Als die Gruppe zur gegenseitigen Unterstützung GAM (Grupo de Apoyo Mutuo) ihren Jahresbericht 2014 zum Thema Menschenrechte vorstellte, fiel eines besonders auf: In den drei Regierungsjahren von Präsident Otto Pérez Molina sind 17.890 Menschen einem gewaltsamen Tod zum Opfer gefallen.

Die Untersuchung stellte dar, dass in der Amtszeit von Pérez Molina durchschnittlich 497 Tote im Monat zu beklagen waren; das entspricht einer Zahl von 17 Toten täglich. Diese Information können auch die mit der Sicherheit betrauten Beamt*innen nicht in Frage stellen – die von ihnen anvisierten Ergebnisse haben sich nicht eingestellt.

Zudem fällt auf, dass, auch wenn eine Verringerung von 3,28 Prozent der gewaltsamen Tode im Verhältnis zum Vorjahr zu verzeichnen ist, die Zahl der Morde bei Frauen anstieg, was deren hohe Gefährdung in Guatemala unterstreicht.

Die Entwicklung der gewaltsamen Tode in den letzten drei Jahren der Regierungsführung war gleichmäßig, in jedem Jahr ging die Gewalt in den gleichen Monate zurück oder stieg in den gleichen Monaten an. Daher kann man den Behörden nur raten, diese Daten zu berücksichtigen, um die Verbrechen insbesondere in diesen Monaten zu bekämpfen.

Die GAM unterstreicht, dass Frauen ständige Opfer von Attacken verschiedenster Art wurden, und dass während der vergangenen Jahre die Anzahl der weiblichen Todesfälle angestiegen ist. Diese Statistiken wurden bereits verschiedenen Regierungen vorgelegt, ohne dass eine von ihnen die Gewalt gegen diese Bevölkerungsgruppe eindämmen konnte.

Was die Gegenden betrifft, in denen die Gewaltbereitschaft am größten ist, so kann man dem Bericht entnehmen, dass die Zone 18 im Nordosten von Guatemala City mit 97 Gewalttaten an erster Stelle steht – trotz der neuen, von der Regierung unternommenen Anstrengungen, wie der Schaffung der Streitkräfte ‚Fuerza de Tarea Maya‘. An zweiter Stelle steht die neben der Zone 18 liegende Zone 6 mit 61 Opfern, gefolgt von Zone 1 mit 56 Todesfällen.

Laut GMA stellen Händler*innen mit 139 Todesfällen die Berufsgruppe, bei die Gefahr, Opfer von Gewaltverbrechen zu werden, am höchsten ist. An zweiter Stelle stehen Bauern und Bäuerinnen mit 101 Opfern und an dritter Stelle die Landwirte mit 86 Todesfällen.

Der Bericht der GAM schließt mit verschiedenen Erwähnungen, die von der Organisation positiv bewertet werden, so zum Beispiel der Einrichtung von Überwachungskameras in der drittgrößten Stadt Guatemalas, Escuintla, und anderen strategischen Gemeinden. Der Ausbau der zivilen Nationalpolizei PNC (Policía Nacional Civil) müsse fortgeführt und die Reform der Polizei weiterverfolgt werden; die Schaffung der Streitkräfte ‚Fuerzas de Tarea‘ hätte in den ersten Monaten positive Erfolge gezeigt, speziell betreffe dies die Gruppe, die Entführungen bekämpfe. Sie wurde von der GAM als am besten qualifiziert eingestuft.

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