
(Quito, 28. September 2026, prensa latina).- Seit Beginn der in vier Provinzen geltenden Ausgangssperre am 17. September wurden in Ecuador 8,1 Tonnen Drogen beschlagnahmt und 2.416 Personen festgenommen, informierte das Innenministerium am 28. September 2026.
In dem Zeitraum vom 17. September 2026, als die nächtliche Ausgangssperre in Kraft trat, bis zum Morgen des 28. September 2026 führten die Sicherheitskräfte 129 Einsätze sowie 29 Hausdurchsuchungen durch. Die Maßnahmen sollen sich gegen neun Strukturen gerichtet haben, die in Verbindung mit krimineller Logistik standen.
Neben den festgenommenen Personen meldeten die Behörden außerdem, 1.200 Fahrzeuge, 800 Motorräder und zwei Boote beschlagnahmt oder sichergestellt zu haben. Hinzu kamen 422 Stich- und Schusswaffen, 12.438 Schuss Munition, 32 Sprengkörper und 39.200 US-Dollar Bargeld.
Über 600 Festnahmen wegen Verstoßes gegen die Ausgangssperre
Insgesamt 677 der inhaftierten Personen wurde vorgeworfen, gegen die Ausgangssperre verstoßen zu haben. Die übrigen 1.749 wurden mit Erpressung, organisiertem Verbrechen und Waffenbesitz oder -mitführung in Verdacht gebracht.
Dem Ministerium zufolge befinden sich unter den Festgenommenen auch drei Personen, die auf der Liste der meistgesuchten Personen Ecuadors stehen.
Die Ausgangssperre trat am 17. September 2026 in den Provinzen Guayas, Los Ríos, Manabí und El Oro in Kraft. Diese vier Provinzen zählen zu den gewalttätigsten des Landes.
Mordrate bleibt trotz Ausnahmezustand hoch
Die Maßnahme sollte bis zum 30. September 2026 andauern. Eine eventuelle Verlängerung würde von der Regierung geprüft, so Innenministerin Nataly Morillo. In einem Interview mit lokalen Medien erklärte sie, dass die eingeschränkte Bewegungsfreiheit mit einer fallenden Mordrate einherginge und forderte eine größere Beteiligung der kommunalen Regierungen an den Sicherheitsmaßnahmen.
Die Regierung hatte einen Ausnahmezustand von 60 Tagen in acht Provinzen gleichzeitig ausgerufen: Zusätzlich zu den vier genannten, in denen eine Ausgangssperre galt, kamen noch Esmeraldas, Santa Elena, Santo Domingo de los Tsáchilas und Pichincha. In letztgenannter Provinz liegt auch die Hauptstadt Quito. In diesen Gebieten waren Rechte wie die Unverletzlichkeit der Wohnung und des Briefes vorübergehend eingeschränkt, um die Einsätze der Sicherheitskräfte zu erleichtern. Ecuador befindet sich seit Januar 2026 in einem von Präsident Daniel Noboa ausgerufenen „bewaffneten internen Konflikt“, um gegen kriminelle Organisationen vorzugehen, die von der Regierung als terroristische Gruppen eingestuft werden.
Trotz der außerordentlichen Maßnahmen, die in den letzten Jahren ergriffen wurden, gab es in Ecuador laut offiziellen Angaben zwischen Januar und August 2026 insgesamt 5.676 Mordopfer.
Übersetzung: Heike Ermert
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