
Joseolgon via wikimedia
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(Buenos Aires, 7. Mai 2026, Abuelas.org).- Mit Bedauern geben wir bekannt, dass der Völkermörder Eduardo Ruffo das Gefängnis auf Bewährung verlassen darf. Ruffo war an den Verbrechen im geheimen Gefangenenlager „Automotores Orletti“ beteiligt und wegen Menschenrechtsverbrechen, Folterung von Gefangenen und der Entführung von Carla Rutila Artés sowie der Geschwister Victoria und Julien Grisonas zu lebenslanger Haft verurteilt worden.
Bis zuletzt kein Anzeichen von Reue
Die „Abuelas de Plaza de Mayo“sind über seine Freilassung insbesondere deshalb bestürzt, weil Ruffo niemals auch nur die geringste Reue bezüglich seiner Taten gezeigt und keinerlei Informationen über das Schicksal der Menschen preisgegeben hat, die er entführt, versteckt, gefoltert und verschwinden ließ. Er zeigte keinerlei Bedauern, Carla entführt zu haben und tat nichts, um den Verbleib der Enkel und Enkelinnen aufzuklären, die mit Hilfe des von ihm kontrollierten Unterdrückungsapparats entführt wurden, wie Mariana Zaffaroni Islas, Macarena Gelman und Simón Gatti Mendez, die dank unseres Kampfs und der Unterstützung der Gesellschaft wiedergefunden werden konnten. Carla hat 1985 ihre Identität wiedererlangt und zog danach zu ihrer Großmutter Matilde „Sacha“ Artes ins Exil. Leider war es ihr nicht vergönnt, ihre drei Kinder großzuziehen oder ihre Enkelkinder aufwachsen zu sehen. Sie starb 2017 an einem heftigen Krebsleiden. Carla zögerte jahrelang, nach Argentinien zurückzukehren, aus Angst, ihrem Entführer auf der Straße zu begegnen. Erst 2010 ging sie zum ersten Mal ins Land zurück, um gegen Ruffo auszusagen, als der Fall „Automotores Orletti“ vor Gericht verhandelt wurde. In der zu einem Foltergefängnis umgewandelten Autowerkstatt wurde sie zusammen mit ihrer Mutter festgehalten, bis sie von Ruffo entführt wurde. Über das Schicksal ihrer Mutter ist bis heute nichts bekannt.
Hohes Strafmaß in mehreren Prozessen
Im Prozess um die Entführung hatte Ruffo nur zehn Jahre bekommen, weshalb er bald wieder auf freiem Fuß war. Doch mit der Wiederaufnahme der Verfahren wurde er erneut festgenommen, und diesmal lautete die Anklage Verbrechen gegen die Menschheit. 2011 wurde Ruffo wegen Entführungen und Folter zu 25 Jahren Haft verurteilt, woraufhin Carla beschloss, mit ihrer Familie wieder nach Argentinien zurückzukehren. Im Jahr 2014 bekam Ruff nochmal vierzehn Jahre wegen seiner Beteiligung an systematischer Kindesentführung, und schließlich verurteilte ihn das Bundesgericht im „Orletti V“ Prozess 2020 zu lebenslanger Haft. Seit 2021 hatte Ruffo Anträge auf Bewährung gestellt, doch seine Erfolgsaussichten waren stets gering, da er in den persönlichen Gesprächen zur Feststellung der Bewährungsfähigkeit weiterhin seine Taten rechtfertigte und hinsichtlich der Entführung von Carla regelrecht damit prahlte, ihr „das Leben gerettet“ zu haben. Dass das Opfer gegen ihn aussagte, nachdem er sie „zehn Jahre lang unter seiner Obhut“ gehabt habe, bezeichnete er als außerordentlich undankbar.Carla selbst erklärte im Prozess, sie sei in den zehn Jahren bei Ruffo misshandelt und missbraucht worden.
Bewährung wegen guter Führung
Die Staatsanwaltschaft und die Klagevertretung hatten immer wieder gefordert, der Würde der Opfer und dem Andenken an Carla Rechnung zu tragen und Ruffos Antrag abzulehnen. Da er jedoch zwei Drittel seiner Strafe verbüßt hatte und bereits seit fünf Jahren unter Hausarrest stand, gab das Bundesgericht unter dem Vorsitz von Richter José Michilini dem Antrag auf Bewährung statt. Die Richter beriefen sich auf sein vorbildliches Verhalten während der Jahre im Hausarrest und erklärtem, Ruffo sei bereit für die „Wiedereingliederung in die Gesellschaft“. Eigentlich kaum zu fassen, wenn man bedenkt, dass jemand, der nie echte Reue für die von ihm begangenen Verbrechen gegen die Menschheit gezeigt und auch keinen Fingergekrümmt hat, um bei der Aufklärung weiterer Verbrechen zu helfen, an denen er nachweislich beteiligt war, nun bereit sein soll für die soziale Wiedereingliederung.
Wie schon im Fall Ruffo werden wir weiterhin für Gerechtigkeit im Zusammenhang mit sämtlichen durch den Staatsterrorismus begangenen Verbrechen kämpfen und fordern, dass alle Haftstrafen für Verbrechen gegen die Menschheit in vollem Umfang in konventionellen Gefängnissen verbüßt werden.
Folterer und Kindesentführer Eduardo Ruffo auf Bewährung freigelassen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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