Die Mörder des Anwalts Rosenberg unterhielten Kontakte zu Polizei und Geheimdienst

(Guatemala-Stadt, 24. Mai 2010, cerigua).- Neuere Untersuchungen der Staatsanwaltschaft ergaben, dass mehr als 20 Telefonnummern, die man in Mobiltelefonen der Mörder des im vergangenen Jahres ermordeten Anwalts Rodrigo Rosenberg fand, Agenten der Nationalen Polizei Guatemalas PNC (Policía Nacional Civil) zuzuordnen seien.

Laut einem Bericht der Tageszeitung Prensa Libre befanden sich in den sichergestellten Handys der mutmaßlichen Tätergruppe außerdem noch Videos, die Aufschluss über das Agieren der Gruppe geben sowie Anleitungen zur Handhabung von Waffen zeigen. Jedem der in den Fall Verwickelten habe man außerdem mehr als 500 Telefonkontakte nachgewiesen, wobei Namen von Agent*innen, Polizeikommissar*innen und Ermittler*innen unterschiedlicher Einheiten der Polizei zu Tage kamen.

Alle aufgeführten Telefonnummern sind ab sofort Teil der von der Internationalen Kommission gegen Straflosigkeit in Guatemala CICIG (Comisión Internacional contra la Impunidad en Guatemala) durchgeführten Untersuchung. Es soll herausgefunden werden, wer die Kommissar*innen und Agent*innen sind, die Kontakte zu den Auftragsmördern unterhielten. Demnach seien Mitarbeiter*innen des Innenministeriums, der Kriminalpolizei DINC (División de Investigación Criminal) sowie der Anti-Drogen-Abteilung DAIA (División de Análisis e Información Antinarcótica) in den Fall verwickelt.

Es wird angenommen, dass die Täter völlig straffrei Entführungen und Morde begehen sowie Drogen, Geld und Waffen rauben konnten. Außerdem ergab die Auswertung der Anrufe, dass die Bande vorwiegend in Guatemala Stadt und im etwa 45 Kilometer südwestlich der Hauptstadt gelegenen Escuintla operierte.

Nach der Analyse von mehr als 100.000 Anrufen und Textnachrichten habe sich der der Verdacht erhärtet, dass die Kontakte der Gruppe bis in die Nachbarländer El Salvador und Nicaragua reichten und die Anrufe hauptsächlich von Einkaufszentren und Plätzen in der Hauptstadt, der Altstadt, Villa Nueva und Escuintla getätigt wurden.

Die Gruppe der Verbrecher soll aus zwei Ex-Polizisten, zwei aktiven Geheimagenten, einem ehemaligen Mitarbeiter des Militärs und vier weiteren Personen bestehen, die bereits wegen Mordes, Drogenhandels, Geldwäsche, Entführung und Erpressung vorbestraft sind.

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