Amarc-Kongress wählt Chilenin zur Präsidentin des weltweiten Radionetzwerkes

von Andreas Behn, La Plata

(Berlin, 14. November 2010, npl).- Mit der Verabschiedung eines strategischen Plans für die kommenden vier Jahre und der Wahl eines neuen internationalen Vorstands ging am 13. November der 10. Weltkongress des Verbands der Community-Radios Amarc in der argentinischen Stadt La Plata zu Ende. „Wir müssen die Rolle der freien Radios in allen Regionen stärken, und ich werde die positiven Erfahrungen, die wir in den vergangenen Jahren in Lateinamerika gesammelt haben, zum Vorbild meiner internationalen Arbeit machen,“ erklärte die Chilenin Pia María Matta nach ihrer Wahl zur neuen Präsidentin. Die Initiativen zur Verbesserung der Rechtslage im Medienbereich und zur Demokratisierung der Kommunikation seien eine wichtige Grundlage, um den nichtkommerziellen Rundfunk zu befördern, so die Aktivistin des feministischen Senders Radio Tierra in Santiago de Chile.

Prekäre Rahmenbedingungen der Radioarbeit verbessern

Der Strategische Plan für mehrere Tausend Mitgliedsradios von Amarc und die Aktivist*innen der Bewegung alternativer Medien stellt zudem die Einflussnahme auf die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen der Medienlandschaft in den Mittelpunkt. Die oft prekären Existenzbedingungen nichtkommerzieller Sender sollen mittels Vernetzung und Erfahrungsaustausch insbesondere im Bereich Finanzierung und Organisationsstruktur verbessert werden. Auf diese Weise soll der soziale wie politische Einfluss der Radios auf die Gesellschaft und die Lebensbedingungen, insbesondere in den Entwicklungsländern, gestärkt werden.

Dieser Vorlage des scheidenden Vorstands fügte das Plenum noch weiter Ziele hinzu: Zum einen wurde die Forderung nach mehr Transparenz und Demokratie innerhalb des Radionetzwerkes festgeschrieben. Zum anderen wurde formuliert, dass regionale und kulturelle Unterschiede sowie die Genderfrage in Zukunft als Querschnittsthemen zu den Leitlinien von Amarc gehören werden.

Frauen sollen stärker mitbestimmen

„Nur wenn die Rolle der Frauen innerhalb der einzelnen Radios gestärkt wird, können sie auch als Vertreterinnen innerhalb des Netzwerkes die Politik mitbestimmen, zuerst auf regionaler, nationaler und schließlich hier auf der internationalen Ebene,“ betonte die Mexikanerin María Eugenia Chavez, die als Vertreterin des Frauennetzwerkes von Amarc in den neuen Vorstand gewählt wurde.

Zentrale Themen des Treffens waren das Menschenrecht auf Kommunikation, die Bedeutung von Basisradios für eine gerechtere Welt und das Verhältnis von Genderfragen und Kommunikation.

Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch

Rund 600 Radiojournalist*innen aus allen Kontinenten nahmen während der fünf Kongresstage an Workshops und Podiumsdiskussionen teil. Es war ein Moment der Austauschs und der Reflexion zwischen Menschen, die zumeist lokal arbeiten und kaum die Chance haben, die Praxis des Radiomachens in anderen Gegenden der Welt kennenzulernen.

„Das wichtigste für mich ist hier, etwas über den Alltag der Radios in anderen Ländern, ihre Probleme und Errungenschaften zu erfahren“, sagt Luis da Silva von Radio Papagaio aus Guinea Bissau.

CC BY-SA 4.0 Amarc-Kongress wählt Chilenin zur Präsidentin des weltweiten Radionetzwerkes von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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