Regierung will gegen „irreguläre“ Migrant*innen vorgehen

irreguläre Migration Kolumbien
Es ging auch mal anders: 2018 verteilte die konservative venezolanische Aktivistin Cristal Montañéz Bärchen an ankommende venezolanische Geflüchtete im Migrationszentrum Cúcuta. Foto: Cristal Montañéz/Flickr (CC BY-SA 2.0)

(Bogota, 16. September 2026, prensa latina).- Kolumbianische Grenzschutzbehörden haben in der Stadt Cúcuta im Nordosten Kolumbiens damit begonnen, als „irregulär“ bezeichnete Migrant*innen aufzuspüren. Sicherheitsminister Edwin Cardona erklärte gegenüber Caracol Radio, die nun begonnenen Maßnahmen seien Teil von „Vorgehensweisen, die wir nun in Bezug auf Sicherheit und Kontrolle begonnen haben, und die gemäß den neuen Anordnungen der Regierung verstärkt werden“. Die Personen, die ihren Aufenthaltsstatus geregelt hätten und sich an die Bleiberechtsregeln hielten, „werden keine Unannehmlichkeiten haben“, versprach Cardona.

Ende August ordnete der rechte Präsident Abelardo de la Espriella gemeinsame Operationen mit der Polizei an, um „irreguläre“ Migrant*innen zu finden. „Zuerst diejenigen, die Straftaten begehen“, so De la Espriella. „Zweitens diejenigen, deren Status nicht geregelt ist und die (…) abgeschoben werden müssen. Dies ist ein Befehl des Präsidenten, mit dessen Umsetzung noch in dieser Woche begonnen werden muss.“

„Dies ist ein Befehl des Präsidenten“

„Diese Position hatten wir bereits im Wahlkampf und ich werde sie als Präsident der Republik umsetzen. Es geht nicht nur um Ausländer, die Straftaten oder Verbrechen begehen, sondern auch um die, die Regeln brechen“, sagte der Amtsinhaber mit Nachdruck. „Hier werde ich keine illegale Migration akzeptieren“, wiederholte er.

Nach dieser Ankündigung meldete sich der unterlegene Präsidentschaftskandidat und jetzige Oppositionsführer Iván Cepeda zu Wort. Cepeda erklärte, die Verfolgung und Kriminalisierung von Migrant*innen sei eine der schlimmsten Schändungen, die gegen Millionen Menschen auf der Welt begangen würden.

„De la Espriella ist mutig, wenn er seine Wut an lateinamerikanischen Migranten in Kolumbien auslässt – und feige, wenn er unsere migrantischen Staatsbürger in den USA beschützen sollte. Und er ist zudem ein Anstifter der politischen Verfolgung gegen unsere migrantischen Staatsbürger“, stellte Cepeda fest.

Nach Schätzungen befinden sich momentan eine halbe Million Venezolaner*innen mit irregulärem Status in Kolumbien.

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