
Foto: Gage Skidmore from Peoria, AZ, United States of America via wikimedia
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(Washington/New York, 28. Januar 2026, La Jornada).- Präsident Donald Trump hat in seinen sozialen Medien für ein neues Buch geworben, das vor einem „unsichtbaren Staatsstreich“ gegen die Vereinigten Staaten warnt. Dieser sei von der mexikanischen Regierung und Morena organisiert worden: „Die Massenmigration wird als politische Waffe eingesetzt, um Wahlen zu beeinflussen und die nationale Sicherheit zu untergraben“, heißt es dort. Trump äußert sich täglich in seinen sozialen Medien zu einer Vielzahl von Themen. Seine Empfehlung, das Buch „The Invisible Coup: How American Elites and Foreign Powers Use Immigration as a Weapon” zu lesen, hat das Werk des Autors Peter Schweizer bereits auf Platz acht der meistverkauften Sachbücher bei Amazon katapultiert. Schweizer ist ein enger Verbündeter des ehemaligen politischen Strategen und einflussreichen Kommentators in konservativen Kreisen Stephen Bannon. Seine Äußerungen könnten die migrantionsfeindliche Stimmung und die Ablehnung gegenüber den Mexikaner*innen und der mexikanischen Regierung weiter anheizen.
Schweizer wirbt mit Verschwörungstheorien
Schweizer, dessen vorheriges Buch über Hillary Clinton es auf die Bestsellerliste der New York Times schaffte, wirbt für sein Werk in konservativen nationalen Medienprogrammen. Dort wiederholt er seine Verschwörungstheorie, dass die mexikanische Regierung und gewisse einflussreiche Menschen in den Vereinigten Staaten die Migration als Geheimwaffe einsetzen, um die Demografie der USA zu verändern und letztlich die amerikanische Gesellschaft und Politik zu transformieren. „Mexiko hat 53 Konsulate in den Vereinigten Staaten, Großbritannien und China haben sechs bzw. sieben. Wie ich in meinem Buch darlege, sind die Konsularbeamten damit beschäftigt, politische Aktivitäten (in den USA) zu unterstützen und zu versuchen, die Präsidentschaftswahlen zu beeinflussen“, erklärte Schweizer in der Talkshow „Takeout“ von CBS News mit Major Garrett. „Ich halte es für unangemessen, dass die mexikanische Regierung und ihre Diplomaten sich an solchen politischen Aktivitäten innerhalb der Vereinigten Staaten beteiligen.“
„Besetzte Territorien“
In seinem Buch deutet der Autor an, dass mexikanische Politiker offen davon sprechen, die Vereinigten Staaten „zurückzuerobern“. Als Beispiel schreibt er: „Im Februar 2023 erklärte José Gerardo Rodolfo Fernández Noroña, Mitglied des mexikanischen Parlaments für die Regierungspartei Morena von Präsidentin Claudia Sheinbaum, vor dem Plenum des Kongresses der Union ganz entspannt, dass Kalifornien, Texas und New Mexico neben anderen Gebieten ‚besetzte Territorien‘ seien.“ Später habe Noroña noch angefügt, Mexiko solle diese „Enteignung überdenken und die USA zur Rückgabe dieser Gebiete” auffordern. „Damit hat er sich zwar weit aus dem Fenster gelehnt, aber seiner Karriere haben diese Äußerungen sicher nicht geschadet. Eineinhalb Jahre später wurde er sogar zum Präsidenten des mexikanischen Senats gewählt.” Schweitzer räumt ein, dass viele Mitglieder der mexikanischen politischen Elite diese Art von Rhetorik verwenden und wahrscheinlich nicht die Rückgabe dieser Gebiete fordern, sondern „die kulturelle und politische Loslösung des Südwestens der Vereinigten Staaten und dessen Umwandlung in eine mexikanische Zivilisation.“
„Migration als Waffe“
In seinen Argumenten zitiert er Aussagen von Andrés Manuel López Obrador, dem Abgeordneten Aniceto Polanco, der selbst Einwanderer ist, und „Aktivisten der Morena-Partei, die in den Vereinigten Staaten leben“, aber auch alte Aussagen von Ernesto Zedillo, die nach seiner Auffassung alle zum Ausdruck gebracht haben, dass mexikanische Migrant*innen Veränderungen in den Vereinigten Staaten herbeiführen können und müssen. Der ehemalige Präsident López Obrador habe im Februar 2017 US-amerikanische Städte besucht, um mexikanische Migrant*innen dazu aufzurufen, sich gegen die von Trump geförderte migrationsfeindliche Einwanderungspolitik zu wehren, da diese negative Auswirkungen auf die Sektoren habe, die wiederum López Obrador unterstützten. Präsidentin Sheinbaum sei Fan des Stücks El himno del migrante (Die Hymne des Migranten) unterstützt und habe es sogar bei einer Pressekonferenz spielen lassen- Dort heißt es: „Und obwohl in meiner Geburtsurkunde Amerikaner steht, bin ich durch und durch Mexikaner […] Wir wechseln den Ort, aber nicht die Flaggen. Grün, Weiß und Rot fließen in meinen Adern.“ „Mexiko nutzt die Migration als Waffe, um die Souveränität der Vereinigten Staaten zu untergraben“, berichtete Fox News in seiner Rezension des Buches. „Diese Konsularbeamten waren damit beschäftigt, politische Aktivitäten in den Vereinigten Staaten zu organisieren, was einen klaren Verstoß gegen ihren diplomatischen Status darstellt“, sagte Schweizer gegenüber dem konservativen nationalen Nachrichtensender. Er fügte hinzu, dass die Konsulate mexikanische Lehrbücher verteilen.
„Wir brauchen eine Null-Toleranz-Politik“
Außerdem verteilten die Konsulate mexikanische Schulbücher an US-Schulen mit einem hohen Anteil an lateinamerikanischen Schülern. Dort würden die USA als „Feind Mexikos“ dargestellt. „Die Frage ist: Warum tolerieren wir das? Ich glaube, es ist an der Zeit, ‚Stopp‘ zu sagen. Wir brauchen eine Null-Toleranz-Politik. Wir bereiten uns auf die Zwischenwahlen vor, und so etwas darf nicht toleriert werden.“ Schweizers Hauptsorge besteht darin, dass mexikanische Beamte und Politiker Demokraten und andere Gegner von Trump unterstützen könnten. Nach US-amerikanischem Recht ist es ausländischen Regierungen oder Einzelpersonen nämlich nicht gestattet, politische Kandidaten in den USA finanziell zu unterstützen. Natürlich haben alle Bürger*innen, auch die mexikanisch-amerikanischen Staatsbürger*innen, das uneingeschränkte Recht, sich am politischen Prozess zu beteiligen, aber wenn sie die Interessen einer anderen Nation vertreten oder fördern, müssen sie sich als solche bei der Regierung registrieren lassen.
Die mexikanische Botschaft hat in Washington versichert, dass ihr konsularisches Netzwerk in diesem Land strikte politische Neutralität wahre und sich ausschließlich auf konsularische Hilfe und administrative Aufgaben konzentriere. Die Veröffentlichung dieses Buches war mit Sicherheit ein Grund für diesen Schritt.
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