Der 11. September 2001 und die Migration

(Guatemala-Stadt, 09. Oktober 2008, cerigua).- Der Tag, an dem zwei Flugzeuge in das World Trade Center in New York rasten, stelle einen schwarzen Tag für die Migrant*innen in den USA dar, erklärte Elvira Arellano, Sprecherin mexikanischer Migrant*innen aus den USA. Dieses Datum habe die Türen für einen anschwellenden Rassismus geöffnet, für Verfolgung und für massive Deportationen von Menschen ohne gültige Papiere. Regierung und Behörden hätten den 11. September dazu missbraucht, Migrant*innen als Kriminelle und Terrorist*innen hinzustellen, führte Arellano bei einem Arbeitstreffen auf dem III. Amerikanischen Sozialforum in Guatemala-Stadt aus.

Juan Manuel Sandoval, mexikanischer Universitätsprofessor und Experte zum Thema Migration, erläuterte, dass US-amerikanische Firmen die Migrant*innen als billige Arbeitskräfte ausbeuteten, auch weil sie sich in den Heimatmärkten der Migrant*innen schnelle und große Gewinne verprächen. Mit dem 11. September sei der sogenannte Plan Süd der USA verschärft worden. Die Folge seien schwere Menschenrechtsverletzungen bis hin zu Toten in der Wüste an der US-amerikanisch-mexikanischen Grenze.

Auf der anderen Seite gebe es in den USA aber auch wachsende Forderungen, die Menschenrechte der Migrant*innen zu wahren und ihnen weitergehende Rechte, wie zum Beispiel ein Bleiberecht, einzuräumen. Elvira Arellano erinnerte daran, dass selbst US-Präsident George W. Bush während seines Wahlkampfes vor acht Jahren eine Reform der Migrationspolitik versprochen hatte.

Durch diese Initiative sollten rund elf Millionen Menschen ohne Papiere in den Genuss einer “Legalisierung” kommen. Der 11. September jedoch hätte nicht nur die Zwillingstürme zerstört, sondern auch die Illusionen von Millionen von Migrant*innen, so Arellano.

Laut Carlos López von der Casa del Migrante in Guatemala, konnten aber Fortschritte bei der Verteidigung der Rechte von Migrant*innen erzielt werden. So hätten gemeinsame Anstrengungen von Aktivist*innen, Organisationen und Konsulaten aus Zentralamerika und einigen Ländern Südamerikas dazu geführt, dass es in den USA nun zumindet teilweise medizinische, rechtliche und ökonomische Unterstützung für Migrant*innen gebe.

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