Mordanschlag auf Indígena-Führer im Süden Costa Ricas

Überlebte unverletzt einen Mordanschlag: Sergio Rojas Ortiz / Foto: www.coecoceiba.org, CC BY-NC-ND 3.0(San José, 18. September 2012, voces nuestras-poonal).- Auf Sergio Rojas Ortiz, einen Bribri-Indígena aus der Gemeinde Salitre in der südlichen Karibikregion Costa Ricas, wurde Mitte September ein Mordanschlag verübt. In den frühen Morgenstunden des 17. September hatten unbekannte Attentäter sechs bis acht Schüsse abgefeuert, die Rojas Ortiz jedoch unversehrt überlebte. Ortiz Rojas ist Führer des Bribri-Volkes in Salitre und einer der landesweiten Koordinator*innen der Organisation Nationale Front der indigenen Völker FRENAPI (Frente Nacional de Pueblos Indígenas).

 

Drohungen wegen Urteil zur Landrückgabe

Seit einigen Monaten ist die Situation im indigenen Territorium um Salitre zunehmend angespannt. In Gerichtsprozessen waren in der Vergangenheit die Rechte der indigenen Bevölkerung auf ihre angestammten Territorien gestärkt worden. In der Folge musste illegal angeeigneter Grundbesitz von Nicht-Indigenen zurückgegeben werden. Dies hatte Auseinandersetzungen zur Folge, die von Drohungen bis hin zu körperlichen Angriffen gegen mehrere Indígena-Sprecher*innen gingen. Auch Rojas Ortiz war in der letzten Zeit mehrfach bedroht worden. Als Antwort auf die wiederholten Bedrohungen hatte die FRENAPI erst am 14. September die Einsetzung einer Beobachtungsstelle für Menschenrechtsverletzungen beschlossen.

In der 2003 gegründeten FRENAPI sind neben Mitgliedern indigener Völker auch Organisationen vertreten, welche die Anliegen der Indigenen solidarisch unterstützen, wie etwa Landpastoralen der katholischen und der lutheranischen Kirche, StudentInnen- und Umweltorganisationen, Frauenverbände und Gewerkschaften. FRENAPI will mit friedlichen Mitteln auf die Situation der costa-ricanischen Indígenas hinweisen und Verbesserungen erwirken. Dazu zog die Organisation vor costa-ricanische Gerichte und vor die interamerikanische Menschenrechtskommission, sprach beim UNO-Sondergesandten für indigene Völker vor, organisierte Workshops in indigenen Gemeinden und machte mit Besetzungen von Straßen, Brücken und Flughäfen in der Region auf ihr Anliegen aufmerksam.

Forderung nach Aufklärung und Schutz

Lokale Medien, Unternehmer*innen und Landbesitzer*innen hätten laut FRENAPI auf den Kampf der Indigenen mit Diffamierungskampagnen geantwortet, an denen sich zum Teil auch staatliche Stellen bis hin zu Funktionär*innen der Nationalen Kommission für Indigene Angelegenheiten CONAI (Comisión Nacional de Asuntos Indígenas) beteiligt hätten. Erst kürzlich sei Sergio Rojas durch den lokalen Fernsehsender TV Nativa zur „Persona Non Grata“ erklärt worden. Den gescheiterten Mordanschlag auf den Indígena-Führer hält FRENAPI für eine direkte Folge dieser Diffamierungskampagne.

FRENAPI und Menschenrechtsgruppen fordern von den costa-ricanischen Behörden nun entschlossene Bemühungen um eine Aufklärung des Anschlags und einen sichtbaren Schutz der Indígena-Sprecher*innen. Ansonsten stünde zu befürchten, dass die Verantwortlichen des Anschlags gegen Sergio Rojas Ortiz zu weiteren Taten ermutigt würden.

 

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CC BY-SA 4.0 Mordanschlag auf Indígena-Führer im Süden Costa Ricas von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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