Angriffe auf Journalistinnen nehmen zu

von Anayeli García Martínez

(Mexiko-Stadt, 19. April 2010, cimac).- Am vergangenen 16. April wurde in Chihuahua María Isabella Cordero, die ehemalige Leiterin von Televisión ermordet. Die Journalistin sei gemeinsam mit einer jüngeren Frau im Auto unterwegs gewesen, als sie erschossen wurde. Zwei weitere Journalistinnen seien kürzlich angegriffen worden, erklärte Elia Baltazar González, Mitglied des Leitungsgremiums im Zentrum für Journalismus und Öffentliche Ethik CEPET (Centro de Periodismo y Ética Pública).

Nach Ansicht von Baltazar, die gleichzeitig Verantwortliche des Programms für Meinungsfreiheit der CEPET ist, sind die Angriffe auf Journalistinnen deshalb nicht so sichtbar, weil in den Redaktionen ein Vorurteil bezüglich des Anzeigens von Angriffen besteht. Die Redaktionen würden davon ausgehen, dass Frauen ein größeres Risiko eingehen, wenn sie zu den Themen Sicherheit und Justiz beschäftigen. Trotzdem, so unterstrich Baltazar, würden Frauen bei ihrer täglichen Arbeit dieselbe Verantwortung bezüglich der Suche und Übermittlung von Informationen tragen. Als Angriffe werte man bei der CEPET all jene Handlungen, die das Ausüben der journalistischen Tätigkeit verhindern. Von einem einzigen Angriff können, so Baltazar, mehrere Reporter und Reporterinnen betroffen sein.

Am vergangenen 19. Februar wurde Irma Nelly Vázquez Colorado, Korrespondentin von La Opinión de Poza Rica in Misantla mit dem Tode bedroht und körperlich angegriffen, als sie Fotos von der Ehefrau des Generaldirektors für Prävention und Wiederanpassung der Regierung in Veracruz, Samuel Juárez y López, machte. Dessen Frau war gerade dabei, Vorräte zu verteilen um damit vermeintlich Wählerstimmen für die Partei der Institutionellen Revolution PRI (Partido Revolucionario Institucional) zu erkaufen. Die Angriffe wurden seitens der Reporterin gegenüber der lokalen Staatsanwaltschaft angezeigt und Juárez y López von der Korrespondentin als Verantwortlicher der Aggressionen benannt.

Am 3. April wurde Jade Ramírez Cuevas Villanueva vom Radio Universidad de Guadalajara und Preisträgerin des „Preis für Journalismus des Königs von Spanien 2009“ drangsaliert und gemeinsam mit Einwohner*innen aus Temacapulín in Cañadas de Obregón im Bundesstaat Jalisco mit dem Tod bedroht. Cuevas war gerade dabei, über den Protest gegen den Bau des Staudamms El Zapotillo in dieser Region zu berichten.

Zur Erinnerung: Im Bericht „Regierung und Drogenhändler; der Kampf um die Durchführung journalistischer Arbeit“ wird von 140 Fällen gesprochen, in denen die Meinungsfreiheit verletzt wurde und von der mindestens 183 Journalist*innen bzw. Personen aus dem Medienbereich betroffen waren sowie 19 Medien. Außerdem hatte es zwei generalisierte Angriffe gegeben, die sich auf die Medienschaffenden verschiedener Regionen bezogen hatten.

Obwohl die Informationen bezüglich der Angriffe auf Medienschaffende nicht nach Geschlecht angegeben werden, ist offensichtich, dass mindestens 24 der insgesamt angegriffenen Journalist*innen Frauen waren. Die Zahl der Angriffe auf Medienschaffende war im Bundesstaat Oaxaca mit 17 Angriffen am höchsten, gefolgt von 15 Angriffen in Veracruz und Chihuahua, neun im Bundesstaat Mexiko und sieben Angriffen in Tamaulipas.

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