Guerreros Unidos


Mexiko

Neue Erkenntnisse im Fall Ayotzinapa

Mit zweieinhalbjähriger Verzögerung ist nun die Empfehlung der unter dem Kürzel GIEI bekannten unabhängigen Expertengruppe befolgt worden, die Textnachrichten eines in Chicago agierenden Drogenrings auszuwerten, um Aufklärung in den Fall der verschwundenen Studenten von Ayotzinapa zu bringen. Die GIEI war bei ihren Recherchen auf eine Strafanzeige der US-amerikanischen Drogenbehörde (DEA) aus dem Jahr 2014 gestoßen. […]


Ayotzinapa Demo
Mexiko
Fokus: Erinnerung und Gerechtigkeit / Memoria y Justicia

Drei Jahre ohne die 43 aus Ayotzinapa

Inzwischen sind schon drei Jahre vergangen, seitdem die 43 Studierenden aus der Escuela Normal Rural von Ayotzinapa spurlos verschwunden sind. Genauso wie der Verbleib der Studierenden ist auch der Umgang der Justiz mit diesem Verbrechen weiterhin ungewiss. Wieder einmal finden Demonstrationen und andere Protestaktionen statt, die von den Angehörigen der Jugendlichen angeführt werden. Die Angehörigen hören nicht auf zu fordern, dass ihre Kinder lebendig wieder auftauchen. Hinzu kommen soziale Organisationen, die die Angehörigen begleitet haben – trotz aller Versuche, dieses Ereignis, das über die Grenzen Mexikos hinaus bekannt wurde, zu diskreditieren. […]


Mexiko

„Auftrag ausgeführt“ – Hoffnung der Familienangehörigen der 43 Verschwundenen

(15. Januar 2016, desinformémonos).- Am 14. Januar fand ein Treffen zwischen den Eltern der 43 verschwundenen Lehramtsstudenten aus Ayotzinapa (siehe auch hier) und der Generalbundesstaatsanwältin Arely Gómez statt, in dem über die Fortschritte der Untersuchung berichtet wurde. Dies was vereinbart worden, als die neue Untersuchungskommission mit ihrer Arbeit begann. Beim Treffen waren Ángela Buitrago und Alejandro Valencia vom interdisziplinären und unabhängigen Expertenteam GIEI (Grupo Interdisciplinario de Expertos Independientes) und die Rechtsanwälte der Familienangehörigen anwesend. […]


Mario Vergara /Foto: Wolf-Dieter Vogel/ Kristin Gebhardt
Mexiko
Fokus: Menschenrechte 2015

Mexiko: Die anderen Verschwundenen

Der Fall sorgte international für Schlagzeilen: Am 26. September 2014, verschwanden in der Stadt Iguala im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero 43 Studenten, sechs Personen wurden getötet. Polizisten nahmen die jungen Männer fest und übergaben sie Söldnern der Mafia-Organisation ,,Guerreros Unidos“. Auch über ein Jahr später fehlt von ihnen praktisch jede Spur. Der Angriff sorgte dafür, dass das massenhafte Verschwinden von Menschen in Mexiko international bekannt  […]


Bürgermeister Ramírez Crespo sitzt zur Zeit im Gefängnis in Morelos. Foto: Telesur
Mexiko
Fokus: Menschenrechte 2015

Bürgermeister von Cocula zusammen mit Anführer der Guerreros Unidos verhaftet 1

(Venezuela, 04. November 2015, telesur).- Der Bürgermeister des Ortes Cocula im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero, Eric Ulises Ramírez Crespo, ist am 29. Oktober von Einheiten der Armee und der mexikanischen Bundespolizei wegen des Besitzes von Waffen und Drogen verhaftet worden. Die Festnahme fand in Cuernavaca im Bundesstaat Morelos statt. Ramírez Crespo befand sich in Begleitung von Adán Zenen Casarrubias Salgado alias “El Tomate”, einem der Anführer der kriminellen Organisation Guerreros Unidos, der ebenfalls verhaftet wurde. Bei den beiden befand sich Eloy Flores Cantú, juristischer Berater der Fraktion der Partei PRD in der Abgeordnetenkammer. […]


Denkmal für die Verschwundenen aus Ayotzinapa. Foto: Flickr/Luis Romero (CC BY 2.0)
Mexiko

Expertengruppe zu Ayotzinapa: 43 Studenten sind nicht auf Müllhalde verbrannt worden

von Gerd Goertz (Berlin, 07. September 2015, npl).- Vor knapp einem Jahr verschwanden in der mexikanischen Stadt Iguala nach koordinierten Attacken von lokaler Polizei und Mitgliedern des Drogenkartells Guerreros Unidos 43 junge Lehramtsstudenten der ländlichen Universität von Ayotzinapa. Während der Attacken wurden zudem sechs Menschen ermordet. Die mexikanische Generalbundesstaatsanwaltschaft PGR erklärte den Fall im Januar 2015 für praktisch gelöst. Die verschwundenen Studenten seien ebenfalls ermordet und auf einer Müllhalde nahe Iguala zu Asche verbrannt worden. Verantwortlich seien neben dem Bürgermeisterehepaar von Iguala ausschließlich die lokale Polizei und die Drogenmafia. Der damalige Generalbundesstaatsanwalt Jesús Murillo Karam verteidigte seine Version gegenüber den Skeptiker*innen als „historische Wahrheit“. […]


Mexiko

Neue Erkenntnisse im Fall Ayotzinapa

MEXIKO

mexico desaparecidos ayotzinapa. Foto: telesur(Venezuela, 15. Juni 2015, telesur/poonal).- Es gibt neue Hinweise darauf, dass die Version der mexikanischen Generalstaatsanwaltschaft PGR zum Verschwinden der 43 Studenten von Ayotzinapa falsch ist. Laut dieser offiziellen Version seien die Studenten, oder ein Teil von ihnen, am späten Abend des 26. September festgenommen und zum Hauptquartier der Stadtpolizei von Iguala gebracht worden. Von dort hätten sie Polizisten aus Cocula mitgenommen und an das Drogenkartell der Guerreros Unidos übergeben. Doch der zuständige Richter, der sie auf der Polizeistation empfangen haben soll, behauptet nun, es sei anders gewesen.

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Mexiko

Iguala: Die Suche nach den Toten

MEXIKO

von Wolf-Dieter Vogel

ayotzi vivo. Foto: Cimacnoticias/César Martínez López(Berlin, 20. Februar 2015, taz).- Man bekommt einen Blick für die Gräber, sagt Mario Vergara. Senken geben Hinweise. 370 Vermisste hat er bisher gefunden. Sein Bruder war noch nicht dabei. „Positiv!“ Mario Vergara klopft den Umstehenden auf die Schulter. „Habe ich es nicht gesagt?“ Die lockere Erde, die leichte Absenkung. Hier musste etwas sein, da war sich der 40-Jährige sicher. Und jetzt der Beweis: Die Spitze der Metallstange, die sein Mitstreiter Juan Jesús Canaán gerade in den Boden gerammt hat, stinkt nach Verwesung.

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Mexiko

BürgerInnen suchen selbst nach Verschwundenen

MEXIKO

Der Lack ist ab: Maria de los Angeles Pineda kommt wohl vorerst nicht frei. Foto: Telesur(Havanna, 06. Januar 2015, prensa latina).- Angehörige der verschwundenen Lehramtsstudenten von Ayotzinapa wollten am 10. Januar damit beginnen, mit BürgerInnen nach den Verschwundenen zu suchen. Sie forderten die Armee auf, ihre Kasernen zu öffnen, damit auch dort nach ihnen gesucht werden könne. Auf einer Veranstaltung in Chilpancingo rief Felipe de la Cruz, Sprecher der Eltern der Ende September verschleppten Studenten von Ayotzinapa, die Zivilgesellschaft dazu auf, ihnen bei dieser Suche zu helfen.

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Ayotzinapa-Demo am 8.10. in Mexiko. Foto: Flickr/kinoluiggi (CC BY-NC-SA 2.0)
Mexiko

Offenbar auch mexikanische Bundespolizei und Armee in Attacke auf Studenten von Ayotzinapa verwickelt

von Gerd Goertz (Berlin, 13. Dezember 2014, poonal).- Am 7. Dezember konnte mit dem 19 Jahre alt gewordenen Alexander Mora Venancio der erste der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa anhand eines verkohlten Knochens identifiziert werden. Statt einer wirklichen Aufklärung des – so bisher angenommen – ausschließlich von lokalen Polizisten und dem Drogenkartell Guerreros Unidos (Vereinigte Krieger) im Auftrag des Bürgermeisterehepaares begangenen Verbrechens ist die Situation durch neue Enthüllungen in den vergangenen Tagen aber noch komplexer geworden. Die angesehene mexikanische Wochenzeitung Proceso berichtete am 13. Dezember in ihrer Titelgeschichte unter anderem unter Berufung auf Videos, dass die Attacke vom 26. September auf die studentischen Lehramtswärter von Ayotzinapa in wesentlichen Teilen „von der Bundespolizei orchestriert und ausgeführt wurde – mit der Komplizenschaft oder offenen Mitarbeit der Armee“. […]


Mexiko

Mexiko Stadt: Mehr als 100.000 Menschen protestieren am Jahrestag der Revolution wegen der verschwundenen Studenten

von Gerd Goertz, Mexiko-Stadt (Berlin, 21. November 2014, npl).- Es ist inzwischen acht Wochen her: Kommunale Polizisten und Mitglieder des Drogenkartells Guerreros Unidos (Vereinigte Krieger) verschleppten am Abend des 26. September in der mexikanischen Stadt Iguala 43 Studenten und ließen sie verschwinden. Wahrscheinlich sind diese Studenten tot, ermordet. Doch Sicherheit darüber gibt es immer noch nicht. Am 20. November, dem 104. Jahrestag der mexikanischen Revolution, demonstrierten wohl weit mehr als 100.000 Menschen in Mexiko-Stadt und forderten ein weiteres Mal wirkliche Aufklärung. […]


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Mexiko

Mögliche Hinrichtung und Verbrennung der 43 verschwundenen Studenten von Ayotzinapa: Statt endgültiger Aufklärung noch mehr Zweifel und noch mehr Wut

von Gerd Goertz, Mexiko-Stadt (Berlin, 09. November 2014, npl).- Die Glaubwürdigkeitskrise der mexikanischen Regierung könnte kaum größer sein. Am vergangenen Freitag präsentierte der mexikanische Generalbundesstaatsanwalt Jesús Murillo Karam die Zeugenaussagen dreier mutmaßlicher Mitglieder des Drogenkartells Guerreros Unidos (Vereinigte Krieger). Diese Aussagen legen nahe, dass die seit der Nacht vom 26. auf den 27. September verschwundenen 43 Studenten der pädagogischen Landhochschule von Ayotzinapa im mexikanischen Bundesstaat Guerrero wenige Stunden, nachdem die kommunale Polizei der Städte Iguala und Cocula sie an das Drogenkartell übergeben hatte, hingerichtet wurden. […]


Wandbild in Ayotzinapa. Foto: W. Vogel
Mexiko

EU-Abgeordnete kritisieren Mexiko

(Berlin, 11. Oktober 2014, poonal).- Sechzehn EU-Abgeordnete fordern, die derzeitigen Neuverhandlungen des Globalabkommens zwischen der Europäischen Union und Mexiko so lange auszusetzen, bis das Vertrauen zur mexikanischen Regierung beim Thema Menschenrechte wieder hergestellt sei. In einem Schreiben an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton, deren designierte Nachfolgerin Federica Mogherini sowie den mexikanischen Präsidenten Enrique Peña Nieto äußerten die Parlamentarier*innen ihre tiefe Bestürzung über das Schicksal der seit Ende September verschwundenen 43 Studenten des Lehrerseminars Ayotzinapa im mexikanischen Bundesstaates Guerrero. […]