Argentinien

Waldrodungen Hauptgrund für Überschwemmungen


(Rio de Janeiro, 13. Februar 2009, púlsar).- Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat nach einem Kontrollflug über die von Überschwemmungen betroffenen Gebiete in der Provinz Saltas, im Norden Argentiniens, festgestellt, dass die Waldrodungen die Absorptionsfähigkeit des Bodens beeinträchtigen und die Überschwemmungen fördern bzw. verursachen.

„Ebenso wie die Überschwemmung aus dem Jahr 2006 ist auch das aktuelle Hochwasser eine direkte Folge der irrationalen Zerstörung, der die letzten verbliebenen argentinischen Urwälder mangels einer strengen Antirodungspolitik ausgesetzt sind“, hob die Organisation hervor.

Die Abholzungen führt Greenpeace vor allem auf unkontrollierten Holzhandel sowie auf den Anbau von Gen-Soja zurück, für das ständig neue Plantagen angelegt werden. Der Sojaanbau ist nach Zahlen von Greenpeace die größte Einnahmequelle der argentinischen Farmer*innen und Soja ein wichtiges Exportprodukt. In den letzten zehn Jahren habe sich die für die Sojaproduktion genutzte Anbaufläche daher mehr als verdoppelt.

Der Koordinator der Waldkampagne von Greenpeace, Hernán Giardini, betonte, dass einer der Hauptgründe für die momentanen Überschwemmungen die starke Abholzung zur Förderung der Sojaproduktion sei, die in dem zur Provinz Salta gehörenden Gebiet nahe Tartagal durchgeführt werde. Er erklärte, dass die starken Niederschläge sowie der Verlust der schützenden Pflanzendecke auch an Flussufern zu einem wahrhaft zerstörerischen Cocktail geführt habe.

Angesichts der gravierenden Situation, unter der die Einwohner*innen von Tartagal seit der letzten Überschwemmung zu leiden haben, machen sowohl Greenpeace als auch andere Organisationen auf die Dringlichkeit der Neupflanzung von Wäldern aufmerksam. Zwar wurde im November 2007 ein Waldgesetz (Ley de Bosque) verabschiedet, das Maßnahmen zum Schutz der Wälder vorsieht, wie z.B. ausgearbeitete und mit der lokalen Bevölkerung abgestimmte Nutzungspläne und einen vorläufigen Stopp der Abholzungen. Bisher wurde das Gesetz jedoch nicht von der Regierung umgesetzt. Am 13. Februar 2009 unterzeichnete schließlich die argentinische Präsidentin, Cristina Fernández de Kirchner, eine gesetzliche Regelung zum Waldgesetz.

Weitere Informationen von Greenpeace zum Thema Soja in Argentinien unter: https://www.greenpeace.de/themen/landwirtschaft/die-sojafizierung-einer-volkswirtschaft _einer_volkswirtschaft/


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