Verbesserte Arbeitsrechte für Hausangestellte


encuentro internacional de trabajadoras domesticas del Uruguay. Foto: Flickr/mujeres del sur (CC BY-NC-SA 2.0) (Montevideo, 29. Oktober 2013, la diaria).- Vom 26. bis 28. Oktober war die uruguayische Hauptstadt Montevideo Austragungsort des Internationalen Kongresses der Vereinigung der Haushaltshilfen. Ein Ergebnis dieser Tagung war die Bildung eines internationalen Verbandes von Hausangestellten. Es nahmen Vertreter*innen aus allen Kontinenten teil, so dass ein genauer Einblick in die verschiedensten aktuellen Situationen der Hausangestellten gegeben werden konnte.

Am 28. Oktober 2013 wurde die Veranstaltung singend und voller Optimismus im Blauen Saal der Verwaltung von Montevideo beendet. Die Südafrikanerin Myttle Witbooi, Präsidentin der neu gebildeten Internationalen Vereinigung der Haushaltshilfen, hob hervor, die Funktion der neuen Organisation sei es, über die Zukunft aller Hausangestellten zu “wachen”. Sie erklärte weiterhin, dass die Vereinigung auf Initiative von Frauen ins Leben gerufen worden sei und dazu diene zu beweisen, dass diese „ebensoviel Macht haben können wie die Männer“.

Nisha Varia von der Organisation Human Rights Watch bezog sich ihrerseits auf die Veröffentlichung “die Rechte einfordern – Die Bewegung der Hausangestellten und die globalen Fortschritte auf dem Gebiet der Arbeitsmarktreform”. In groben Zügen umriss sie, dass dieser Bericht die Realität in 90 Ländern auf der ganzen Welt darstelle und schwere Menschenrechtsverletzungen zu Tage gefördert würden, hauptsächlich an Frauen und Kindern. Der Zeitung ‚La Diaria‘ gegenüber sagte Varia, US-Amerikanerin und Tochter indischer Eltern, an dem Bericht mitgewirkt zu haben. In den letzten Jahren seien in Lateinamerika „wichtige Fortschritte“ gemacht worden; „aber es ist noch viel zu tun“.

Fortschritte in vielen Ländern

In der Veröffentlichung wurden Aktionen in Argentinien, Brasilien, Chile, Venezuela und Uruguay vorgestellt. Uruguay war das erste Land, welches die Konvention 189 der Internationalen Arbeitsorganisation ILO ratifiziert hat, welcher vernünftige Arbeitsbedingungen für Hausangestellte festgelegt hat. Außerdem wurde im Jahr 2013 der Mindestlohn durch einen Tarifabschluss angehoben. In Argentinien wurde in einem in diesem Jahr verabschiedeten Gesetz unter anderem eine wöchentliche Arbeitszeit von maximal 48 Stunden festgesetzt sowie eine wöchentliche Ruhezeit, jährlicher Urlaub, Beurlaubung wegen Krankheit und Mutterschaft und ein Mindest-Arbeitsalter von 16 Jahren. Auch in den Vereinigten Staaten gäbe es Fortschritte, so Varia, aber nicht auf nationaler Ebene, sondern sehr unterschiedlich, je nach Bundesstaat.

Von Europa wären keine signifikanten Fortschritte zu berichten, weil es dort eine Abneigung gegen die Immigranten gäbe – und die Mehrheit des Hauspersonals bestehe aus Immigranten. Unabhängig von den existierenden Schwierigkeiten gäbe es in Spanien eine Verordnung, die Mindestanforderungen für Mindestlohn, Ruhezeiten und Urlaub festlege. In Italien sei in diesem Jahr der Mindestlohn angehoben worden.

Ernsthafte Schwierigkeiten gäbe es hingegen im Mittleren Osten. „Es gibt sehr gravierenden und schlimmen Missbrauch […]. Die Arbeiterinnen haben keine wöchentlichen Ruhezeiten, kein Arbeitszeitlimit, und weil es sich um Einwandererinnen handelt, nimmt man ihnen die Ausweise ab“, erklärte Varia.

Die Präsentation der neuen Vereinigung und ihrer Mitglieder wurde mit gemeinsamen Gesang beendet, dirigiert von Witbooi. Danach verließ die Präsidentin den Blauen Saal und wurde vom Staatspräsidenten José Mujica erwartet. Dieser hatte ihren Namen mit Lippenstift auf die Hand geschrieben – um ihn einfach aussprechen zu können und nicht zu vergessen. Außerdem übte er vor ihre Ankunft, den Namen zu lesen, ohne sich etwas anmerken zu lassen.

 

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