Paraguay

Soja-Anbaufläche wird deutlich ausgeweitet


Foto: Base-is

(Asunción, 4. Juli 2018, base-is).- Der Soja-Anbau ist in Lateinamerika weiter auf dem Vormarsch. In Paraguay soll die Fläche in den kommenden Jahren um 5.000 Quadratkilometer wachsen. Dies ist dem Bericht „Perspectivas Agrícolas 2018 – 2027“ zu entnehmen, der von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (OECD) sowie der FAO, der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen, erstellt wurde.

In Lateinamerika dürften von der bis 2027 neu hinzukommenden landwirtschaftlichen Nutzfläche 62 Prozent allein auf den Soja-Anbau entfallen. Die insgesamt zusätzlichen 110.000 Quadratkilometer entsprechen der Größe Guatemalas. Der Bericht geht davon aus, dass auch in Zukunft rund die Hälfte des in Lateinamerika angebauten Soja in den Export gehen wird, und zwar unverarbeitet. Schätzungsweise 56 bis 59 Prozent des weltweiten Soja-Handels konzentrierten sich dann auf Lateinamerika.

Mehr Soja-Anbau bedeutet mehr Einsatz von Agrargiften

Der Cono Sur, der südliche Teil Südamerikas, vereinige auf der Welt die größte Anbaufläche für transgenes Soja – rund 570.000 Quadratkilometer. Zahlreiche Nichtregierungsorganisationen und andere soziale Organisationen bekämpfen die Besprühung der Soja-Felder mit Millionen Litern des umstrittenen Glyphosats, das Studien zufolge Krebs hervorrufen kann. Auch andere verwendete Pflanzenschutzmittel, Insektizide und Fungizide haben Kritiker*innen zufolge schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit von Menschen und Tieren sowie auf die Umwelt insgesamt.

Konflikte auf dem Land in Paraguay spitzen sich zu

Nach Schätzung des Berichts wird Paraguay im Jahr 2027 etwa 12.000 Tonnen Soja erzeugen. Der Einsatz von Agrargiften werde deutlich zunehmen. Absehbar sei, dass die Agrar-Multis auf den Anbau weiterer transgener Produkte drängten. Der Vormarsch des transgenen Sojas bedeute für Campesino-Familien und Kleinproduzent*innen den Verlust weiterer Landflächen. Gerade sie aber seien es, die Lebensmittel für den Verbrauch in ihren eigenen Ländern herstellten. Diese Anbaufläche sei in den vergangenen 15 Jahren um 50 Prozent geschrumpft. Seit Einsetzen des Soja-Booms zu Beginn des neuen Jahrtausends haben in Paraguay die sozialen und Umwelt-Probleme auf dem Land deutlich zugenommen. Zahlreiche Campesino-Familien wurden vertrieben und massiv Wälder abgeholzt. Das Land konzentriert sich immer stärker in den Händen weniger.

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