Lateinamerika

Reaktionen auf Wiederbelebung der 4. US-Flotte


(Rio de Janeiro, 12. September 2008, púlsar-poonal).- Lateinamerikanische Staaten haben erste Proteste gegen die Patrouillen der USA in internationalen Gewässern vor den Küsten Südamerikas formuliert. So wird klar: die wiederbelebte 4. Flotte der US-Marine hat in der Region sowohl Verbündete als auch Feinde.

Der deutlichste Widerstand kommt von Venezuela, das vor einigen Tagen die Durchführung militärischer Übungen mit Russland ankündigte und bald von China 24 Flugzeuge zur Überwachung des Luftraums erhalten soll. Präsident Hugo Chávez kündigte an, er selbst werde russische Kampfflieger zu steuern, die derzeit in der Luftbasis El Libertador in Bolivien stationiert sind.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva äußerte seine Besorgnis über die 4. Flotte, da sie in der Nähe der kürzlich von Brasilien entdeckten Ölfelder kreuzen werde. Lula, Befürworter eines Südamerikanischen Verteidigungsrats, kündigte zudem an, die eigene Rüstungsindustrie ausbauen zu werden. Nach den Worten des Präsidenten hat Brasilien keine Feinde, es könnte jedoch „jemand auftauchen, der Krieg will; daher müssen wir darauf vorbereitet sein, für unser Territorium und unsere Region die Verantwortung zu übernehmen“.

Die Äußerungen Lulas fielen während eines Besuchs der argentinischen Präsidentin Cristina Fernández, deren Regierung schon Tage zuvor ihre Beunruhigung über die Präsenz der 4. Flotte zum Ausdruck gebracht hatte. So hatte am 4. September die argentinische Verteidigungsministerin Nilda Garré dem Pentagon-Chef Robert Gates mitgeteilt, sie habe “den Beginn der Operationen der 4. Flotte mit Sorge“ zur Kenntnis genommen. Zudem hatte der argentinische Senat eine Anfrage an die Streitkräfte verabschiedet. Darüber will man Informationen über die von Washington beantragten Genehmigungen zum Eindringen in argentinische Gewässer erhalten.

CC BY-SA 4.0 Reaktionen auf Wiederbelebung der 4. US-Flotte von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Umfrage in Braslien: Lula könnte im ersten Wahlgang siegen (São Paulo, 29. Mai 2018, brasil de fato).- In Brasilien stünde Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva der Arbeiterpartei PT (Partido de los Trabajadores) mit 39 Prozent der abzugebenden Stimmen auch weiterhin weit vor den übrigen Kandidat*innen um die Präsidentschaft. So eine Umfrage des Umfrageinstituts 'Vox Populi', die von dem Gewerkschaftsdachverband CUT in Auftrag gegeben und am Montag, 28. Mai 2018, veröffentlicht wurde. Lula hat diese erste Position auch in sämtlichen...
Korruption ist Teil des politischen und wirtschaftlichen Systems (Rio de Janeiro, 9. April 2018, taz).- Die Verhaftung von Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva treibt die politische und institutionelle Krise in Brasilien auf den Höhepunkt. Die Spaltung in zwei diffuse politische Lager vertieft sich. Für die einen ist das vorläufige politische Aus von Lula ein Sieg des Rechtsstaats gegen Straflosigkeit von korrupten Politiker*innen. Für die anderen ist es das genaue Gegenteil: Der Sieg einer politischen Strömung, die mit Hilfe einer willf...
Lula da Silva tritt Haftstrafe an (Rio de Janeiro, 8. April 2018, taz).- Das juristische Tauziehen um die Festnahme von Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist beendet. Am Samstag Abend (7.4.) stellte sich der 72-Jährige der Polizei. Er werde sich dem Haftbefehl nicht widersetzen und seine Unschuld beweisen, erklärte Lula. Wenig später landete er in der südbrasilianischen Stadt Curitiba, wo eine 15 Quadratmeter große Zelle auf ihn wartete. Korruptionsrichter Sérgio Moro hatte am Donnerstag di...
Lula da Silva steht Gefängnis wegen Korruption bevor (Rio de Janeiro, 6. April 2018, taz).- Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva steht kurz vor seiner Inhaftierung. Das Oberste Gericht lehnte den Antrag auf Haftverschonung bis zur Ausschöpfung aller Berufungsoptionen mit knapper Mehrheit ab. Sechs von elf Richter*innen stimmten am Mittwoch Abend (4.4.) dafür, dass Lula da Silva nach der Verurteilung in zweiter Instanz hinter Gitter kommt. Gerade mal 24 Stunden nach diesem Richterspruch ist gegen Lula da Silva is...
Ex-Präsident Lula: Haft statt Freispruch Von Andreas Behn (Rio de Janeiro, 25. Januar 2018, taz).- Zehntausende Demonstrant*innen und die Belagerung des Gerichtsgebäudes im südbrasilianischen Porto Alegre konnten die Justiz nicht umstimmen: Einstimmig bestätigten die drei Berufungsrichter das erstinstanzliche Korruptionsurteil gegen Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Statt dem Antrag der Verteidigung auf Freispruch stattzugeben folgten sie der Staatsanwaltschaft, die die Verurteilung zu neuneinhalb Jahre...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.