Panama

Proteste gegen Besuch von Kolumbiens Ex-Präsident Uribe


alt(Venezuela, 26. November 2010, telesur).- Hunderte von Studierenden protestierten am 25. November in Panama-Stadt gegen den Besuch von Kolumbiens Ex-Präsident Álvaro Uribe in Panama. Mit Protestmärschen, Blockaden und Kundgebungen vor der Universidad de Panamá brachten die Student*innen ihre Ablehnung des ehemaligen Staatschefs zum Ausdruck. Ein weiterer Anlass für die Demonstrationen war das Asyl, dass Panama der ehemaligen Leiterin der kolumbianischen Sicherheitsbehörde DAS (Departamento Administrativo de Seguridad) María del Pilar Hurtado gewährt hat. Sie ist in Kolumbien wegen Bespitzelung Oppositioneller während der früheren Regierung angeklagt.

Der Leiter der alternativen Nachrichtenagentur Frenadeso (Frente Nacional por la Defensa de los Derechos Económicos y Sociales) Silvestre Diaz erklärte, dass drei Demonstrierende von der Polizei ohne Angabe von Gründen unter Arrest gestellt wurden. Neben den studentischen Gruppen nahmen auch soziale Organisationen an den Protesten teil.

“Raus mit Völkermörder Uribe” riefen die Demonstrierenden unter Beobachtung der Polizei. Die Studierenden hatten sich in der Nähe eines renommierten Hotels postiert, in dem Uribe eine Vorlesung für die Absolvent*innen des Zentralamerikanischen Instituts für Unternehmensleitung Incae (Instituto Centroamericano de Administracion de Empresas) hielt. Auf dem Weg in den Konferenzraum vermied Uribe es mehrfach, sich den Fragen der anwesenden Pressevertreter*innen zu stellen.

“Dieser Mann ist ein Präsident, der auf einen Krieg in Lateinamerika gedrängt hat. Er war Mitglied der Paramilitärs und ist außerdem des Drogenhandels angeklagt. Einer hohen Funktionärin seiner Regierung wurde in Panama Asyl gewährt. Wir wollen öffentlich deutlich machen, dass die Ankunft von Ex-Präsident Uribe und seiner Funktionärin auf Ablehnung stößt”, begründete Jura-Student Omar Concepción den Protest.

“Doppelmoral” von Präsident Martinelli

Wie der Panama-Korrespondent von TeleSUR, Vladimir Carrillo berichtet, seien die panamaischen Bürger*innen der Ansicht, dass die Gewährung des Asyls in gewisser Weise die Sicherheit des Landes aufs Spiel setze und Panama sich deshalb nicht in diese Auseinandersetzung einmischen dürfe. Das Land erlebe “Stunden der Anspannung”.

Zudem erinnerte Carrillo daran, dass die panamaische Staatsanwältin Ana Matilde Gómez vor knapp vier Monaten “aufgrund von telefonischen Abhöraktionen, die sie veranlasst haben soll, für dienstunfähig erklärt worden war”. Dies zeige eine Doppelmoral, die Panamas Präsident Martinelli derzeit an den Tag lege, indem er Asyl für illegale Abhöraktionen gewähre.

Del Pilar Hurtado ist in Kolumbien wegen telefonischen Abhörens von Journalist*innen, Oppositionellen, Justizbeamt*innen und Menschenrechtler*innen angeklagt.

Claudia Figueroa, Sprecherin der sozialen Organisation “Unidad de Lucha Integral del Pueblo”, erhob schwere Vorwürfe gegen Martinelli: “Es gehört bereits zur Politik von Präsident Martinelli und der letzten Regierungen, Personen und Funktionäre zu schützen, die ihre Macht dazu missbraucht haben das Volk zu unterdrücken”.

Bild: Der panamaische Präsident Ricardo Martinelli (Foto: Luis Carlos Díaz)

CC BY-SA 4.0 Proteste gegen Besuch von Kolumbiens Ex-Präsident Uribe von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Im Schatten der Pinguine. 10 Jahre chilenische Studiproteste  Chile – das Land war lange Zeit kein Ort für soziale Proteste. Auch nach dem Ende der militärisch-zivilen Diktatur 1989 gelang es nie den neoliberalen Konsens im Land aufzubrechen. Doch dann, vor zehn Jahren, kamen die Pinguine. So ganz ernst nahm das Establishment die Teenager anfangs nicht, als sie mit ihren schwarzen Schuluniformen zu Kundgebungen watschelten. Niemand hätte gedacht, dass die Rufe nach kostenloser Bildung ein so breites Echo in der Bevölkerung...
„Iguala ist ein Friedhof“ Von Fabrizio Lorusso(Lima, 27. Mai 2016, noticias aliadas).- Interview mit Xitlali Miranda Mayo, Leiterin der Organisation “Suchkomitee für die anderen gewaltsam Verschwundenen von Iguala” (Comité de Búsqueda Los Otros Desaparecidos de Iguala).Xitlali Miranda Mayo ist Psychologin in Iguala, im Bundesstaat Guerrero im Südwesten Mexikos. Sie koordiniert das „Suchkomitee für die anderen gewaltsam Verschwundenen von Iguala", das nach dem gewaltsamen Verschwindenlassen...
UNO fordert Aufklärung der Morde an Indigenen (Caracas, 9. Juni 2016, telesur).- Das UN-Hochkommissariat für Menschenrechte hat die kolumbianische Regierung aufgefordert, den Tod von drei Indigenen aufzuklären, die seit dem Beginn der landesweiten Streikaktion Minga Agraria am 30. Mai ums Leben gekommen sind. “Diese Vorfälle müssen von den Justizbehörden vollständig aufgeklärt werden; wir bieten dabei unsere volle Unterstützung an. Es müssen alle Vorkehrungen getroffen werden, um zu vermeiden, dass sich solche Situ...
Ausgeblutet: Ausbleibende Finanzierung von Mitgliedsstaaten und internationalen Geldgebern gefährdet Arbeit der CIDH Von Markus Plate(San José, 26. Mai 2016, voces nuestras-poonal).- Die Pressemitteilung der Interamerikanischen Menschenrechtskommission CIDH vom 23. Mai 2016 ist alarmierend: “Die CIDH durchschreitet eine extreme Finanzkrise und diese wird schwerwiegende Auswirkungen auf ihre Fähigkeit haben, ihr Mandat und ihre Kernfunktionen zu erfüllen. Die Kommission bedauert zutiefst berichten zu müssen, dass zum 31. Juli 2016 die Verträge von 40 Prozent der Mitarbeiter auslaufen...
Die Nacht von Iguala und der mexikanische Staat Von Luis Hernández Navarro(Mexiko-Stadt, 26. April 2016, La Jornada-poonal).- Die Form wahrend, ist der letzte Bericht der Unabhängigen Interdisziplinären Expert*innengruppe (GIEI) dennoch inhaltlich demolierend. Er hinterfragt nicht nur die armselige gerichtliche Arbeit der Funktionär*innen, die mit den Ermittlungen zu den Ereignissen der Nacht von Iguala beauftragt waren. Er stellt die ureigene Glaubwürdigkeit des mexikanischen Staates in Frage.Der Bericht der E...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *