Guatemala

Ölpalme breitet sich aus und schadet der Umwelt


Verschmutzung und Fischsterben im Río La Pasión. Foto: Cerigua(Guatemala-Stadt, 11. Juni 2015, cerigua/poonal).- In Guatemala befindet sich der Anbau der Ölpalme auf dem Vormarsch. In einer Erklärung des Bündnisses von Nichtregierungsorganisationen und Kooperativen CONGCOOP heißt es, die Ölpalmen schadeten nicht nur Campesinos und Indigenen, sondern es handele sich um ein Problem für das ganze Land. Die Umwelt werde zerstört, und die ohnehin geringe Lebensqualität sinke weiter.

Große Flächen für Nahrungsmittelanbau gehen verloren

Der Verband weist darauf hin, dass Gemeinden im Norden und im Südwesten Guatemalas seit über zehn Jahren den wuchernden Ölpalmen-Anbau auf ihren Feldern anprangern. Die Bodennutzung habe sich drastisch verändert, für den Anbau von Nahrungsmitteln schwänden die Flächen immer mehr. Dies führe zur Verdrängung von ganzen Campesino-Gemeinden. Entweder würden Zwangsmaßnahmen angewandt oder das Land aufgekauft, wobei sowohl gedroht werde, als auch den Menschen falsche Versprechungen gemacht würden hinsichtlich einer neuen Beschäftigung und eines deutlich besseren Lebens.

Verseuchung des Wassers durch Agrargifte

In den betroffenen Gegenden Guatemalas werden Wälder kahl geschlagen, angeblich, um den Boden zu säubern, um anschließend Ölpalmen-Monokulturen darauf zu errichten. Eine der zahlreichen Theorien, woher der Name „Guatemala“ stammt, verweist auf das toltekische Wort „Cuauhtemallan“, was „Land der Bäume“ bedeutet. Die Umleitung von Flüssen zu den Palmenplantagen hin sorgt dafür, dass die Campesino-Gemeinden kein Wasser mehr haben. Hinzu kommt die zunehmende Verseuchung durch Agrargifte, die beim Palmenanbau eingesetzt werden, und sich dann in Wasserquellen und Flüssen wiederfinden. Die Verschmutzung führt zum Absterben der Fischbestände. CONGCOOP zufolge wiederholt sich dieses Phänomen mehrmals im Jahr.

Das Bündnis ruft die Universitäten, gesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften, Verbände von Campesinos, Frauen und jungen Menschen dazu auf, sich für ein Ende der Ausweitung des Ölpalmenanbaus einzusetzen, damit wieder verstärkt Nahrungsmittel auf den Feldern Guatemalas angebaut werden können.

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