Peru

Oberster Gerichtshof Perus spricht Kleinbäuerin Acuña frei


Von Judith Rötgers

Máxima Acuña

Máxima Acuña de Chaupe in einer Reportage von Andrea Valencia aus dem Jahr 2012 /Bildquelle: https://www.youtube.com/watch?v=USk4XOByu48

(08. Mai 2017, amerika21).- Der Oberste Gerichtshof von Peru hat das Urteil zugunsten der Kleinbäuerin Máxima Acuña bestätigt. Acuña hat sich demnach nicht der illegalen Landbesetzung schuldig gemacht. Sie war vom US-amerikanischen Bergbaukonzern Newmont Mining verklagt worden, einem der größten Goldproduzenten weltweit. Amnesty International bezeichnete die Entscheidung vom vergangenen Mittwoch als „historisch“ für Umweltschützer*innen in dem Andenstaat. Zukünftig könnte das Urteil als Präzedenzfall bei ähnlichen gerichtlichen Auseinandersetzungen um den Besitz von Land dienen.

Acuña kämpft seit 2011 gegen Goldmine Yanacocha

Seit 2011 führt die Kleinbäuerin Acuña einen Rechtsstreit gegen die Goldmine Yanacocha, die von Newmont Mining betrieben wird. Der Bergbaukonzern fördert im Norden Perus in mehreren Minen Gold. Der Konflikt mit Acuña verhindert bislang das Voranschreiten eines Multimilliardenprojekts, in dem Gold und Kupfer in der Region abgebaut werden sollen. Das  Unternehmen hat hierfür mehrere tausend Hektar Land aufgekauft.

Yanacocha legte Berufung ein, nachdem 2014 ein Gericht in Cajamarca entschieden hatte, dass sich Acuña nicht der illegalen Landbesetzung schuldig gemacht habe. Auch mit dem jüngsten Urteil ist die gerichtliche Auseinandersetzung jedoch nicht abgeschlossen. Zur Verhandlung steht weiterhin das Eigentumsrecht über 25 Hektar Land. Newmont Mining beansprucht für sich, seit 1996 Eigentümer des Landes zu sein. Acuña kann jedoch den Kauf des Grundstücks durch Urkunden aus dem Jahre 1994 nachweisen. Indes hat sie den Konzern ihrerseits wegen illegaler Besetzung ihres Grundstücks in vier Fällen verklagt. Diese werden weiterhin von der Staatsanwaltschaft untersucht.

Amnesty International berichtet seit Jahren über Verletzungen der Rechte Acuñas und ihrer Familie und rief international zu Solidarität auf. 2011 und 2014 zeigte Máxima Acuña mehrere Fälle von Belästigungen und Angriffen durch den Sicherheitsdienst des Unternehmens und die Polizei an.

Für ihr Engagement für das Recht auf Land, Nahrung, Gesundheit und eine intakte Umwelt angesichts des zunehmenden Bergbaus innerhalb ihrer Region wurde Acuña vergangenes Jahr der renommierte Goldman-Preis verliehen.

(Mit Informationen von eluniverso und ai)

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