Brasilien

Menschenrechtssekretariat prognostiziert 33.000 Morde an Jugendlichen


(Buenos Aires, 28. Juli 2009, púlsar).- Das brasilianische Menschenrechtssekretariat hat eine Studie veröffentlicht, in der die Zahl der Morde an Jugendlichen für den siebenjährigen Zeitraum von 2006 bis 2013 auf 33.000 geschätzt wird. In die Studie sind Informationen zu den Todesursachen von Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren aus 267 Gemeinden in Brasilien eingeflossen.

Im Rahmen der Studie wurde der Mordindex an Jugendlichen IHA (Índice de Homicidios en la Adolescencia) errechnet, der eine Schätzung von Tötungsdelikten an Jugendlichen erlaubt. Die höchste Mordrate verzeichnet Foz do Iguazú im südlichen Bundesstaat von Paraná, wo 10 von 1.000 Jugendlichen vor dem 19. Lebensjahr umgebracht werden.

Die landesweite Koordinatorin des Schutzprogrammes für von Mord bedrohte Kinder und Jugendliche (Programa de Protección a Niños y Adolescentes Amenazados de Muerte) Márcia Soares unterstrich, dass „die staatlichen Instanzen dem Problem der hohen Sterberate nicht die notwendige Aufmerksamkeit zukommen lassen“.

Soares wies gleichzeitig daraufhin, dass dieses fehlende Interesse Ausdruck der Banalisierung des Phänomens sei, das in den letzten zehn Jahren stark zugenommen habe.

CC BY-SA 4.0 Menschenrechtssekretariat prognostiziert 33.000 Morde an Jugendlichen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.


Das könnte dich auch interessieren

Mindestens 14 Gemeindeführer*innen seit Dezember ermordet „Unsere einzige Möglichkeit als Basisgruppen bleibt die öffentliche Anklage und die Forderung nach Sofortmaßnahmen seitens des Staates“. Begräbnis von Temístocles Machado, ermordet am 27. Januar 2018 in Buenaventura. Foto: Colombiaplural (Caracas, 30. Januar 2018, telesur).- Am Dienstag, den 30. Januar wurden mit Nixon Mutis und Leidy Amaya zwei weitere Gemeindeführer*innen aus den kolumbianischen Departments Sur de Bolívar und Catacumbo (Region Karibik und Santander) erm...
Uruguay: Zwischen Straflosigkeit und Aufklärung Uruguay ist heute eine der fortschrittlichsten Demokratien der Welt. Doch hat es das Land geschafft seine jüngere Geschichte aufzuarbeiten? Wenn die Vergangenheit unter Beteiligung der Zeitzeugen aufgeklärt werden soll, dann ist jetzt die letzte Chance, denn sowohl Täter, als auch Opfer werden nicht mehr lange leben... Wir hören einen Beitrag von Valentin der Negri. Er wagt einen Rückblick auf die Militärdiktatur der siebziger und achtziger Jahre und geht der Frage nach, wi...
Auftraggeber von Massaker an Landlosen-Aktivisten im Gefängnis Von Benjamin Bunk, Belo Horizonte Die Nachricht über die Festsetzung von Chafik in Brasilien platzte direkt in das Jahrestreffen der Landlosenbewegung MST / Bildquelle: Dowglas Silva/MST (19. Dezember 2017, amerika 21).- Der Großgrundbesitzer Adriano Chafik Luedy, in Brasilien rechtskräftig wegen Mordes verurteilt, ist am 14. Dezember in Salvador de Bahia verhaftet worden. Die Nachricht über die Festsetzung von Chafik in Brasilien platzte direkt in das Jahrestreffen de...
Hinhörer: Wahrheit, Gerechtigkeit, Erinnerung Hinhörer Menschenrechte auf den Punkt gebracht. Heute: Wahrheit, Gerechtigkeit und Erinnerung Folter, sexualisierte Gewalt, Mord, Verschwindenlassen von Personen: durch Militärs, bezahlte Auftragskiller, Kartelle oder Banden – das schreit nach Aufklärung, damit die Luft zum Atmen reicht! ¡Nunca más - nie wieder!  
Vorsitzender von staatlicher Menschenrechtskommission erschossen – Gewalt eskaliert weiter Das Schweigen des Staates und seine Gleichgültigkeit gegenüber Straffreiheit und Korruption hat tödliche Folgen. Für viele. Das Foto aus 2012 von der Caravana al Sur ist leider immer noch sehr aktuell / Foto: villarermosa-tabasco_nahual (Mexiko-Stadt, 25. November 2017, poonal).- In Mexiko ist erstmals ein staatlicher Ombudsman ermordet worden. Mehrere bisher unbekannte Täter*innen schnitten am 20. November dem Fahrzeug, in dem Silvestre de la Toba Camacho mit seiner Fami...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.