KOLUMBIEN: Kampagne für die Unabhängigkeit der kolumbianischen Justiz beginnt


(Berlin, 08. Mai 2008, poonal-púlsar).- Mit einem öffentlichen Akt hat die Kampagne “Opfer und Rechte” in diesen Tagen den Beginn ihrer Unterschriftensammlung eingeläutet, um Wahrheit, Gerechtigkeit und Entschädigungen für die Opfer des Paramilitarismus zu erwirken und um den Obersten Gerichtshof vor den Einflüssen der Parapolitik zu verteidigen.So soll, laut Rechtsanwaltkollektiv José Alvear Restrepo, der Gerichtshof in seinem Kampf gegen die Straffreiheit und auf seiner Suche nach richterlicher Unabhängigkeit und gegen die Einflussnahme durch die Politik unterstützt werden. Die Kampagne wird über drei Jahre laufen und wurde von 14 Menschenrechtsorganisationen angestoßen. Sie wird in einem Moment eingeläutet, in dem die Verbindungen einer hohen Anzahl von Mitgliedern des Kongresses mit dem Paramilitarismus offensichtlich geworden ist. In den letzten Monaten haben Menschenrechtsorganisationen wiederholt den Raub von Beweismaterial gegen paramilitärische Gruppen in verschiedenen Regionen des Landes beklagt. Ein solcher Raub ereignete sich u.a. bei der Initiative Kolumbianische Frauen für den Frieden, in der Stadt Bucaramanga, Departement Santander. Gladis Macías von der Initiative erklärte, dass der Raub von Material, dass für die Untersuchung von Gewaltakten durch Paramilitärs entscheidend sei, von den Behörden als “nicht relevant” betrachtet und daher nicht untersucht werde.

CC BY-SA 4.0 KOLUMBIEN: Kampagne für die Unabhängigkeit der kolumbianischen Justiz beginnt von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Das könnte dich auch interessieren

onda-info 442
70
Hallo und willkommen zum onda-info 442! Nach einem Haufen Nachrichten aus Brasilien, Mexiko, Kolumbien und Deutschland haben wir zunächst einen Mini-Beitrag aus dem Norden Argentinien für euch: Das Sekretariat für Menschenrechte der Provinz Chaco sichert den im Norden Argentiniens lebenden indigenen Familien mehr staatliche Unterstützung zu. Dazu gibt's Musik der Toba von Samuel Acosta aus dem Chaco. Und anschließend haben wir ein Interview mit Andrea Lammers vom Oe...
Vor der zweiten Runde der Präsidentschaftswahlen in Kolumbien
236
(Lima, 29. Mai 2018, servindi/pressenza).- Trotz alledem – dies ist der beste Moment und eine wirkliche Möglichkeit, um den Faschismus zu stoppen, der heute den Namen Iván Duque trägt. Das Panorama der Wahlen vom 27. Mai erinnert an das letzte Referendum, in dem die tatsächlichen Opfer des Krieges gegen den Krieg gestimmt haben, während die Opfer des Fernsehens gegen den Frieden stimmten. Aber es gibt Unterschiede. Die kolumbianische Hauptstadt Bogotá hat sich klar gegen den ...
Chocó: Paramilitärs dringen in Dorf ein
50
(Caracas, 5. März 2017, telesur/poonal).- 200 Paramilitärs der Autodefensas Gaitanistas de Colombia sollen am Morgen des 3. März in die afrokolumbianische Gemeinde Peña Azul eingedrungen sein. Das berichtet die Menschenrechtskommission des “Congreso de los Pueblos”, ein Zusammenschluss von Basisbewegungen in Kolumbien. Peña Azul liegt in Alto Baudí im nordwestlichen Department Chocó. Nach Angaben des Congreso de los Pueblos hätten die Paramilitärs um sich geschossen und sich ...
Ermordete Aktivistinnen: Frauen als militärische Zielscheibe
56
(Lima, 14. Februar 2017, servindi).- Fünf Aktivistinnen von sozialen Organisationen sind seit dem Inkrafttreten der Friedensverträge bereits ermordet worden. Die Nachricht von dem Portal ¡Pacifista! weist auf die enormen Herausforderungen hin, die der kolumbianischen Gesellschaft für einen wirklich dauerhaften Frieden für alle noch bevorstehen.  Die erste Herausforderung besteht vielleicht darin, dass die Regierung den systematischen Charakter dieser Verbrechen anerkennt, die...
2016 wurden 117 Aktivist*innen ermordet
42
(Caracas, 26. Januar 2017, telesur/ihu-unisinos).- Alle drei Tage wurde in Kolumbien im Laufe des vergangenen Jahres ein sozialer Anführer oder Anführerin ermordet. Laut einem Bericht des Instituts für Entwicklungs- und Friedensforschung Indepaz (Instituto de Estudios para el Desarrollo y la Paz), wurden 2016 insgesamt 117 Aktivist*innen von sozialen Organisationen sowie Menschenrechtsverteidiger*innen getötet. Zusätzlich zu den 117 Morden wurden 350 Drohungen, 46 Attentate u...