Ecuador

Ecuador und China beschließen strategische Kooperation


Von Kerstin Sack

Die Präsidenten von China, Xi Jinping und Ecuador, Rafael Correa Foto: Carlos Rodríguez/Andes

Die Präsidenten von China, Xi Jinping und Ecuador, Rafael Correa / Foto: Carlos Rodríguez, Andes

(24. November 2016, amerika21).- Der Präsident von China, Xi Jinping, hat zum ersten Mal Ecuador besucht. Dabei unterzeichneten die Regierungen beider Länder elf Abkommen. Es handelt sich um Vereinbarungen in den Bereichen Finanzierung, Kommunikation, Kultur, produktive Strategien sowie eine Kooperation zur Bewältigung der Folgen des Erdbebens in Ecuador. China ist der drittgrößte Handelspartner für Ecuador.

Nach Ansicht des ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa sind die Verträge mit China vorbildlich für Lateinamerika. Die chinesischen Darlehen seien ohne Bedingungen vergeben worden, im Gegensatz zu den Krediten des Internationalen Währungsfonds und der Weltbank. Auch der Technologietransfer und die Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft seien für Ecuadors Entwicklung von großer Bedeutung. Das südamerikanische Land will seine Wirtschaft umstrukturieren, um nicht weiter hauptsächlich Rohstofflieferant mit der Abhängigkeit vom Erdöl zu sein.

Ecuador und China gründeten bei dem Staatsbesuch vergangene Woche eine „Integrale strategische Assoziation“, was die höchste Form von Kooperation auf zwischenstaatlicher Ebene ausdrückt. Die Zusammenarbeit wird in vier Kommissionen in den prioritären Bereichen stattfinden. Vorgesehen ist auch ein ständiger Austausch der Außenminister zu bilateralen und internationalen Themen.

Für den ecuadorianischen Außenminister Guillaume Long sind der Besuch von Jinping und die bilateralen Abkommen ein „historisches Ereignis“, wie er in einem Interview in der Sendung „Pensamiento Critico“ (Kritisches Denken) äußerte. Für Ecuador sei China in den letzten 10 Jahren ein sehr wichtiger Partner, der dem Land geholfen habe, sich zu entwickeln. Er wies darauf hin, dass beim Handel sensible Produkte vor Konkurrenz aus China geschützt seien. Es gehe um eine ausgewogene Handelsbilanz.

Im Rahmen des Besuches von Jinping fand die Einweihung des Wasserkraftwerks Coca statt, das bisher größte gemeinsame Projekt. Damit wird Ecuador zum Exporteur von Energie, anstatt wie in früheren Jahren Energie zu importieren. Auch besuchte der chinesische Staatspräsident die Erdbebengebiete an der Küste. China hatte Soforthilfe geleistet und sagte jetzt die Finanzierung des Baus zweier Krankenhäuser zu. Correa bedankte sich für die Hilfe, die die umfangreichste sei, die Ecuador für die Behebung der Erdbebenschäden erhalten habe.

In internationalen politischen Belangen sicherte die chinesische Regierung Ecuador Unterstützung zu, vor allem in der „Gruppe der 77 plus China“, deren Vorsitz Ecuador im Januar 2017 übernimmt.


Das könnte dich auch interessieren

Monsanto-Bayer und die digitale Kontrolle der Landwirtschaft Von Silvia Ribeiro Mexiko_Mais_archivo-de-proyectos-CC_BY-NC-SA_2.0-flickr-1.jpg (Mexiko-Stadt, 17. September 2016, La Jornada).- Am Mittwoch, 14. September, akzeptierte Monsanto schlussendlich die dritte Kaufofferte von Bayer. Damit wird Bayer das größte globale Unternehmen für Agrargifte und Saatgut, nachdem es bereits einer der weltweit bedeutendsten Pharmakonzerne ist. Trotz der Dimension und der weitreichenden Implikationen handelt es sich jedoch nur um eine von ...
Aus einer anderen Perspektive (Montevideo, 06. Juni 2014, la diaria).- Die Legislative Boliviens hat entschieden, dass sich ihre Uhr jetzt anders dreht. Um klarzumachen, dass Bolivien ein Land auf der Südhalbkugel ist, welches keine Perspektiven des Nordens annehmen möchte, befinden sich die Stundenzahlen der Uhr nun auf der gegenüberliegenden Seite und ihre Zeiger laufen gegen den Uhrzeigersinn.   Zeichen für Anti-Imperialismus und De-Kolonialisierung setzen Für den Präsidenten des Abgeordnetenhauses vo...
Interview: Wirtschaftswissenschaftlerin Sanhueza fordert Reform der Sozialversicherung Von Andrea Martínez Wirtschaftswisschenschaftlerin Sanhueza fordert eine Reform der Sozialversicherung (Montevideo, 26. April 2017, la diaria).- Die Wirtschaftswissenschaftlerin Claudia Sanhueza hat in Cambridge promoviert und forscht an der Universität Diego Portales in Santiago de Chile. Sie unterstützt die Gruppen, die eine Reform der Sozialversicherung in Chile fordern, da sie der Ansicht ist, dass das aktuelle System nur für eine Minderheit funktioniert. Außerdem ...
Cunha wegen Korruption zu mehr als 15 Jahren Haft verurteilt Nein!? Doch!  ... Verurteilt. Hier ein erstaunter Eduardo Cunha aus dem Jahr 2015 / Foto: Antonio Cruz, Agencia Brasil, CC BY-NC-SA 2.0 (Montevideo, 31. März 2017, la diaria).- Der ehemalige Präsident der brasilianischen Abgeordnetenkammer, Eduardo Cunha, wurde am 30. März 2017 wegen Korruption, Geldwäsche und Devisenvergehen zu 15 Jahren und vier Monaten Gefängnis verurteilt. Es handelt sich um das erste Urteil, welches von Richter Sergio Moro gegen den brasilianischen P...
Klimaschutz: „Leuchtturmprojekt“ setzt auf althergebrachte indigene Techniken Fragwürdig: Die Förderung der Ölpalme Ein Beispiel dafür ist der CO2-Handel, der zur Förderung von fragwürdigen Agrarprojekten führt. „In Guatemala hat die Einrichtung großer Plantagen von Zuckerrohr oder der Afrikanischen Palme zur Vertreibung von indigenen Gemeinden geführt“, beklagt Sucuqui. Das Problem dabei sei, dass der Anbau der aus Afrika stammenden Ölpalme im Rahmen des CO2-Handels als förderungswürdig eingestuft wurde. „Sie sagen, die Palme sei ein Baum, speichere C...

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.