Hungerstreik von SINALTRAINAL vor dem Nestlé-Werk in Bugalagrande
Während Nestlé Arbeitsverträge unter Berufung auf die Folgen eines Erdbebens aussetzt, führen Arbeitnehmer*innen des Werks in Bugalagrande, Valle del Cauca, einen Hungerstreik vor den Räumlichkeiten des Schweizer multinationalen Konzerns durch. Der Protest wird von Mitglieder*innen der Nationalen Gewerkschaft der Beschäftigten im Agrar- und Lebensmittelsektor (SINALTRAINAL) angeführt, die jahrelange Verstöße gegen Arbeitsrechte und die Missachtung ihrer Rechte anprangern.
Der Konflikt besteht seit April 2024, als die Gewerkschaft ein Forderungskatalog zur Neuverhandlung des Tarifvertrags vorlegte. Nach Angaben der Organisation hat sich Nestlé geweigert zu verhandeln, und das Arbeitsministerium hat mehrere ihrer Beschwerden zu den Akten gelegt. Zu den Forderungen gehören die Einhaltung von Rechten in Bezug auf Wohnraum, Sozialversicherung und Garantien für gewerkschaftliche Aktivitäten.
Die Situation verschärfte sich nach dem Erdbeben vom 10. August. Nestlé kündigte 387 Arbeitsverträge in seinen Werken in Risaralda. Zu den Betroffenen gehören die zehn Mitglieder des Gewerkschaftsvorstands von Bugalagrande.
Doch es gibt noch eine weitere Besorgnis erregende Anschuldigung: Die Teilnehmer des Hungerstreiks behaupten, sie würden von Armee- und Polizeikräften überwacht und schikaniert, unter anderem mithilfe von Drohnen. Menschenrechtsorganisationen wie Nomadesc haben dies angeprangert.
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