
Foto: Pedro Rosa via flickr
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(, 13. Oktober 2026, Brasil de Fato).- Der Influencer, Kommunikator und Umweltaktivist Mateus Fernandes erhält neerdings Morddrohungen mit Anspielungen auf weiße Vorherrschaft und Nationalsozialismus. Weil seine Wohnadresse offengelegt wurde, musste er seine Wohnung verlassen. Zuvor hatte Fernandez öffentlich angekündigt, Luiz Inácio Lula da Silva (Arbeiterpartei/PT) zu wählen.
„… und jetzt trifft es mich“
Gegenüber Conexão BDF von Radio Brasil de Fato zeigte sich Fernandes betroffen von der gesamten Situation. Seit mindestens fünf Jahren schreibe er über Politik, Umwelt und die ethnische Herkunft. Nach den Ergebnissen der ersten Wahlrunde begann Fernandes in großem Umfang, eine Bewegung zur Stimmengewinnung anzuführen. „Ich konnte über 500 Influencer*innen dafür mobilisieren, in großem Umfang Inhalte zu produzieren, die diejenigen erreichen sollten, die nicht an der Wahl teilgenommen hatten. Wir hatten großen Widerhall in den sozialen Medien, weil wir sozusagen eine Blase zum Platzen gebracht hatten, und dann ging es los mit den Angriffen. Anfangs waren es nur vereinzelte Beleidigungen, aber die wurden mit der Zeit intensiver“, berichtet er. Einer der Drohbriefe wurde von einer angeblichen Bewegung weißer Rassisten unterzeichnet, im Brief wurde ein Nazi-Kommandant von Konzentrationslagern erwähnt, und am Ende habe die Drohung gestanden: „Wir werden dich finden“. Fernandes hat mittlerweile Anzeige erstattet. „Ich habe in letzter Zeit mehrere Videos über Hass im Kontext von Wahlen produziert und die Gefährdung der Menschenrechte und der öffentlichen Politik thematisiert und die Frage aufgebracht, was wir tun können, um die extreme Rechte zu bekämpfen, und jetzt trifft es mich“, sagt er in aller Deutlichkeit. Dem Influencer zufolge wurde bei der Staatsanwaltschaft ein Antrag auf Schutzmaßnahmen gestellt, aber bisher erfolgte noch keine Rückmeldung: „Was wir machen, ist, uns als Bewegung zu organisieren. Die Coalizão Negra por Direitos (Schwarze Koalition für Rechte) gibt diese Unterstützung. Wir versuchen auch, in Kontakt mit philanthropischen Fonds zu kommen, die sich für die Gesundheit und physische Unversehrtheit von Aktivist*innen einsetzen, aber von öffentlicher Seite habe ich bis jetzt keinerlei Unterstützung bekommen.“
Ganz im Sinne der Familie Bolsonaro
Nach Einschätzung von Fernandes pflegen Linke und Rechte nicht nur eine unterschiedliche Weltanschauung, sondern stehe auch auf entgegengesetzten Seiten des Bolsonarismus, der seit jeher Hassreden gegen andersdenkende Menschen fördert und sie weiterhin stimuliert. „Diese Hassrede, die von der Familie Bolsonaro selbst verbreitet wurde, verleiht Gewaltverbrechen wie diesem Legitimität. Die Leute fühlen sich voll im Recht, wenn sie solche Dinge wiederholen, anderen drohen. Und ich spreche hier vom Bolsonarismus, weil nämlich die meisten, die diese Drohungen veröffentlichten und weiße Vorherrschaft und Nazi-Ideologien anführten, auf ihrem Profilfoto die Nummer des Kandidaten Flávio Bolsonaro zeigten. [Anm. d. Übers.: In Brasilien werden elektronische Urnen verwendet, bei denen bei der Wahl die Nummer des betreffenden Kandidaten eingeben wird.] Und sie sagen ganz offen, dass dieser Mord [an mir] auch im Sinne der Familie Bolsonaro wäre“.
Das gesamte Interview kann man auf Youtube hören.
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