Kampfsportunterricht in Quito

Liliana und ihre Töchter beim Familientraining
Foto: Linda Zabel

Liliana (48 J.) ist mit ihren beiden Töchtern Rafaela (10 J.) und Romina (9 J.) seit über einem Jahr beim Familien-Kampfsporttraining dabei und trainiert regelmäßig. Für alle drei ist der Sport sehr wichtig. Rafaela hilft der Sport sich weiterzuentwickeln und mehr Kraft aufzubauen. Auch Romina will mit dem Sport ihre Muskeln trainieren und für Liliana ist der sportliche Ausgleich wichtig, um den Tag ausklingen zu lassen und auf andere Gedanken zu kommen. Besonders gefallen findet Liliana an den Konditions- und Technikübungen. Romina lernt auch gerne neue Techniken im American Kenpo und ihr gefällt das Kämpfen genauso wie Rafaela, die gerne kämpft aber auch Spaß an Koordinationsübungen hat.

Die Kampfsportschule nennt sich „World Institute of Martial Arts Almagro“. Roberto Almagro leitet seit acht Jahren die Schule. Er besitzt den 7. Dan. Den 7. von 10 Meistergraden im American Kenpo, eine Mischform von verschiedenen Kampfsportstilen mit vielen Ähnlichkeiten zum Karate Do. Auch für mich war es das erste Mal, dass ich vom American Kenpo gehört habe, das obwohl ich in Deutschland seit über 15 Jahren aktives Mitglied einer Karateschule bin. Im Training hier lerne ich immer wieder kleinere feine Unterschiede kennen, die es zwischen dem europäischen Karate und dem American Kenpo gibt.

Seit zwei Monaten assistiere ich beim Unterricht, zusammen mit einer venezolanischen Kollegin, in der Martial Arts Schule. In Quito bin ich als Freiwillige, doch durch Zufall hat sich in den ersten Wochen eine Möglichkeit eröffnet nahe meiner Arbeit Kampfsport weiterzuverfolgen und Kinder, Jugendliche und Erwachsene diese Technik zu vermitteln. Gemeinsam mit meiner Kollegin unterrichte ich zwei Klassen: Kinder von 4-7 Jahren und Familien. Zu diesem Training kommen viele Eltern mit ihren Kindern.
Mit den Kindern arbeite ich in kleinen Gruppen mit vielen spielerischen Elementen. Zum Beispiel müssen die Kinder während der Aufwärmphasen verschiedene Tierformen laufen: Ein Krebs bedeutet z.B. Rückwärtslaufen auf allen Vieren. Das trainiert die Arme, Beine und Koordinationsfähigkeit der Kinder. Wir üben Elemente, die die Koordination und Kondition der Kinder stärken und Techniken, Formen und Selbstverteidigungselemente. Mittwochs boxen wir und Freitags trainieren wir die Kondition der Kinder durch Zirkeltraining oder spielen zum Ende hin ein Spiel.  Das Training mit den Familien ist ähnlich aufgebaut. Wir trainieren Kondition und Koordination und üben Techniken, Formen, Boxen und Selbstverteidigungselemente. Wenn in Pärchen trainiert wird, trainieren wenn möglich die Eltern untereinander und die Kinder untereinander.

Das Training macht Spass!

Mittlerweile merke ich, wie ich mich immer wohler und sicherer mit den Kindern fühle, meine spanischen Anweisungen flüssiger werden und ich Beziehungen zu den Kindern aufbaue. Das ist ein sehr

Linda Zabel und ihre venezolanische Kollegin
Foto: Linda Zabel

erfüllendes Gefühl. Letzte Woche hatte ich meine erste Klasse mit den kleinen Kindern ohne meine venezolanische Kollegin. Was mir am American Kenpo gefällt ist, dass Wert auf traditionelle Rituale, wie eine ordentliche Begrüßung und Verabschiedung, gelegt wird. Zum Beispiel müssen die Schüler*innen vor dem Betreten des Raumes um den Eintritt bitten. Mit dem Wort „Oss“, dieses Wort kommt aus dem japanischen und bedeutet so viel wie Bitte, Danke und wird auch als Begrüßung gegenüber anderen Karateka verwendet. Zum Schluss der Klasse verabschieden wir uns mit einer festgelegten Grußformel.

Das besondere an den Kampfsportklassen ist, dass viele Eltern ihre Kinder, die Konzentrationsprobleme haben, sehr schüchtern sind oder sich anderweitig auffällig verhalten zum American Kenpo schicken, damit sie Respekt, Kontrolle und Körperbeherrschung lernen. Ein positives Beispiel ist ein Schüler der kleineren Kinder.

Martin beim Kindertraining
Foto: Linda Zabel

 

ist dem Freiwilligenaustausch weltweit ICJA in Ecuador

„Das Boxen gefällt mir besonders, weil es einfach Spaß macht“ freut sich Martin, nach dem Training und grinst dabei. Er trainiert seit 10 Monaten in der Kampfsportschule und hat sich von einem unausgeglichenen Jungen zu einem verantwortungsbewussten Schüler entwickelt.

 

Unsere Autorin Linda Zabel hat auch einen Blog über ihre Erlebnisse in Ecuador: https://lindoecuador2018.wordpress.com/

Linda Zabel ist mit dem Freiwilligenaustausch weltweit ICJA in Ecuador.

CC BY-SA 4.0 Kampfsportunterricht in Quito von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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