Freihandelsabkommen zwischen Guatemala und Panama in Kraft getreten

(Buenos Aires, 22. Juni 2009, púlsar).- Am 22. Juni ist das Freihandelsabkommen zwischen Guatemala und Panama in Kraft getreten, das im Februar dieses Jahres nach zehnjährigen Verhandlungen unterzeichnet worden war.

Der guatemaltekische Wirtschaftsminister Rubén Morales betonte anlässlich der offiziellen Inkraftsetzung des Abkommens gegenüber Vertreter*innen der Presse, dass die Lebensmittelbranche Guatemalas am meisten von dem Abkommen profitieren werde. Sie sei am stärksten entwickelt und habe in Panama einen guten Stand. Nach seinen Worten würden auch andere Industriezweige, wie die Farbenindustrie und die Bauwirtschaft, sowie Kapitalanleger*innen davon profitieren.

Der Minister fügte hinzu, dass man die Unternehmer*innen Guatemalas mit diesem Abkommen dazu animieren möchte, ihre Möglichkeiten auf dem Agrarsektor zu nutzen.

Panamaische Unternehmer*innen seien besonders daran interessiert, in Guatemala Finanzdienstleistungen anzubieten. Es wurde der gegenseitige Zugang für Dienstleister*innen im Bereich Telekommunikation, Tourismus und Logistik vereinbart sowie eine Übereinkunft bezüglich der Schiffstransporte zwischen beiden Ländern getroffen.

Ungefähr 93 Prozent des bilateralen Handels fallen unter das Freihandelsabkommen. Etwa 5.500 guatemaltekische Produkte können jetzt zollfrei nach Panama exportiert werden. Dies entspricht 87 Prozent der Exportprodukte. Panama kann etwa 7.300 Produkte zollfrei nach Guatemala exportieren, was etwa 82 Prozent entspricht. Eine schrittweise Erweiterung dieser Regelungen um weitere Produkte ist, laut Morales, für die nächsten 20 Jahre vorgesehen. Nach Angaben des Ministers sind 123 guatemaltekische Produkte vom Freihandelsabkommen ausgeschlossen, darunter auch Kaffee und Zucker.

Die Handelsbilanz zwischen den beiden Ländern war bislang unausgeglichen. Im Vorjahr exportierte Guatemala Waren im Wert von 162 Mio. US-Dollar nach Panama, importierte hingegen Waren im Wert von 412 Mio. US-Dollar. Statistiken des guatemaltekischen Wirtschaftsministeriums für die ersten Monate dieses Jahres fallen ähnlich aus: Zwischen Januar und April wurden Waren im Wert von 56 Mio. US-Dollar nach Panama exportiert, jedoch Waren im Wert von 128 Mio. US-Dollar aus Panama nach Guatemala importiert.

Der Wirtschaftsminister erklärte, das Defizit in der Handelsbilanz mit Panama habe seine Ursache darin, dass viele Waren über den Freihafen Colón nach Guatemala kommen und nicht ursprünglich aus Panama seien. Das Freihandelsabkommen erlaube nun, diese Produkte ausfindig zu machen und zu entscheiden, ob diese ohne Zölle auf den guatemaltekischen Markt dürfen. Nach den Worten des Ministers versuche man durch dieses Abkommen, die Handelsbilanz Guatemalas gegenüber Panama zu verbessern.

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