Kaum Hilfe für Binnenflüchtlinge

Ein zweijähriger wohnungslos gewordener Junge badet vor seinem Zelt in Petionville, Haiti. Aufnahme von 2010. Foto: Flickr/Lisa Krantz

(Port-au-Prince, 15. Juli 2021, prensa latina).- Die staatliche haitianische Menschenrechtsstelle OPC (Office de la Protection du Citoyen) hat die Regierung Haitis dringend dazu aufgerufen, den tausenden Menschen zu helfen, die durch die anhaltende Bandengewalt vertrieben worden sind. Diese würden unter „unmenschlichen“ Bedingungen leben.

Eine Woche, nachdem der Mord an Präsident Jovenel Moïse das Land erschüttert hat, zeigte sich die Organisation besorgt über die Lebensbedingungen der Binnenvertriebenen. Diese haben sich weiter verschlechtert, nachdem die Kämpfe zwischen rivalisierenden Banden wieder aufgeflammt sind, vor allem in zwei Stadtteilen der Hauptstadt Port-au-Prince, Fontamara und Martissant.

„Diese anhaltende Unsicherheit sorgt nach wie vor für zahlreiche Grundrechtsverletzungen, vor allem bei den verletzlichsten Bevölkerungsgruppen“, warnte die Menschenrechtsorganisation.

Ungenügende Schutzmaßnahmen

Seit dem 1. Juni hat der offene Krieg zwischen den Banden mehr als 13.000 Menschen dazu gezwungen, aus ihren Häusern zu fliehen und in Schutzhäusern, staatlichen Einrichtungen und auf öffentlichen Plätzen Schutz zu suchen. „Etwa 1.200 Familien, hauptsächlich Minderjährige, Frauen und Alte, befinden sich auf dem Carrefour-Sportplatz, der nun vorübergehend zum Flüchtlingslager geworden ist“, beklagte die Organisation. „Sie leben unter unmenschlichen Bedingungen, trotz punktueller Hilfsleistungen seitens des Staates und internationaler Organisationen.“

Die Hilfsaktionen haben nach dem Mord an Moïse nachgelassen, weil Geschäfte und staatliche Einrichtungen vorübergehend geschlossen wurden. Dennoch appellierte das OPC an die Behörden, stärkere Maßnahmen zu ergreifen, um den vertriebenen Familien den Zugang zur Grundversorgung zu gewährleisten, vor allem zu Lebensmitteln, Wasser und Gesundheitsversorgung.

Weitere Gruppen forderten von der Interimsregierung des De-facto-Premierministers Claude Joseph, Maßnahmen zu ergreifen, um Gewalt und Unsicherheit einzudämmen.

CC BY-SA 4.0 Kaum Hilfe für Binnenflüchtlinge von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

Das könnte dich auch interessieren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Webseite möchte Cookies für ein optimales Surferlebnis und zur anonymisierten statistischen Auswertung benutzen. Eine eingeschränkte Nutzung der Webseite ist auch ohne Cookies möglich. Siehe auch unsere Datenschutzerklärung.

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen