Internationale Kritik an Maßnahmen gegen Corona-Pandemie

Eine Kommission der mexikanischen Universität UNAM gibt Tipps, wie man Infizierte zuhause behandelt. Foto: Desinformémonos

(Oaxaca de Juárez, 25. Januar 2021, npla).- Mitte Januar kritisierte Human Rights Watch Mexikos Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Das Land habe versäumt, die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation konsequent umzusetzen, hieß es im Jahresbericht der Menschenrechtsorganisation. Vor allem die Vernachlässigung von Corona-Tests hätte dazu geführt, dass sich viele Menschen mit dem Virus ansteckten.

Auch die Panamerikanische Gesundheitsorganisation forderte von Mexiko, seine Anstrengungen im Kampf gegen Covid-19 zu verstärken. Eine Erhöhung des Budgets des Gesundheitssektors sei dringend nötig. Positiv hob die Organisation allerdings Mexikos Impfstrategie hervor. Risiko-Gruppen in abgelegenen Regionen sollen zuerst geimpft werden. Denn dort sind bislang die meisten Pandemie-Opfer zu beklagen.

Dramatischer Anstieg der Infektionszahlen im neuen Jahr

Mexiko setzte von Anfang an auf freiwilliges Selbstbeschränkung und keinen strengen, staatlich verordneten Lockdown; ein Grund dafür, dass es zu den Ländern mit den meisten Corona-Toten gehört. Obwohl sich die Lage im Sommer und Herbst entspannte, kam es mit Beginn des neuen Jahres zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen. Mit dramatischen Folgen.

Im südmexikanischen Oaxaca sind die Kapazitäten an Intensivbetten seit Mitte Januar so gut wie ausgelastet. In vielen Regionen des Bundesstaates steht auch kaum noch Sauerstoff zur Beatmung von Covid-Patient*innen zu Verfügung. Angesichts der sich anbahnenden Katastrophe haben Ärzteverbände Oaxacas Gouverneur aufgefordert, umgehend Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu ergreifen. Sie beklagen, dass trotz der kritischen Situation immer noch die Belange der Wirtschaft über die der öffentlichen Gesundheit gestellt werden.

Auch Mexikos Präsident positiv getestet

Während auf Ebene des Bundesstaates noch keine konkreten Maßnahmen ergriffen wurden, haben viele indigene Gemeinden bereits eigenständig einen lokalen Lockdown beschlossen und umgesetzt. Unter anderem werden sämtliche Feiern, Feste und Veranstaltungen untersagt. Das ist insofern wichtig, weil der rasante Anstieg der Corona-Infektionen nicht zuletzt auf die Feierlichkeiten um den Jahreswechsel zurück zu führen ist.

Mittlerweile wurden nicht nur Oaxacas Gouverneur Murat, sondern auch Mexikos Präsident López Obrador positiv auf das Virus getestet. Beide befinden sich in häuslicher Quarantäne.

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