Indepaz: Jeden Tag wird ein Aktivist ermordet

Foto: Desinformémonos

(Bogotá, 28. Januar 2020, telesur).- Wie das kolumbianische Friedensforschungsinstitut Indepaz mitteilte, sind in den ersten 27 Tagen dieses Jahres bereits 27 soziale Aktivist*innen ermordet worden. Dazu kommen weitere vier ehemalige Kämpfer*innen, die im Zug des Friedensprozesses 2016 ihre Waffen abgegeben haben. Damit wird in Kolumbien jeden Tag ein*e Menschenrechtsverteidiger*in ermordet.

Indepaz hat diese ernüchternde Zahl am Montag, 27. Januar veröffentlicht, nachdem kurz zuvor Fernando Quintero Mena von Killern erschossen worden war. Der 23-jährige Quintero war Vorsitzender der Nachbarschaftsräte in der Siedlung Guasiles, Gemeinde Convención im nordkolumbianischen Department Catatumbo.

Da in den besonders gefährdeten abgelegenen Landstrichen der Staat praktisch abwesend ist, hat der Hochkommissar für Menschenrechte der Vereinten Nationen an Präsident Iván Duque apelliert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um soziale Führungspersonen und ehemalige Kämpfer*innen zu schützen.

Paramilitärs verschicken Morddrohungen

Die Hilfsorganisation Oxfam hat ihrerseits in einer Erklärung die Morddrohungen von paramilitärischen Gruppen verurteilt, die in mehreren Landesteilen ihr Unwesen treiben. Zuletzt war ein Drohbrief der paramilitärischen Organisation AGC (Autodefensas Gaitanistas de Colombia) aufgetaucht, in der verschiedene Aktivist*innen und Politiker*innen bedroht werden, darunter die neue Bürgermeisterin von Bogotá, Claudia López.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, bezeichnete den Drogenanbau, die Existenz zahlreicher bewaffneten Gruppen und das Fehlen einer wirtschaftlichen Existenzgrundlage als Hauptgründe für die vielen Morde.

Trotz zahlreicher Aufrufe sowohl von kolumbianischen Basisbewegungen als auch von internationalen Gruppen, zeigt die kolumbianische Armee keine Eile, die Friedensverträge umzusetzen. Sie ist auch nicht bereit, die Verhandlungen mit der Guerilla ELN wieder aufzunehmen.

Nach Angaben der kolumbianischen Ombudsstelle für Menschenrechte wurden im vergangenen Jahr 119 soziale Anführer*innen ermordet, 19 davon Frauen.

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