Trauer und Wut: Demonstrantin stirbt mit schweren Verletzungen am Hals

Foto: the future is unwritten
CC BY-NC-SA 2.0

(Santiago de Chile, 11. Oktober 2021, telesur).- Mit einer Mahnwache brachten Aktivist*innen, Menschenrechtsverteidiger*innen und Anwohner*innen ihre Betroffenheit und Empörung über die Ereignisse am vergangenen Sonntag zum Ausdruck: Bei einer Demo für indigene Rechte im Zentrum von Santiago war die 43-jährige Denisse Cortés Saavedra mit schweren Verletzungen an Hals und Brust zusammengebrochen und später im Krankenhaus verblutet. Der Aufruf zu der Mahnwache wurde in den sozialen Medien verbreitet. Verschiedene Kollektive und Organisationen schlossen sich dem Protest an, um die Aufklärung der Umstände zu fordern, die zum Tod der Menschenrechtsverteidigerin führten. Obwohl die Aufrufe in den sozialen Medien hauptsächlich von Menschen aus der Metropolregion und Valparaíso geteilt wurden, erzeugte die Nachricht Widerhall im ganzen Land. Zahlreiche Internetnutzer*innen brachten die Frage auf, wie oft man noch auf die Straße gehen müsse, um von Genossinnen und Genossen Abschied zu nehmen, die bei Demonstrationen ums Leben kommen und nie mehr nach Hause zurückkehren werden.

Der Tod von Denisse

Cortés Saavedra war Jurastudentin im dritten Jahr. Während der „Demonstration für den Widerstand und Autonomie der Mapuche“ war sie zusammen mit anderen Menschenrechtsaktivist*innen als Beobachterin unterwegs. Rund tausend Menschen, darunter vorwiegend Frauen, wurden von den Carabineros mit Tränengas und Wasserwerfern zurückgedrängt. Was dann geschah, ist unklar. Auf einem Video ist zu sehen, wie sich Cortés zusammen mit einem Mann einer Gruppe von Carabineros nähert, die sich an der Kreuzung Alameda Ecke Lastarria aufgebaut hatten. Wie ihr Kollege Rechtsanwalt Rodrigo Román später versicherte, suchte sie das Gespräch mit den Sicherheitskräften. In diesem Moment hörte man einen lauten Knall und Denisse fiel zu Boden, mit einer stark blutenden Verletzung am Hals. Ein paar Stunden später starb sie in einem Gesundheitszentrum. Der Chef der Carabineros der Metropolregion General Enrique Monrás gab der Öffentlichkeit bekannt, der Tod von Denisse sei durch einen Feuerwerkskörper verursacht worden, den ein Demonstrant abgefeuert habe. Zeug*innen versicherten jedoch, dass Denisse aus nächster Nähe durch eine Tränengasgranate der Carabineros getroffen worden sei.

Denisses Tod sei der Höhepunkt des extrem brutalen Vorgehens der Polizei gegen die Demonstrant*innen, das schon Stunden zuvor begonnen habe, so der Rechtsanwalt und Denisse-Kollege Román. Insgesamt wurden 18 Personen verletzt und mehr als zehn festgenommen. Die Staatsanwaltschaft für Strafsachen Zentrum-Nord leitete eine Untersuchung der Todesursache der verstorbenen Studentin ein und übergab den Fall der Kripo.

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