Massive Proteste: Regierung reagiert mit repressiven Maßnahmen

Proteste
Wird immer wieder scharf kritisiert: Dina Boluarte
Foto: Presidencia del Peru via wikimedia
CC BY 3.0

(Lima, 21.September 2025, argentina indymedia).- Bei Protesten in Lima gegen die Regierung Dina Boluarte und den Kongress gab es Verletzte durch Polizeirepression. Zwei Journalisten wurden mit Schrotkugeln beschossen. Die Nationalpolizei setzte 5000 Beamte und Tränengas ein. Die Demonstrierenden kritisieren die Rentenreform und die Vergünstigungen für die Rentenkasse AFP, die Korruption und den Mangel an öffentlicher Sicherheit. Der Nationale Journalistenverband ANP verurteilte die Gewalt gegen die Presse.

Massives Polizeiaufgebot mit Tränengas und Gummigeschossen

Lima war am Samstag, 20. September 2025, Schauplatz schwerer Unruhen während einer von Jugendlichen der Generation Z und verschiedenen sozialen Gruppen organisierten Demonstration gegen die Regierung von Dina Boluarte, den Kongress und die Reform des Rentensystems. Nach Berichten der deutschen Nachrichtenagentur DW brachten die Demonstrierenden ihre Ablehnung von Korruption und zunehmender Unsicherheit zum Ausdruck und forderten Gerechtigkeit für die 49 Todesopfer der Proteste Ende 2022 und Anfang 2023. Die zunächst friedliche Demonstration führte nach Angaben der Zeitung La República nach einem massiven Polizeiaufgebot von 5000 Polizisten zu Zusammenstößen. Der kritische Punkt war auf der Plaza San Martín, wo eine Kette der peruanischen Nationalpolizei (PNP) den Platz umzingelte und den Zugang für Demonstrierende einschränkte, was zu den ersten Zusammenstößen führte. Als die Protestierenden versuchten, zum Kongress und zum Regierungspalast vorzudringen, setzte die Polizei Tränengas, Gummigeschosse und physische Gewalt ein. Die Zeitung Diario Correo betonte, dass die PNP ihr Vorgehen als notwendig zur „Aufrechterhaltung der Ordnung” rechtfertigte. Die Organisatoren beklagten jedoch, dass damit versucht würde, den Protest zu kriminalisieren. Zu den schwerwiegendsten Vorfällen gehörte, dass zwei Journalisten des Senders Exitosa bei der Live-Berichterstattung durch Gummigeschosse verletzt wurden. Der Nationale Journalist*innenverband ANP verurteilte den Angriff und bestätigte, dass beide Journalisten im Krankenhaus behandelt wurden. Darüber hinaus meldeten Sanitäter mehrere Verletzte durch Gummigeschosse und Schläge und warfen der Polizei unverhältnismäßige Gewaltanwendung vor. Nutzer*innen sozialer Netzwerke und zivile Organisationen kritisierten den massiven Einsatz von Polizeikräften als Einschüchterung und wiesen darauf hin, dass die Polizei nicht in gleichem Maße gegen die zunehmende Unsicherheit der Bürger*innen und das organisierte Verbrechen vorgeht.

Umfassende Systemkritik

Der Protest zeichnete sich auch durch Parolen gegen den Fujimorismo und die derzeitige Regierung aus: Die Demonstrierenden mit Plakaten mit Aufschriften wie „Dina, Mörderin” und „Alle raus”. Sie kritisierten die Reform des Rentensystems (Gesetz Nr. 32123), da sie den Rentenkassen (AFP) zugute komme und Arbeitnehmer*innen in prekären Beschäftigungsverhältnissen schade. Sie forderten echte Lösungen für die Sicherheitskrise, unter der das Land leidet. Die Organisator*innen kündigten die Fortsetzung der Proteste sowie deren Ausweitung auf die Nationale Justizbehörde an, der vorgeworfen wird, von politischen Interessen vereinnahmt zu sein. Eine junge Demonstrantin fasste die allgemeine Stimmung zusammen: „Diese Demonstration spiegelt die wachsende Empörung der peruanischen Jugend und verschiedener sozialer Sektoren über ein politisches System, das wir als ausgrenzend und ignorant gegenüber unseren Forderungen empfinden.”

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