Junger Mapuche in Río Negro erschossen

Foto: Mariel Bleger (Cooperativa de Comunicación Popular Al Margen) via ANRed

(Rio Negro, 21.11.2021, tramas/poonal) In einem von Polizeibeamten abgesperrten Gebiet haben zwei Männer in Zivil ein Mitglied der Mapuche-Gemeinschaft Lof Quemquemtrew mit Bleikugeln getötet. Ein weiterer junger Mann wurde zweimal in den Bauch getroffen und kämpft nun in einem öffentlichen Krankenhaus um sein Leben.

Gezielte Schüsse mit kleinkalibriger Munition

Am Sonntag, den 21. November zwischen 14.00 und 15.00 Uhr betraten  zwei angebliche Jäger das Gebiet etwa 15 Kilometer nordöstlich von El Bolsón, in dem sich die Gemeinschaft Lof Quemquemtrew am 18. September niedergelassen hatte. Einer von ihnen schoss direkt auf den Kopf von Elías Garay, der sofort tot war. Der zweite angebliche Jäger schoss aus nächster Nähe auf Gonzalo Cabrera, der von mindestens zwei Kugeln in den Bauch getroffen wurde und derzeit um sein Leben kämpft. Die Angreifer benutzten Waffen des Kalibers 22, das weder  von der Provinzpolizei  verwendet wird noch der „Aufstandsbekämpfungs -Munition“ der Sondereinheiten entspricht.

Vermutlich gezielte Auswahl der Opfer

Die Provinzregierung bestritt am Nachmittag, irgendeine Art von Polizeieinsatz durchgeführt zu haben. Nach zwei gescheiterten Räumungsversuchen wird das Gebiet jedoch mit Truppen und Drohnen belagert; die Version, es habe sich bei den Tätern um angebliche Jäger, ist daher mehr als unglaubwürdig. Wie das Colectivo Feminista Nómada außerdem berichtet, handelt es sich bei dem ermordeten jungen Mann um den Lebensgefährten einer Mapuche-Frau, die am 16. November unter Berufung auf das Gesetz Nr. 26.585 zur Vorbeugung und Beseitigung geschlechtsspezifischer Gewalt zwei Angehörige des Sondereinsatzkommandos (COER) der Provinzpolizei wegen Belästigung  angezeigt hatte. Wenn dies der Fall ist, geschah die Auswahl des hingerichteten Opfers nicht zufällig, und auch die Anwesenheit der beiden Schützen wäre kein Zufall, sondern ein Hinweis auf Informationen aus Polizeikreisen.

Polizeipräsenz ist berüchtigt

Am Abend versammelte sich ein großer Teil der Bevölkerung von El Bolsón vor der Polizeistation und dem örtlichen Krankenhaus und forderte genauere Auskünfte. Wie lokale Quellen bestätigten, ist die Polizeipräsenz auf den Straßen berüchtigt. In verschiedenen Teilen der Provinz wird gegen das Verbrechen und die repressive staatliche Politik zum Schutz des privaten Großkapitals vorgegangen. Elías verlor sein Leben bei der Verteidigung seines angestammten Territoriums, vier Tage vor dem vierten Jahrestag der Ermordung von Rafael Nahuel in Villa Mascardi, wo eine Blockade der Route 40 aufrechterhalten wird, um gegen das Verbrechen zu protestieren. Wie im August 2017 ist El Bolsón auch jetzt wieder mit Sicherheitskräften gespickt.

Einen Matraca-beitrag zu diesem Thema findest du hier.

 

CC BY-SA 4.0 Junger Mapuche in Río Negro erschossen von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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