Trump begnadigt verurteilten Expräsidenten

Juan Orlando Hernández
Juan Orlando Hernández hat (wieder) gut lachen: Obwohl US-Präsident Trump seine Attacken gegen Venezuela und Kolumbien mit dem Kampf gegen den Drogenhandel rechtfertigt, begnadigte er den wegen massiven Drogenhandels verurteilten Expräsidenten von Honduras. Am 1. Dezember wurde JOH aus einem US-amerikanischen Bundesgefängnis freigelassen. Foto: Presidencia de la República/Wikimedia (CC BY 2.0)

(Washington, 2. Dezember 2025, democracy now/poonal).- US-Präsident Donald Trump kündigte schwere Konsequenzen für Honduras an, sollten die Wahlbehörden des zentralamerikanischen Landes die Wahlergebnisse der Präsidentschaftswahlen vom 30. November manipulieren. Der US-Präsident hatte zuvor damit gedroht, die US-Hilfen für Honduras auszusetzen, falls der von ihm bevorzugte Präsidentschaftskandidat Nasry Asfura nicht als Sieger aus den Wahlen hervorgehen sollte.

Bis zum Morgen des 2. Dezember waren erst etwas mehr als die Hälfte der Stimmzettel ausgezählt, ein Termin für das Endergebnis steht noch nicht fest. Der von Trump favorisierte Kandidat, Nasry Asfura von der rechten Nationalen Partei hatte zu dem Zeitpunkt lediglich einen winzigen Vorsprung von nur 515 Stimmen gegenüber seinem rechtsliberalen Rivalen Salvador Nasralla. Beide liegen bei knapp 40 Prozent der Stimmen. Die Linkskandidatin Rixi Moncada liegt abgeschlagen auf dem dritten Platz.

Verurteilter Juan Orlando Hernández freigelassen

Unterdessen wurde der in den USA inhaftierte honduranische Expräsident Juan Orlando Hernández am Abend des 1. Dezember freigelassen. Orlando Hernández saß im Bundesgefängnis von West Virginia eine Haftstrafe von 45 Jahren wegen Kokainhandels ab, war jedoch von US-Präsident Trump begnadigt worden.

Während eines Pressegesprächs an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One am 30. November wurde Trump gefragt, aus welchen Gründen er einen verurteilten Drogenhändler begnadigen wolle.

Journalist: „Sie haben klar gesagt, dass Sie die Drogen von den USA fernhalten wollen.“

Trump: „So ist es.“

Journalist: „Können Sie uns erklären, warum Sie einen wichtigen Drogenhändler begnadigen wollen?“

Trump: „Ich weiß nicht, von wem Sie sprechen. Um wen geht es?“

Journalist: „Um Juan Orlando Hernández.“

Trump: „Ich wurde darum aus Honduras gebeten, viele Leute aus Honduras haben mich darum gebeten. Sie sagten, es (das Urteil, Anm. d. Ü.) sei ein Konstrukt von Biden.“

Gute Drogenhändler, schlechte Drogenhändler

Am 1. Dezember bestätigte Trump dies gegenüber Journalist*innen im Weißen Haus und erklärte, er fühle sich mit der Entscheidung „sehr gut“, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Hernández sei zum Opfer einer Hexenjagd der Regierung Biden geworden.

Abgeordnete der Demokraten kritisierten die Entscheidung scharf. Trump behaupte einerseits, den Kampf gegen den Zustrom illegaler Drogen in die USA zu verstärken, um dann Expräsident Orlando Hernández freizulassen. Dieser war von einem US-Gericht verurteilt worden, in seiner Amtszeit von 2014-2022 Drogenbanden unterstützt zu haben. Hernández selbst sprach während des Prozesses von „politischer Verfolgung“ und schrieb aus der Haft einen Brief an Trump, in dem er sich mit Trump verglicht, der während Bidens Amtszeit selbst mit mehreren Ermittlungsverfahren konfrontiert war.

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