
(Lima, 1. Juli 2025, Servindi).– Genau 250 Tage sind vergangen, seit Präsidentin Dina Boluarte zuletzt Fragen von Journalist*innen beantwortet hat. Dieses anhaltende Schweigen und die schlechte Regierungsführung verschlechtern die Wahrnehmung der Transparenz ihrer Amtsführung.
Das letzte Mal, dass Boluarte Fragen zuließ, war am 22. Oktober 2024, nachdem sie gemeinsam mit ihrem Kabinett ihre Regierungsbilanz vorgestellt hatte. An diesem Tag reagierte sie feindselig auf die Medien und leitete damit eine Phase offener Konfrontation mit der Presse ein. Seither ist ihr Verhältnis zu den Medien von Anschuldigungen und verbalen Angriffen geprägt.
In mehreren öffentlichen Äußerungen brachte Boluarte ihre Ablehnung gegenüber den Medien zum Ausdruck. Sie warf ihnen vor, gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft „Medienlegenden” zu erfinden, um, wie sie sagt, einen Staatsstreich zu unterstützen, den es nicht geben wird.
Hinzu kommen Angriffe auf den Investigativjournalismus, den sie als „Terrorismus der Bilder” gegen sie bezeichnet. Ihrer Meinung nach trägt dieser dazu bei, die Arbeit der Medien, die eigentlich eine Kontrollfunktion gegenüber der Regierung ausüben sollen, zu delegitimieren.
Darüber hinaus erschwert sie die Recherchen von Journalist*innen, indem sie beispielsweise Dokumente wie das Logbuch des als „el cofre“ (die Truhe) bekannte Fahrzeug der Präsidentin als vertraulich einstuft und somit die journalistische Arbeit behindert.
Die Nationale Journalistenvereinigung (ANP) ist der Ansicht, dass dieses Verhalten das Recht der Bürger*innen auf Information verletzt und demokratische Grundsätze untergräbt. Die Vereinigung fordert die Präsidentin auf, einseitige Äußerungen zu unterlassen, ihrer demokratischen Pflicht nachzukommen, Fragen der Presse zu beantworten, und die Kontrollfunktion der Medien im Interesse der Bürger*innen anzuerkennen.
Präsidentin Boluarte meidet seit 250 Tagen die Presse von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.
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