poema pueblo

Chile ist aufgewacht. Foto vom 25. Oktober 2019. Foto: ANRed/Frente Fotográfico

Me atacaste más de 30 años, te vi morder y alimentarte de mi, y no tuviste compasión, mantuve la esperanza de que recapacitaras y te pusieras en mi lugar, más como callé, te colocaste aún más frío y te envolviste de corrupción y de grandeza, mientras me destruías desde dentro y como no recapacitaste tuve que atacarte, tuve que cortar tus venas, saquear y quemar tus arterias, para que entendieras que sigo aquí y tengo voz, soy el PUEBLO, aquel que creíste que a pesar de todo seguirían siendo ovejas sumisas que van al matadero, pero lo puedes escuchar hoy? Somos leónes dormidos los cuales tu despertaste, escuchas mi clamor? Mira por tus ventanas estoy en las calles estoy en las plazas y rugiré hasta que tu oído se ablande y escuche lo que tengo que decir, o seguiré llenando plazas y cortando calles, y aunque mandes al policía opresor a derramar mi SANGRE, seguiré gritando porque mientras uno de mis brotes se mantenga vivo lucharé en contra de la injusticia, soy el PUEBLO Y HE DESPERTADO.

 

 

poema pueblo – Gedicht über das Volk*

Mehr als dreißig Jahre lang hast du mich attackiert, ich sah zu, wie du mich gebissen, dich von mir ernährt hast, ohne jedes Mitgefühl. Ich hatte die Hoffnung, du würdest alles einmal überdenken, dich in meine Situation hinein versetzen. Aber je schweigsamer ich wurde, desto kaltherziger wurdest du, umgabst dich mit Bestechlichkeit und Prunk. Weil du mich von innen zerstört und nichts überdacht hast, musste ich dich attackieren, deine Venen aufschneiden, deine Arterien plündern und verbrennen, damit du endlich verstehst, dass ich immer noch da bin und dass ich eine Stimme habe.

Ich bin das Volk, von dem du dachtest, wir würden weiter wie unterwürfige Schafe zur Schlachtbank gehen. Aber kannst du uns heute hören? Uns schlafende Löwen hast du aufgeweckt. Hörst du mein Schreien? Sieh aus deinem Fenster: ich bin überall, auf den Straßen und auf den Plätzen. Und ich werde brüllen, bis dein Ohr erweicht, und das, was ich zu sagen habe, anhört. Ansonsten werde ich weiter die Plätze füllen und die Straßen blockieren. Und selbst wenn du dem brutalen Polizisten befiehlst, mein Blut zu vergießen, werde ich weiter schreien, denn solange ein Spross in mir lebendig ist, kämpfe ich weiter gegen die Ungerechtigkeit.

Ich bin das Volk und ich bin aufgewacht.

Jaime Parra, Santiago de Chile

 

* In der Regel benutzen wir in Übersetzungen für das spanische Wort „pueblo“ eher den Begriff „Bevölkerung“ als „Volk“, da das deutsche Wort „Volk“ durch nationalistische, rassistische, völkische Denkmuster überlagert ist und nicht der Norm entsprechende Menschen ausgrenzt. Im Fall dieses Gedichts ist eine Übersetzung z.B. als „Bevölkerung“ nicht wirklich passend. Daher haben wir uns dafür entschieden, hier „pueblo“ mit „Volk“ zu übersetzen. Anmerken möchten wir allerdings, dass die aktuelle Protestbewegung in Chile – um die es ja im Gedicht geht – tatsächlich sehr divers und inklusiv ist, und so stark wie nie zuvor bestimmt ist z.B. von Symbolen und Forderungen der indigenen Mapuche.

 

 

 

CC BY-SA 4.0 poema pueblo von Nachrichtenpool Lateinamerika ist lizenziert unter Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 international.

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