Peña Nieto zahlte Millionen an Medien

Keine Wachsfigur: Der ehemalige Präsident Mexikos, Enrique Peña Nieto. Foto: Wikipedia

(Mexiko-Stadt, 25. Februar 2020, TeleSUR).- Der mexikanische Expräsident Enrique Peña Nieto hat während seiner sechsjährigen Amtszeit Beträge in Millionenhöhe an 43 Medienunternehmen gezahlt. Das belegt ein Bericht des Büros des aktuellen Präsidenten López Obrador, der an das Nationale Institut für Transparenz INAI übergeben wurde.

Die Zeitschrift Contralínea, die den Bericht erhalten hatte und Details veröffentlichte, fand heraus, dass zudem mindestens 36 Journalist*innen von der Regierung Peña Nietos Aufträge erhalten hatten. Zu den in den Fall verwickelten Journalist*innen gehört Joaquín López-Dóriga, der zwischen 2012 und 2018 über die Unternehmen Ankla Comunicación, Astron Publicidad, Plataforma Digital Joaquín López-Dóriga und Premium Digital Group mehrere Verträge mit der mexikanischen Regierung unterschrieb. Die Zahlungen für die Verträge belaufen sich insgesamt auf über 290 Millionen mexikanische Pesos (über 13 Millionen Euro).

680 Euro für jede Erwähnung des Präsidenten

Darüber hinaus wurden für jede Erwähnung von Peña Nietos Namen 15.000 Pesos (680 Euro) an Óscar Mario Beteta über seine Firma Comentaristas y Asociados SC gezahlt. An die Unternehmen Media Marketing Knowledge und BBMundo Direct SA de CV von Martha Debayle flossen insgesamt über 8,2 Millionen Pesos (372.000 Euro) für Werbung in den Zeitschriften Moi und BBMundo, sowie für Radiobeiträge und Beiträge in sozialen Netzwerken.

Laut Contralínea „stellte die Moderatorin und Unternehmerin im Februar 2018 in ihrem jährlichen Voranschlag an die Abteilung für soziale Kommunikation des Finanzministeriums (Unidad de Comunicación Social de Hacienda) der Regierung nicht nur Werbefläche zur Verfügung. Aus ihrem ‚Media Kit’ lässt sich erschließen, dass dank ihres ‚hohen Markenwertes‘ in den digitalen Medien ihre Videos 320.000 Mal abgespielt wurden und dabei die Kosten eines präsentierten Clips (gefolgt vom Namen des Kunden) 270.000 Pesos (12.250 Euro) betrugen“.

Der Bericht erwähnt nicht nur juristische Personen, sondern auch natürliche Personen, die Geld von Peña Nieto bekamen: Zu ihnen zählen der Wirtschaftskolumnist Marco Antonio Mares García, die „Schriftstellerin, Journalistin und Sexologin“ María Yazmín Alessandrini Morales, der Politikkolumnist José de Jesús Michel Narváez sowie Eunice Ortega Albarrán.

Die Einnahmen von Mares García überstiegen die Höhe von sechs Millionen Pesos (272.000 Euro), während die an Alessandrini und Michel Narváez immerhin über 6,3 Millionen Pesos (286.000 Euro) bzw. 2,9 Millionen Pesos (131.500 Euro) betrugen. Eunice Ortega steckte persönlich mehr als 1,6 Million Pesos (72.500 Euro) ein, wobei sie zusätzlich als einzige Direktorin von Thot Comunicaciones, SA de CV eingetragen ist, die während der Regierung Peña Nietos über neun Millionen mexikanische Pesos (über 408.000 Euro) abrechnete.

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